Das beschauliche 28.000 Seelen-Städtchen Donaueschingen ist seit Dienstag um eine Attraktion reicher.

BVB: Der Kader im Blick: Karten werden neu gemischt

Owomoyela in der Warteschleife, Sadrijaj zeigt Offensivwirbel

Matthias Dersch
10. Juli 2008, 16:33 Uhr

Das beschauliche 28.000 Seelen-Städtchen Donaueschingen ist seit Dienstag um eine Attraktion reicher.

Jürgen Klopp und seine Borussen wählten den baden-württembergischen Ort, um in acht Tagen die Grundlagen für den anstehenden Tanz auf den drei Hochzeiten Meisterschaft, DFB-Pokal und UEFA-Cup zu schaffen. Dort, wo aus den beiden kleinen Flüsschen Brigach und Breg der gewaltige Strom der Donau entspringt, soll auch aus den 24 Kickern des schwarz-gelben Kaders, die die Reise in den Süden Deutschlands antraten, eine große und vor allem funktionierende Einheit heranwachsen.
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Das Team, das in der vergangenen Spielzeit die schlechteste Platzierung seit 20 Jahren erreichte, soll künftig unter Klopp „Vollgas-Veranstaltungen“ abliefern und „alles raus hauen“, was in ihr steckt. Sicher keine leichte Aufgabe für den früheren Mainzer, die durch die anstehende Integration von insgesamt sieben Neuzugängen nicht einfacher wird. RevierSport gibt einen Überblick über den derzeitigen Stand der Vorbereitung und die Positionskämpfe im Kader.

Tor:

Die Torwartfrage bei der Borussia stellt sich nicht. Roman Weidenfeller ist nach seinem Seuchen-Jahr in der vergangenen Saison wieder voll im Training, zieht alle Einheiten komplett durch und ist daher als Nummer eins gesetzt. Marc Ziegler, der in der Vergangenheit vor allem im Pokal bewies, ein zuverlässiger Ersatzmann zu sein, wird ohne Murren auf der Ersatzbank Platz nehmen und beharrlich auf seine Chance lauern. Lukas Kruse, aus Paderborn nach Dortmund gestoßen, ist als dritter Profi-Keeper eingeplant. Der 25-Jährige wird zunächst allerdings bei der Zweitvertretung in der Regionalliga die Lücke schließen, die Marcel Höttecke aufgrund seiner langen Verletzungspause (Kreuzbandriss) hinterlassen hat.

Abwehr:

Die Abwehr ist der Mannschaftsteil, in dem die größten Veränderungen stattgefunden haben. Mit Christian Wörns (Vertragsende) und Martin Amedick (1. FC Kaiserslautern) verließen zwei Innenverteidiger den Kader. Markus Brzenska, der mit dem MSV Duisburg in Verbindung gebracht wird, könnte dem Duo folgen. Dafür wurde der Kader mit Felipe Santana (22) und Neven Subotic (19) deutlich verjüngt. Neuzugang Patrick Owomoyela soll nach seiner eher unglücklich verlaufenen Zeit bei Werder Bremen wieder zur alten Form, die ihn einst in die Nationalelf geführt hat, zurückfinden und vor allem Antonio Rukavina auf dem rechten Flügel Druck machen.
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Bis jetzt konnte der Ex-Bielefelder allerdings noch nicht mit dem Team trainieren, da er weiter von einer hartnäckigen Schleimbeutel-Entzündung ausgebremst wird. Eine genaue Tendenz, welche Vierer-Formation Klopp am ersten Spieltag in Leverkusen aufs Feld schicken wird, lässt sich nach der ersten Trainingswoche erwartungsgemäß noch nicht ablesen. Robert Kovac, dessen verlängerte Ferien am kommenden Dienstag enden, dürfte allerdings dank seiner Erfahrung leichte Vorteile gegenüber den Youngstern Mats Hummels, Subotic und Santana haben. Dede ist als Linksverteidiger vorerst gesetzt, zumal Marcel Schmelzer, der zuletzt in der Zweitvertretung die linke Seite beackerte, noch keine vollwertige Alternative darstellt.
Mittelfeld:

Noch ist der BVB auf der Suche nach einem flexiblen Mittelfeldspieler, der vor allem auf der „Sechs“, aber auch auf dem linken Flügel einsetzbar ist. Gemeinsam mit dem früheren Karlsruher Tamas Hajnal soll der neue Mann dort für frischen Wind sorgen. Sebastian Kehl, einer der unumstrittenen Führungsfiguren im Kader, dürfte seinen Platz in der ersten Elf sicher haben. Auch Tinga hat dank seinen starken Leistungen in den letzten Monaten leichte Vorteile gegenüber der Konkurrenz. Beide könnten gemeinsam die aus der Nationalelf bekannte „Doppelsechs“ vor der Abwehr bekleiden, die in Klopps System die Basis für eine geordnete Defensive bilden soll. Bleibt derzeit eine freie Stelle, um die sich in erster Linie Florian Kringe, Jakub „Kuba“ Blaszczykowski und Giovanni Federico balgen. Verbesserte Chancen für das Trio würden sich allerdings ergeben, wenn der BVB künftig mit nur einer echten Spitze auftritt.

Sturm:

Bereits im letzten Jahr war die Offensive eine der Stärken der Borussia, entsprechend wenig wurde in diesem Bereich getan. Einzig Bajram Sadrijaj (TSG Thannhausen) stieß neu dazu, ist aber eher eine Alternative für die Regionalliga. Der 21-Jährige sorgte beim Halleluja-Cup in Wattenscheid zwar für reichlich Angriffswirbel, könnte aber noch mannschaftsdienlicher agieren. Mladen Petric, der sich derzeit noch im EM-Urlaub befindet, dürfte in vorderster Front einen Bonus besitzen, auch wenn er in der Saison-Spätphase und auch bei der Europameisterschaft Formschwächen offenbarte. Nelson Valdez und Diego Klimowicz kämpfen, zumindest bis Alex Frei wieder fit ist, um den Platz neben dem Kroaten.

Autor: Matthias Dersch

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