Trotz des heute anstehenden Halleluja-Cups im Lohrheide-Stadion wird RWE-Coach Michael Kulm seine Kabinenansprache nicht in eine Predigt wandeln, gemeinsam gebetet wird wohl auch nicht.

RWE: Kulm mit 22 Leuten zum heutigen Halleluja-Cup

Kommunikation und Detailarbeit

Oliver Gerulat
06. Juli 2008, 10:58 Uhr

Trotz des heute anstehenden Halleluja-Cups im Lohrheide-Stadion wird RWE-Coach Michael Kulm seine Kabinenansprache nicht in eine Predigt wandeln, gemeinsam gebetet wird wohl auch nicht.

"Wir fahren mit 22 Leuten dort hin, ich will, dass alle auch ein paar Minuten zum Einsatz kommen", lautet seine nüchterne Ansage. Dementsprechend wurde das Vorbereitungsprogramm zum Beispiel am Samstag natürlich nicht besonders abgeändert. Es gab viele Passeinheiten verbunden mit ständiger Bewegung und eingebauten Hindernessen. Parallel arbeitete Thorsten Albustin mit den beiden Keepern André Maczkowiak und Robin Himmelmann.

Ein entscheidender Punkt ist die permanente Kommunikation. Vor allen Dingen David Czyszczon war über den gesamten Platz zu hören. Kulm: "David ist alleine von der Statur her und auch durch sein Verhalten ein wichtiger Akteur für die Mannschaft. Er trainiert so spielnah wie möglich. Genau das fordere ich ein. Er spricht mit den Talenten, das ist super."[box_rsprint]

Der A-Lizenzinhaber demonstrierte aktiv die Übungen, vor allen Dingen als es darum ging, zu verschieben. Sobald es hakte, unterbrach er den Ablauf, um zu korrigieren. Dazu forderte er die verbale Steuerung. "Es darf nicht dazu führen, dass alle rumbrüllen. Es verteilt sich auf die Positionen. Stefan Kühne auf der Sechs, die Lorenz-Brüder in der Innenverteidigung, oder David. Genau das ist auch ihre Aufgabe."

Nicht funktionierende Details sehen Kulm und "Co" Ralf Außem, die auch ständig die Positionen rund um das Geschehen wechseln. Kulm: "Es sind oft Kleinigkeiten oder Momente, die darüber entscheiden, ob man in Ballbesitz ist und den Angriff fortführen kann oder ob die Aktion unterbrochen wird." Wichtig ist dem ehemaligen Bochumer, schon im Training so zu agieren wie auch beim Ernstfall. "Wenn man diese Dinge frühzeitig anspricht, wissen alle auch, warum wir das machen. Wir haben schließlich einen Plan, der dahinter steckt, den wir vermitteln müssen." Und die Rädchen greifen, davon ist der dreifache Vater überzeugt. "Die Jungs merken schon in der Anfangsphase, dass ich gewisse Dinge gar nicht mag. Wichtig ist, dass wir schnell zueinander finden."

Deshalb integriert Kulm seit der ersten Vorbereitungseinheit schon die gewünschten spielerischen Momente. "Fußball ist komplex. Ich finde es nicht angebracht, in den 14 Auftakt-Tagen nur in den Wald zu gehen, danach nur im Kraftausdauerbereich zu arbeiten, danach nur in der Schnelligkeit. Diese Blockbildung behagt mir nicht." Dass Fußballer besser funktionieren, wenn ständig der Ball mit im Angebot ist, war noch nie ein Geheimnis. Kulm: "Auch in den Vorbereitungsspielen wollen wir die Dinge haben, die wir jetzt schon trainieren. Klar schwitzen wir auch, aber wenn man so viele Einheiten macht, findet man immer wieder die Zeit, andere Dinge mit einfließen zu lassen."

Die Mannschaft erhält Strukturen, ständig sieht man die Kicker, wie sie sich abklatschen, aufmuntern, antreiben. Kulm: "Das gefällt mir, die Spieler arbeiten mit, damit das Team schnell auf dem Platz zu erkennen ist. Man sieht, wie zum Beispiel ein Routinier wie Markus Kurth mit den anderen spricht, das funktioniert auch positiv außerhalb des Platzes." Auf dem Feld muss dann die Umsetzung in Treffer erfolgen, wie von Sascha Mölders im Abschlussspiel, als er einen schicken Heber anbrachte. Kulm registrierte das ganz genau: "Ich erkenne schon gute spielerische Momente. So ein Tor muss man auch im Training erst einmal erzielen."

Autor: Oliver Gerulat

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