FCR: DFB-Pokal ist eine "Schmecklecker-Mahlzeit"

og
25. März 2006, 10:08 Uhr

Am Sonntag knallt es - und zwar richtig laut! Das DFB-Pokalhalbfinale gegen den 1.FFC Frankfurt steht ab 11 Uhr (!) Homberger PCC-Stadion an, kein normales Spiel, zwei Teams treten gegeneinander an, zwischen denen es immer knistert.

Am Sonntag knallt es - und zwar richtig laut! Das DFB-Pokalhalbfinale gegen den 1.FFC Frankfurt steht ab 11 Uhr (!) Homberger PCC-Stadion an, kein normales Spiel, zwei Teams treten gegeneinander an, zwischen denen es immer knistert. Der FCR will unbedingt ins 27. DFB-Pokalfinale, das am 29.April (16.30 h) im Berliner Olympia-Stadion über die Bühne geht (Live im ZDF). Ehemals ging es um eine aus 925er Silber gefertigte Dokumentenrolle mit einem Lorbeerzweig, heutzutage um eine 1994 vom Rodenbacher Goldschmied und Designer Adolf Kunesch geschaffene drei Kilogramm schwere und einen Wert von 10000 Euro habende Trophäe, die etwa 45 cm hoch ist und ein Fassungsvermögen von rund vier Litern hat.
Renommee pur, mediale Präsenz und nicht zu vergessen, ein richtig warmer Regen für die Vereinskasse. "Am kommenden Sonntag schaut ganz Frauenfußball-Deutschland nach Homberg", ist sich Duisburgs Vorsitzender Ferdi Seidelt absolut sicher. Kein Wunder, der amtierende deutsche Meister stellt sich dem Verfolger, der selbst am Ende der Spielzeit den Lorbeer haben möchte. Sogar der doppelte ist noch möglich, schließlich trifft man sich auch noch in der Meisterschaft - es könnte ein echtes weiteres Finale werden - am 5. Juni. Wenn vorab auswärts das Duell mit Turbine Potsdam (23. April), dem amtierenden Pokalsieger, der sich mit dem FC Bayern München zur andere Vorschlussrunde trifft, gut ausgeht. Das Meisterschaftsmatch Potsdam gegen den FFC Frankfurt ist für den 14. Mai datiert, vorher steht noch das Hinrundenmatch der beiden anderen Spitzenteams am 15. April an. Also: Alles noch drin!
Das zweite DFB-Pokalhalbfinale birgt ungeheure Prickelei. Kein Wunder, die bajuwarischen Kickerinnen werden von den Verantwortlichen in der Metropole zweifellos mächtig angestachelt, schließlich wollen Manager Uli Hoeneß und Co in der Bundeshauptstadt die ganz große Show abziehen, die Herrentruppe steht auch kurz davor, das Ticket für Berlin zu lösen. Somit könnte es für die Bayern zum doppelten Triumph werden. Und für den Konkurrenten der Frauenmannschaft - das will der FCR unbedingt sein - eine zusätzliche Erfahrung. Denn dann - die Prognose ist nicht gewagt - dürfte das Frauenfinale nicht zur Randerscheinung verdammt sein, sondern auch zehntausende von (Bayern-) Fans locken.
Der FCR hat allen Grund, sich mit selbstbewusster Vehemenz in die 90 bis 120 Spielminuten am Sonntag zu stürzen, auch in ein potenzielles Elfmeterschießen. "Seit 31 Pflichtspielen ungeschlagen", nennt Seidelt einen Mut machenden Aspekt für die Auswahl von Trainer Dietmar Herhaus, spricht vom Gegner als "Übermannschaft 1.FFC Frankfurt", und dass beängstigende "über tausend A-Nationalmannschaft-Einsätze im PCC-Stadion auflaufen werden." Die standen auch schon im Hinspiel auf dem Feld, dort führte der FCR schon 2:0, ließ alledings noch die Egalisierung zu. Aber Seidelt wäre nicht Seidelt, wenn er nicht gleichzeitig von den "jungen Wilden" schwärmen würde, die sich um FCR-Keeperin Silke Rottenberg, Torjägerin Inka Grings und Abehrstrategin Annike Krahn tummeln, die laut Seidelt "mehr als heiß auf die Partie sind."
Der hauptberufliche Journalist reibt sich diebisch die Hände, das PCC-Stadion sollte supergut gefüllt sein, wer in Duisburg durch so was nicht zu elektrisieren ist, der dürfte schon bedenklich nach Erde riechen. Seidelt spricht davon, dass "dieSchmecklecker-Mahlzeit angerichtet ist." Angesagt haben sich Repräsentanten von DFB, WFLV, LSB, FVN und SSB, aber auch alle Sponsoren und die Stadtspitze werden sich am Rheindeich ein Stelldichein geben.
Und den "Großkopferten" soll nach den Pokalerfolgen über SuS Timmel (6:0), dem 3:2 n.V, in Bad Neuenahr sowie dem Viertelfinal-Erfolg zuhause gegen den Hamburger SV n.V. (4:2) der Skalp der Frankfurterinnen präsentiert werden. Die Hessinnen schlugen vorab SC Freiburg (3:0), Brauweiler (5:0) und 1. FC Saarbrücken (12:0). Übrigens bleibt das PCC-Stadion auch weiterhin die Bühne für den FCR, der Kooperations-Vertrag mit dem Nordrhein-Oberligisten VfB Homberg wurde am gestrigen Abend verlängert.

Autor: og

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