Tage später! Ein Abschied als Startschuss, Martina Voss absolvierte ihren letzten Auftritt, der FCR 2001 Duisburg schreibt jetzt neue Geschichtskapitel ohne seine Identifikationsfigur. Eine Personalie, die den Club nicht mehr aufwühlen wird, schließlich konnte sich der DFB-Pokal-Finalist lange genug auf die Neuordnung vorbereiten.

FCR DUISBURG: Pokalfinale ohne Frauen?

og
25. Juli 2003, 15:06 Uhr

Tage später! Ein Abschied als Startschuss, Martina Voss absolvierte ihren letzten Auftritt, der FCR 2001 Duisburg schreibt jetzt neue Geschichtskapitel ohne seine Identifikationsfigur. Eine Personalie, die den Club nicht mehr aufwühlen wird, schließlich konnte sich der DFB-Pokal-Finalist lange genug auf die Neuordnung vorbereiten.

Tage später! Ein Abschied als Startschuss, Martina Voss absolvierte ihren letzten Auftritt, der FCR 2001 Duisburg schreibt jetzt neue Geschichtskapitel ohne seine Identifikationsfigur. Eine Personalie, die den Club nicht mehr aufwühlen wird, schließlich konnte sich der DFB-Pokal-Finalist lange genug auf die Neuordnung vorbereiten. Grund genug jedoch, sich mit Club-Boss Ferdi Seidelt zu unterhalten.

Ferdi Seidelt, Tage nach dem emotionalen Voss-Abschied! Eine Kultfigur trat ab - auch eine Chance für den FCR 01, neue Strukturen aufzubauen?
Nach Martina Voss ist vor Martina Voss! Eine der weltbesten Fußballerinnen nicht mehr in kurzen Hosen zu sehen, darf nicht bedeuten, dass wir den Kopf in den Sand stecken. Alle Kraft voraus im berechtigten Glauben daran, den Voss-Glanz von gestern schon bald wieder, wenn auch in anderer Form, darzustellen.

Wer ist die neue Voss?
Die gibt es noch nicht, aber Martinas Geist wird weiterleben. Voss-Tugenden wie Leitwolf, Führungsspiel, unbedingte Gewinner-Mentalität finden sich in mehr oder minder großen Volumina bei unseren Nationalspielerinnen, aber auch bei unseren jungen Wilden. Coach Jürgen Krust wird gewissermaßen eine Mehr-Personen-Voss bauen. Das können nur Top-Trainer wie er.

Im Sonderheft spricht Krust davon, den Verein unbedingt noch weiter auszubauen, Ehrenamtlichkeit braucht weitere Unterstützung. Sehen Sie Signale im Umfeld?
Gott sei dank ja. Die Ein-, Zwei- oder Drei-Mann-Show von einst ist passé. In den letzten Monaten stießen aufgrund der seriösen, professionellen und dynamischen Strukturen immer mehr Freunde zu uns. Die Berlin-Organisation, das Voss-Spiel, der Umzug nach Homberg - der neue FCR schultert das. Tendenz nach oben. Das ist gut so, denn in der Wiederaufbauphase hauten speziell Uschi Baak und ich so an die tausend Jahresstunden Ehrenamt raus. Das wird sich normalisieren.

Für den sich immer weiter entwickelnden deutschen Frauenfußball, selbst das Wort Profitum wird nicht mehr schüchtern ausgesprochen, braucht man vor allen Dingen eines: Kohle. Was macht der Sponsorenpool. Wird er tiefer?
Frauenfußball-Bundesliga ist ein Premium-Produkt. Wir haben zu unseren Haupt- und Nebensponsoren Sparkasse Duisburg beziehungsweise König Pilsener, Baak-Schuhe, Baumschulen Moldenhauer, Billit, EMC, Mercedes-Benz, Terstappen etc. neue Gönner gefunden. Weitere hochkarätige Unterstützung steht kurz vor dem Abschluss.

Wie wichtig sind die neuen "Steine", das neue Stadion?
Beim Voss-Spiel sagte DFB-Direktor Willi Hink zu DFB-Vizepräsident Engelbert Nelle: "Jeder Bundesligist in einem solchen Stadion, das wär's!" Ich gehe noch einen Schritt weiter: Das PCC-Stadion unseres mehr als kooperativen Partners VfB Homberg ist das Beste der Frauen-Liga. Jetzt erfüllen wir den 100-Punkte-Katalog des DFB bis auf das letzte Komma.

Sie kommen gerade aus Berlin. Bewahrheitet sich die Prognose, das Frauen-Endspiel im DFB-Pokal könnte tatsächlich nicht mehr zum Rahmenprogramm der "Kerle" gehören und auf den Freitag verbannt werden? Wenn ja, Katastrophe?
War schon in Berlin ein heißes Thema. Wir wurden beruhigt: Liefert ein gutes Spiel ab, dann bleibt es! Das Finale war okay, wenn jetzt gegen die Frauen gearbeitet wird, gehe ich in den Infight. Frauenfußball ohne Berlin - zur Zeit undenkbar.

Autor: og

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