SGS/FCR: Streit um Islacker-Freigabe beigelegt

og
02. September 2006, 15:14 Uhr

Erst Theater-Donner im Revier, dann doch Einigung über Freigabe

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Theater-Donner beigelegt! Dass sich zwei oder mehr Kerle wegen einer hübschen Frau schon einmal zoffen können, ist ein geschichtsträchtiger Aspekt. Diese Erfahrung machten jetzt auch der FCR 2001 Duisburg und die SG Schönebeck - Streitobjekt der Frauenbundesligisten: Mandy Islacker. Die allerdings mittlerweile die Freigab hat. "Es reicht", zürnte Ferdi Seidelt, 1.Vorsitzender in Duisburg. RS berichtete über die noch nicht stockende Spielberechtigung der 18-Jährigen.
Hintergrund: Islacker hatte noch einen gültigen Vertrag beim FCR, der bis zum 30. Juni 2007 datiert ist. Der hatte einen "ruhenden" Status, wie FCR-Vorstandsmitglied Dieter Oster via RS erläuterte, auf den sich Stürmerin und Club mündlich vor mehr als einem Jahr einigten. Die SGS wollte die Akteurin haben, Duisburg hatte ein gültiges Papier, eine Abstandssumme wollte Willi Wißing, SGS-Manager, nicht überweisen, von der eigentlichen "Hausnummer" (2500 Euro) nahm Duisburg Abstand, 2000 Euro sollten die Konten wechseln. Das ist mittlerweile passiert. Seidelt: "Eine für einen Bundesligisten angemessene Summe, wenn wir eine Akteurin haben wollen, fragen wir bei den Gesprächen immer sofort nach der Kontonummer des abgebenden Clubs."
Diese Einigung kam erst nicht zustande - Folge: Islacker kündigte per Einschreiben mit Rückschein. Wißing argumentierte: "Das Mädel hat lange nicht gespielt, mir ist das zu ungewiss, um Geld zu zahlen." Andererseits trainierte Islacker schon länger mit, Coach Ralf Agolli wusste, warum er genau sie wollte. Die Abmeldung Islackers vom FCR lag bei Wißing vor. "Datiert vom 22. Juni 2006, als ich die hatte, habe ich erst erfahren, dass Mandy überhaupt noch einen Vertrag hat." Seidelt wollte sich auf nichts mehr einlassen, sprach von "Rücksichtslosigkeit", mit der "Wißing vorgeht, Schlitzohrigkeit kann ich akzeptieren, so was nicht mehr." Seidelt kochte sichtlich: "Erst diese Kumpelnummer durch Mandys Vater Frank", dem ehemaligen Profi, "der versuchte, mir klar zu machen, Mandy würde wieder aus Spaß für irgendeinen Landesligisten auflaufen wollen. Dabei trainierte sie schon geraume Zeit bei der SGS." Wißing dazu: "Habe ich nichts mit zu tun." Und dann sah Seidelt noch "die Schmusetour von Steffi Schubert", SGS-Spielführerin und ehemals beim FCR, "die mit Uschi Baak sprach." Das ist die 3. Vorsitzende des FCR. Wißing: "Sie wollte wissen, ob man noch irgendwas machen könnte, dagegen spricht doch nichts." Man konnte schließlich kurz vor Abschluss des Wechselfensters noch etwas tun.
Seidelt verlangte von Wißing, "sich an das Regelwerk des DFB zu halten, vor allen Dingen als Ligasprecher." Dieses Amt hat Wißing inne. Seidelt legte sich erst fest: "Die fristlose Kündigung von Mandy akzeptieren wir nicht. Als Kündigungsbegründung wurde angeführt, sie hätte bei uns seit Monaten auch nicht mehr gespielt. Dazu wird aber noch vertraglich zustehendes Geld gefordert." Nach RS-Infos: 2100 Euro. Es stellte sich die Frage, wird in Islackers Schreiben beides verbunden, die Kündigung und gleichzeitig die Forderung von Kohle, oder wurde das Geld verlangt, wenn der Kündigung seitens des FCR nicht entsprochen wird, "weil der FCR dann auf den Vertrag ja Wert zu legen scheint", betont Wißing. Seidelt sieht eine "Instrumentalisierung der jungen Spielerin."
Fakt ist: Am Donnerstag, 31. August, 24 Uhr, lief die Wechselfrist ab, das nächste Zeitfenster hätte Islacker erst vom 1. bis 31. Januar 2007 zur Verfügung gestanden. Seidelt: "Diese Trickserei von Wißing machen wir nicht mehr mit." Seidelt registierte eine "ungewohnte Kälte, die jetzt beide Clubs beim Umgang haben." Wißing selbst sah "keine verhärteten Fronten, ich weiß auch nicht, warum man womöglich sauer auf mich ist. " Wißing nachdenklich weiter: "Rechtlich war die Forderung einer Summe in Ordnung, wenn noch ein Vertrag besteht. Wenn man allerdings schon über ein Jahr auf die Spielerin keinen Wert legte, finde ich das ein starkes Stück. Das Ruhen des Kontrakts hätte man schriftlich vereinbaren sollen, so ist das reichlich amateurhaft.
Wie auch immer, am Donnerstag kam es doch noch zum Handschlag, 2000 Euro trudeln auf dem FCR-Konto en, die SGS-Mannschaft plünderte teilweise die Mannschaftskasse, externe SGS-Quellen wurden angezapft. Fazit: Es geht doch! Randnotiz: Getrennt hat sich der FCR von Betreuer Helmut Bernhardt, der nicht bei der SGS anheuert. Auch wenn das im Gespräch war!og

Autor: og

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