Wenn am Mittwochabend das erste EM-Halbfinale zwischen Deutschland und der Türkei in Basel abgepfiffen wird, werden auch in den zahlreichen Public Viewing-Plätzen im Revier die Dämme brechen.

EM: Vorschau auf Deutschland-Türkei

Die Vorzeichen sprechen für Deutschland

Christopher Weckwerth
23. Juni 2008, 18:44 Uhr

Wenn am Mittwochabend das erste EM-Halbfinale zwischen Deutschland und der Türkei in Basel abgepfiffen wird, werden auch in den zahlreichen Public Viewing-Plätzen im Revier die Dämme brechen.

Tausende deutsche und türkische Anhänger werden das Spiel frenetisch verfolgen. Ein erster statistischer Blick auf das mit Spannung erwartete Duell. Einer, der das Spiel entscheiden könnte, ist Bastian Schweinsteiger. Nach seiner Unsportlichkeit gegen Kroatien und der daraus resultierenden Sperre meldete er sich mit einer Gala-Vorstellung gegen seinen persönlichen Lieblingsgegner Portugal zurück. Ein Tor selbst erzielt, die beiden anderen durch Freistöße vorbereitet – was für ein starkes Comeback.

Unermüdlich beackerte er seinen rechten Flügel und zog im rechten Moment in die Mitte zum Tor. Einen ähnlichen Aktionsradius bescheinigt die Heatmap dem Türken Colin Kazim-Richards. Bislang war er vorwiegend Joker im Team von Fatih Terim, doch bei der akuten Personalnot dürfte er gegen Deutschland wohl beginnen. Emre Belözoglu, Nihat Kahveci, Servet Cetin und Emre Güngör drohen verletzt auszufallen. Torwart Volkan Demirel ist nach seiner Roten Karte im letzten Gruppenspiel gegen Tschechien immer noch gesperrt, ebenso wie nach ihrer jeweils zweiten Gelben Karte Emre Asik, Tuncay Sanli und Arda Turan. Wichtige Säulen der türkischen Elf werden also fehlen, darunter mit Tuncay der bislang aktivste Läufer im Kader.

Bei dieser Europameisterschaft hat die Türkei bereits sechs Tore erzielt, doppelt so viele wie bei ihren beiden vorherigen Teilnahmen zusammen genommen. Kurioserweise wurde kein einziger Treffer in der ersten Halbzeit gemacht. Abgesehen von der Niederlage im ersten Spiel gegen Portugal konnte die Türkei immer einen Rückstand drehen, die Moral ist also hervorragend. Deutschland sollte daher gewarnt sein, sich nicht zu früh als möglicher Sieger zu fühlen. Obwohl die Lage so verzweifelt scheint, dass Fatih Terim sogar überlegt den dritten Torwart Tolga gegen Ende des Spiels als Stürmer einzuwechseln, werden die Türken ihren aufopferungsvollen Kampf auch am Mittwoch fortsetzen wollen.

Die „ewige“ Bilanz aller Aufeinandertreffen der beiden Nationalmannschaften spricht für das Team um Michael Ballack. In 17 Spielen siegte der dreifache Welt- und Europameister elf Mal, dreimal gab es ein Unentschieden und dreimal war die Türkei siegreich. Dabei fielen 40:10 Tore für Deutschland. Im Rahmen großer Turniere gab es nur zwei direkte Auseinandersetzungen und beide fanden bei der „Wunder-WM“ 1954 in der Schweiz statt. Die damals von Sepp Herberger tranierte Elf gewann zweimal (4:1 und 7:2).

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Autor: Christopher Weckwerth

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