FCR: Keeper-Suche, Meilenstein Neuenahr, Natio-Ausverkauf

og
04. März 2006, 11:46 Uhr

Das stößt ganz bitter auf! RS berichtete am vergangenen Sonntag online über den Wechsel von Keeperin Silke Rottenberg in Richtung 1.FFC Frankfurt. Der Abgang tut weh. "Ich bin jetzt 34 Jahre alt und weiß, dass ich nicht mehr lange Fußball spielen kann. Ich habe mich beim FCR immer wohl gefühlt und werde bis zum Saisonende alles für den Verein geben", lautet die logische Ankündigung der Nationaltorhüterin.

Das stößt ganz bitter auf! RS berichtete am vergangenen Sonntag online über den Wechsel von Keeperin Silke Rottenberg in Richtung 1.FFC Frankfurt. Der Abgang tut weh. "Ich bin jetzt 34 Jahre alt und weiß, dass ich nicht mehr lange Fußball spielen kann. Ich habe mich beim FCR immer wohl gefühlt und werde bis zum Saisonende alles für den Verein geben", lautet die logische Ankündigung der Nationaltorhüterin.
Am 26.März gastiert Frankfurt im Homberger PCC-Stadion, um gegen den FCR das DFB-Pokalhalbfinale auszuzocken. Für Rottenberg eine Chance, ihrem zukünftigen Arbeitgeber viel Renommee, den Einzug ins Berliner Finale, zu verhageln. Ganz davon abgesehen, dass auch der deutsche Titel noch lange nicht wieder in der Bankenmetropole sein muss. Auch auf diesem Terrain hat Rottenberg mit dem FCR noch eine prima Möglichkeit. "Es waren nicht finanzielle, sondern sportlich-berufliche und private Gründe, die mich zu diesem Schritt bewegten." Rottenberg wechselt in die Nähe zur Wahlheimat Oggersheim und zum DFB - hier ist sie bereits als Torwarttrainerin für die U21 aktiv gewesen. RS kündigte diese mitentscheidenden Aspekte bei der Wahl eines nächsten Engagements bereits an. "Der FCR respektiert diesen Schritt und freut sich über das Kompliment der Spielerin, dass in Duisburg Struktur und Zukunft stimmen", erklärt Club-Boss Ferdi Seidelt mit warmen Worten, wird allerdings hinter verschlossener Tür eine gewaltige Frustmiene zeigen. Sportvorstand Dieter Oster: "Silke ist ein Profi und sie handelt professionell. Wir haben das zu akzeptieren." Weil man keine andere Wahl hat! Cheftrainer Dietmar Herhaus: "Es ist okay, dass wir frühzeitig Bescheid wissen. So können wir in Ruhe, wenn auch engagiert, die Torwartfrage 2006/2007 angehen."
Sowie auch die Personalien Inka Grings (München und Schönebeck wollen zuschlagen) und Annike Krahn, zwei weitere Nationalspielerinnen. Ein Doppelpack - Rottenberg und Shelley Thompson (Hamburger SV) - sitzt schon auf gepackten Koffern, die beiden anderen sollten nicht von dannen ziehen, sonst platzt Osters Argument von Struktur und Zukunft ganz fix. Auf jeden Fall hätte die Zukunft dann nichts mit echtem Spitzenkampf zu tun, und den will man beim FCR unbedingt, sonst wäre ständig proklamiertes progressives Denken lediglich eine Luftblase. Von einer Linda Bresonik wurde sich während der Spielzeit getrennt, alles im Zuge von Disharmonien. Rein sportlich zweifellos ein Verlust. Andererseits: Jeder Abgang öffnet Chancen für bis dato vielleicht blockierte Talente.
Utopie ist der Traum einer weiteren Mitgliedschaft in der Bundesliga für den FSV Frankfurt. Am Main gewann Duisburg mit 4:0, nichts anderes hätte passieren dürfen. Trotzdem streichelte seelisch nur die von Seidelt konstatierte "Wehmut am Bornheimer Hang, der traditionsreiche FSV wird mit Ende der Saison die bel étage des deutschen Frauenfußballs verlassen." Die Leistung stellte die Verantwortlichen sichtlich nicht zufrieden: "Das war nichts", grimmte Herhaus vor sich hin, "auch wenn wichtige Leistungsträgerinnen im Angriff nicht zur Verfügung standen, hätte einfach mehr kommen müssen." Am Samstag, 4. März, 18 Uhr, erwartet der FCR im PCC-Stadion den SC Bad Neuenahr. Seidelt: "Sicherlich ein anderes Kaliber." Bis dahin sollte sich das Lazarett beim FCR gelehrt haben, auch in diesen 90 Minuten - vielleicht wieder mit Grings - ist ein Dreier Pflicht, damit Rottenberg sich tatsächlich nett aus Duisburg verabschieden kann.

Autor: og

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