In der Vorrunde war das zweite Halbfinale dieser EM, Russland-Spanien, eine glasklare Sache. Nach David Villas Galavorstellung und dem 4:1-Sieg der Iberer schien für die Russen das Turnier schon in der Vorrunde zu enden.

EM: Statistiken im Vorfeld des zweiten Halbfinals

Power-Offensive von beiden Seiten

Christopher Weckwerth
24. Juni 2008, 16:27 Uhr

In der Vorrunde war das zweite Halbfinale dieser EM, Russland-Spanien, eine glasklare Sache. Nach David Villas Galavorstellung und dem 4:1-Sieg der Iberer schien für die Russen das Turnier schon in der Vorrunde zu enden.

Doch seitdem konnte Hiddinks Elf jeden ihrer Auftritte siegreich gestalten. Entscheidend dafür war neben der Rückkehr des Spielmachers Alexander Arshavin die effizientere Offensive. Denn die beiden Kontrahenten vom Donnerstag sind statistisch die angriffsfreudigsten Teams des Wettbewerbs.

Die Russen gaben die meisten Torschüsse ab, insgesamt 70 Versuche wurden registriert (das sind 17,5 pro Spiel). Gefolgt wird die Srbornaja von Spanien, das 64 Mal den Abschluss suchte. Abgeblockte Schüsse fließen nicht in die Wertung ein. Insbesondere bei den Osteuropäern zeugt die Statistik aber nicht nur von großer Spielfreude, sondern auch von der oft zu geringen Chancenverwertung, die ihnen beim 1:4 zum Verhängnis wurde. Glimpflich kamen sie beim 2:0-Erfolg gegen Schweden davon, als sie viele ihrer Kontergelegenheiten verstreichen ließen. Bis jetzt stehen bei ihnen sieben eigene Tore zu Buche.

Anders sieht es beim anderen Halbfinalisten Türkei aus. Die Türken gaben zwar weniger als die Hälfte der Torschüsse Russlands ab (32), trafen dabei aber fast genauso oft wie sie (sechs Mal). Die Elf von Fatih Terim war im Übrigen ausschließlich in der zweiten Halbzeit erfolgreich, ein Beweis für die starke Moral in der Mannschaft und den Willen, niemals aufzugeben.

Derweil zeichnet sich der erste große Trend dieser EM ab. Das Flügelspiel wird immer häufiger und erfolgreicher als Angriffswaffe gesucht. Der Beleg sind 27 von insgesamt 68 Toren, die nach Flanken erzielt wurden (das entspricht 40 Prozent). Einer der auffälligsten Vertreter dieser Entwicklung ist Russlands Linksverteidiger Yuri Zhirkov. Er gehört zu den konditionell stärksten Fußballern in Österreich und der Schweiz, seine gesamte Laufdistanz liegt bei über 47 km, und er wird immer wieder als Anspielstation gesucht. So hat er von allen EM-Spielern durchschnittlich die meisten Ballkontakte pro Spiel (95). Defensiv sicher verteidigen und gleichzeitig Akzente für die Offensive setzen: So spielt ein moderner Außenverteidiger.

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Autor: Christopher Weckwerth

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