Am 1. Juli 2007 beerbte Guido Tann den damaligen Vorstandsvorsitzenden der SG Wattenscheid 09, Prof. Dr. Rüdiger Knaup. Zum damaligen Zeitpunkt war man knapp einer Insolvenz entgangen, sogar Pläne zur Neugründung des Klubs lagen auf dem Tisch. Diese verschwanden jedoch schnell wieder in der Schublade. Mittlerweile ist ein Jahr vergangen. Zeit, Bilanz zu ziehen.

Wattenscheid: Tann feiert Jubiläum und zieht Bilanz

"Regionalliga ist eine Totgeburt"

pozo
30. Juni 2008, 18:20 Uhr

Am 1. Juli 2007 beerbte Guido Tann den damaligen Vorstandsvorsitzenden der SG Wattenscheid 09, Prof. Dr. Rüdiger Knaup. Zum damaligen Zeitpunkt war man knapp einer Insolvenz entgangen, sogar Pläne zur Neugründung des Klubs lagen auf dem Tisch. Diese verschwanden jedoch schnell wieder in der Schublade. Mittlerweile ist ein Jahr vergangen. Zeit, Bilanz zu ziehen.

Herr Tann, ein Jahr ist vorüber. Wie lautet Ihr Fazit?

Das war kein einfaches Jahr für den gesamten Vorstand und alle Mitarbeiter im Verein. Aber ich denke, man kann inzwischen auch als Außenstehender erkennen, dass der Klub noch lebt und in eine bessere Zukunft schaut.

Mit welcher Motivation sind Sie vor zwölf Monaten angetreten und wie stellt sich die aktuelle Situation des Klubs dar?

Herzblut. Ich verfolge die Spiele der 09er seit meiner frühesten Jugend, habe also den Weg vom Fan zum Vorsitzenden hinter mir. Finanziell ist alles in trockenen Tüchern, der Etat für die kommende Saison ist gesichert. Sicherlich gibt es noch vereinzelt Altlasten, die aber in naher Zukunft beseitigt werden können. Daran arbeiten wir mit Hochdruck.

Man hat den Eindruck, dass es sich in letzter Zeit zumindest wesentlich ruhiger arbeiten lässt.

Das ist auch so. Gerade das Freundschaftsspiel gegen Schalke am 9. Juli ist ein wichtiger Faktor zur Deckung des Etats. Damit können wir ein wenig beruhigter in die Zukunft gehen.

Wie wirkt sich der Auftieg in die NRW-Liga auf die Kassenbücher aus?
Ehrlich gesagt, ist es nicht so, dass wir nun auf großem Fuße leben können. Eher im Gegenteil. Die Einnahmensituation verändert sich geringfügig ins Positive, dafür wächst natürlich auch der Betrag auf der Ausgabenseite.

Was erhoffen Sie sich sportlich von der Saison?

Sportlich erwarte ich, dass unsere junge Mannschaft eine gute Rolle spielen wird. Als Aufsteiger wird man es da natürlich nicht einfach haben, aber ich gehe aufgrund der guten kontinuierlichen Arbeit unseres Trainerteams davon aus, dass wir im Mittelfeld der Liga landen werden.

Und langfristig? Kann man sich bei der derzeitigen Zusammensetzung der Regionalliga West einen Aufstieg – irgendwann in Zukunft – überhaupt erlauben?

Man muss die Entwicklung der neuen Regionalliga erstmal abwarten. Momentan bin ich jedoch davon überzeugt, dass der Verein in der NRW-Liga wesentlich besser aufgehoben ist als in der Regionalliga. Die Fernsehgelder, die dort ausgeschüttet werden, sind da sicherlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn man bedenkt, dass man schon fast ein Profi-Team aufbieten muss. Viele Auswärtsspiele sind mit früher Anreise und Übernachtung verbunden. Ob die Medienpräsenz die Vermaktungsmöglichkeiten im Sponsoringbereich dementsprechend erhöht, wage ich zu bezweifeln. In meinen Augen ist die Regionalliga schon jetzt eine Totgeburt.

Autor: pozo

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