Ein Scheitern der deutschen Mannschaft in der EM-Vorrunde hätte nach Einschätzung von Nationalspieler Christoph Metzelder das Ende der Ära von Bundestrainer Joachim Löw bedeutet.

Metzelder sah die Arbeit von Trainer Löw gefährdet

Der Glaube an Klinsmann

sid
25. Juni 2008, 10:55 Uhr

Ein Scheitern der deutschen Mannschaft in der EM-Vorrunde hätte nach Einschätzung von Nationalspieler Christoph Metzelder das Ende der Ära von Bundestrainer Joachim Löw bedeutet.

"Es ging um die Legitimation der gesamten Arbeit der vergangenen Jahre", sagte der Abwehrspieler von Real Madrid in einem Interview mit der Zeit: "Wir wussten alle, dass keiner der Verantwortlichen irgendeinen Zweifel daran hat, was hier geleistet wurde und wird. Wir wussten aber auch, dass es im Fußball schon oft Situationen gegeben hat, wo der öffentliche Druck auf Entscheidungsträger so groß geworden ist, dass diese Wertschätzung dann nicht mehr entscheidend war."

Metzelder, der seit einem Jahr in Spanien für Real spielt, übte zudem Kritik an der Trainingsarbeit einiger Bundesligavereine: "Ich bin fest davon überzeugt, dass es wichtig ist, Fußball ganzheitlich zu praktizieren, den Spieler auch in seiner Persönlichkeit zu fordern und zu formen."

Er wisse, dass dies in vielen Vereinen nicht praktiziert werde: "Dass viele sich dem verweigern, hat oft mit einer Überheblichkeit zu tun, die ich nicht nachvollziehen kann." Viel zu oft würden "Millionen in Ergänzungsspieler investiert, statt sich einen größeren Trainerstab zu leisten", sagte der 27 Jahre alte Metzelder.

Er sei sich sicher, dass Jürgen Klinsmann als neuer Trainer bei Bayern München beweisen werde, dass sich die Methoden, nach denen die Nationalmannschaft arbeite "auf den Vereinsfußball erfolgreich übertragen" ließen.

Autor: sid

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