Die lange Suche hat sich ausgezahlt. Die Hammer Spielvereinigung hat sich die Dienste von Issa Issa gesichert. Der Nationalspieler aus dem Libanon war zuletzt für den SV Lippstadt aktiv und zählt in Westfalen zu den torgefährlichsten offensiven Mittelfeldakteuren. In 78 Oberligapartien lochte der neunfache Nationalspieler 25 Mal ein.

Hamm: Krugs Rundumschlag gegen DFL und DFB

Nationalspieler Issa kommt

10. Juli 2008, 16:51 Uhr

Die lange Suche hat sich ausgezahlt. Die Hammer Spielvereinigung hat sich die Dienste von Issa Issa gesichert. Der Nationalspieler aus dem Libanon war zuletzt für den SV Lippstadt aktiv und zählt in Westfalen zu den torgefährlichsten offensiven Mittelfeldakteuren. In 78 Oberligapartien lochte der neunfache Nationalspieler 25 Mal ein.

"Er hat bei uns einen Ein-Jahresvertrag unterschrieben", berichtet HSV-Manager Joachim Krug und sieht sich in seiner längeren Pokerrunde bestätigt: "Ich habe immer gesagt, dass wir abwarten müssen. Wir sind nicht in der Lage, große Transfer zu tätigen. Deshalb haben wir in Ruhe abgewartet und sind nun froh, ihn für uns gewonnen zu haben."

Issa, dem auch zahlreiche höherklassigere Angebote vorlagen, entschied sich trotz finanzieller Abstriche für Hamm. "Er weiß, dass wir in unserem Rahmen bleiben, dafür die Akteure aber auch durchgängig bis zum Schluss bezahlen können", hat Krug keine Lust, Risiken einzugehen. Und mit Blick auf den jüngsten Transfer fügt der Ex-Ahlener an: "Unsere Abgänge sind nicht von Pappe. Die Liga wird enorm stark sein und die gleiche Qualität wie die Regionalliga haben. Um in dieser Klasse mitspielen und nicht in Abstiegsgefahr zu geraten, müssen wir noch das ein oder andere i-Tüpfelchen setzen."

Gemeint: Auf der Torwartposition wie in der Abwehr und Offensive sucht der Funktionär noch gestandene Spieler. "Wenn man sieht, wie die anderen aufrüsten, wird mir schwarz vor Augen", schüttelt Krug den Kopf und hebt den Zeigefinger: "Einige scheinen aus den Fehlern der Vergangenheit nicht gelernt zu haben."

Und bei diesem Thema holt Krug gerne einmal zu einem Rundumschlag aus. Als erstes trifft es die DFL und den DFB. "Wir haben die aktuelle Situation diesen Verantwortlichen zu verdanken. Was zuletzt durch die Ligareform passiert ist, ist der Todesstoß des Amateurfußballs. Denn alles wird nur im Sinne der Bundesligisten entschieden." Krug, der selbst einmal auf der anderen Seite saß, mahnt: "Wir Amateurclubs müssen uns endlich zusammenschließen, denn ansonsten werden die Traditionsvereine aussterben. Dann haben wir nur noch Bundesliga und deren Unterbauten."

Denn da die Reserveteams im "normalen" Ligaalltag mitmischen, müssen sich die "Kleinen" auf die finanziellen Risiken einlassen, um sportlich bestehen zu können. "Wenn man nicht dagegen hält hat man keine Chance", weiß Krug und hat einen bereits oft genannten Lösungsvorschlag parat: "Man kann nur sagen: raus mit den Reserven in eine eigene Liga."

Und einmal Fahrt aufgenommen, macht Krug gleich weiter: "Wenn ich mir die Regionalliga West anschaue, wird mir übel. Ich bin heilfroh, dass wir nicht aufgestiegen sind. Auch Münster oder Essen werden sich umschauen. Wenn sie nicht von Anfang oben mitmischen, kommen doch keine Zuschauer. Denn unattraktiver geht es mit Mainz II doch gar nicht."

Krugs Fazit: "Wir werden nicht dabei mitspielen, auch wenn wir dann vielleicht keine große sportliche Rolle einnehmen werden. Die NRW-Liga ist relativ attraktiv, auch wenn sich Dattenfeld nicht auf Hamm freut und umgekehrt. Aber daran wird man sich gewöhnen."

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