„Im ersten Moment war ich völlig baff“, verschlug es Detlef Iwanowski die Sprache, als der 1. Vorsitzende der Rollhockeyabteilung der ERG Iserlohn arglos die neu eingegangenen Emails durchging und dabei auf Post aus Spanien stieß.

Rollhockey: ERG Iserlohn reist zur WM der Vereine

Nach „Schock“ jetzt „Feuer und Flamme“

08. Juli 2008, 10:45 Uhr

„Im ersten Moment war ich völlig baff“, verschlug es Detlef Iwanowski die Sprache, als der 1. Vorsitzende der Rollhockeyabteilung der ERG Iserlohn arglos die neu eingegangenen Emails durchging und dabei auf Post aus Spanien stieß.

„Einladung zur Weltmeisterschaft der Vereinsmannschaften“ stand dort dick im Betreff, Absender war der spanische Vizemeister Reus Deportiu.
Zunächst dachte der ERGI-Chef noch an einen Scherz, doch zwei, drei Telefonate brachten dann schnell die Gewissheit: „Die Email aus Spanien war echt." Vom 20. bis 29 September reist die ERG Iserlohn nun also als Deutscher Meister an die Costa Dorada, um sich dort mit fünfzehn weiteren Vereinsmannschaften aus aller Welt zu messen.

„Es ist das erste Mal überhaupt, dass ein deutsches Team zu dieser Veranstaltung eingeladen wird“, bemerkt Trainer Detlef Strugala mit großem Stolz – und gibt zu, dass er damit nach zahlreichen nationalen Titeln, Erfolgen mit der Nationalmannschaft und der Teilnahme an der Champions League gegen den FC Barcelona einen neuen Höhepunkt in seiner Laufbahn erreicht hat. „Als ich die Nachricht den Spielern weitergab, waren die sofort Feuer und Flamme und hätten sich am liebsten gleich in den Flieger gesetzt. Die können es gar nicht mehr erwarten.“

Dass die Club-WM wird in diesem Spätsommer in Spanien ausgetragen wird, wusste Strugala nur ungefähr, „ich hätte ja niemals damit gerechnet, dass wir daran teilnehmen könnten“. Doch die Email aus Reus belehrte ihn nun eines besseren: Als nationaler Meister haben die Iserlohner Startrecht – und werden dies selbstverständlich auch wahrnehmen. „Wann erhält man denn sonst die Gelegenheit, gegen Südamerikaner, Afrikaner oder US-Teams zu spielen?“ Diese Chance lässt sich bei der ERGI niemand mehr nehmen.

Nachdem der erste „Schock“ überwunden war, hieß es erst einmal Erkundigungen über das Turnier einholen, dass immerhin über eine ganze Woche ausgetragen wird. Auf der Internetseite des spanischen Verbandes wurden die Rollschuhflitzer nach akribischer Recherche, an der auch ein Großteil der Spieler beteiligt war, fündig.

In Reus sind demnach neben dem Titelverteidiger von 2006 die europäischen Meister aus Spanien, Italien, Portugal, Frankreich, Deutschland und der Schweiz auch der Gastgeber und der Champions-League-Sieger vertreten. Aus Südamerika reisen die Titelhalter von 2007 aus Brasilien, Chile und Argentinien an, dazu kommt der Südamerika-Champion. Der US-Meister sowie zwei afrikanische Teams komplettieren schließlich das 16er-Feld. Gespielt wird zunächst in Vierer-Gruppen, wobei sich die beiden erstplatzierten Teams für das Viertelfinale qualifizieren. „Die Dritten und Vierten spielen aber eine Platzierungsrunde aus“, betont Strugala, dass keinem Team eine vorzeitige Abreise droht.

Ein Blick auf die Gruppenauslosung macht den ERGI-Cracks dabei Hoffnungen, sich eventuell sogar unter die besten achte Teams der Welt zu mischen, denn neben dem dritten der spanischen Meisterschaft (Meister FC Barcelona ist zugleich Champions-League-Sieger, Reus als Vizemeister zugleich Gastgeber, so dass Liceo nachrückt) sind der brasilianische Meister Sertaozinho sowie das US-Team Decatur die Gruppengegner des heimischen Rollhockey-Bundesligisten. „Wir kennen zwar nur die Spanier, halten die beiden anderen Teams aber durchaus für machbare Aufgaben“, schätzt Strugala die Chancen gut ein, wobei er von seinen Erfahrungen mit den jeweiligen Nationalmannschaften Brasiliens und der USA ausgeht.

Autor:

Kommentieren