Dynamik, Schnelligkeit, Zug zum Tor – alles Eigenschaften, die in der letzten Saison im Dortmunder Mittelfeld teilweise schmerzlich vermisst wurden.

BVB: Hajnal füllte freie EM-Zeit mit TV-Studium

„Durch den Trainerwechsel hat sich für mich nichts geändert“

Matthias Dersch
09. Juli 2008, 08:35 Uhr

Dynamik, Schnelligkeit, Zug zum Tor – alles Eigenschaften, die in der letzten Saison im Dortmunder Mittelfeld teilweise schmerzlich vermisst wurden.

Um das zu ändern, lotste der BVB bereits frühzeitig Tamas Hajnal vom Badischen nach Westfalen. Der 27-Jährige, in der vergangenen Saison mit acht Toren und neun Vorlagen Topscorer beim Karlsruher SC, verkörpert nämlich genau jene Attribute, die zuletzt fehlten.

„Ich setze mich nicht unter Druck, was genaue Ziele angeht“, lässt sich der ungarische Nationalspieler allerdings nicht von der Erwartungshaltung, die jedem neuen „Regisseur“ des BVB entgegenschlägt, einschüchtern. Der frühere Lauterer weiß was er kann, und möchte genau das umsetzen: „Ich will der Mannschaft mit guten Leistungen helfen, das wird von mir verlangt. Konkret bedeutet das, dass ich immer auf Ballhöhe sein werde und mein Spiel durchziehe.“

Beim ersten lockeren Trainingsspiel im Signal Iduna Park deutete er bereits an, was es künftig bedeuten könnte, wenn der 1,68 Meter „kleine“ Dauerläufer seine Ankündigung wahr macht: Mit Tempo-Dribblings, einem enormen Laufpensum und brillanter Technik ließ er die 9000 Fans mit der Zunge schnalzen und bewies mit seinem Treffer zudem, dass er bereits weiß, wo in seinem neuen Wohnzimmer die Tore stehen.

Ein Auftakt nach Maß also, für den beidfüßigen Offensiven jedoch erst der erste Schritt: „Es stand am nächsten Morgen sogar alles in den ungarischen Zeitungen, das gibt natürlich Selbstvertrauen. Aber wir müssen jetzt daran arbeiten, die Sympathien, die uns entgegen gebracht wurden, durch entsprechende Leistungen zurückzuzahlen.“

Dabei spielt es für Hajnal auch keine große Rolle, ob der Coach nun Thomas Doll, wie noch zur Zeit seiner Vertragsunterzeichnung, oder Jürgen Klopp heißt: „Durch den Trainerwechsel hat sich für mich eigentlich nichts geändert. Ich hatte in der Sommerpause ein sehr gutes Gespräch mit Jürgen Klopp, indem er mir gesagt hat, dass er auf mich baut. Jetzt liegt es an mir, dieses Vertrauen auf dem Platz zurückzugeben.“

Zur besseren „Vorbereitung“ auf seinen neuen Chef zwang der frühere Schalker seine Familie beim Heimaturlaub sogar zum Programmwechsel: „Normalerweise haben wir die Partien der Europameisterschaft im ungarischen Fernsehen verfolgt, aber mit der Satelliten-Antenne bei meinen Eltern konnte ich auch deutsche Sender empfangen. Die dortigen Analysen von meinem neuen Trainer haben mir sehr viel Spaß gemacht.“

Autor: Matthias Dersch

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