Ohne Joachim Löw an der Seitenlinie und Torsten Frings auf dem Platz, dafür mit neuer Taktik und beherztem Einsatz hat die deutsche Nationalmannschaft den Einzug ins EM-Halbfinale geschafft.

EM: Spielerstatistiken zum deutschen Viertelfinale

Der weite Weg ins Halbfinale

Christopher Weckwerth
21. Juni 2008, 13:29 Uhr

Ohne Joachim Löw an der Seitenlinie und Torsten Frings auf dem Platz, dafür mit neuer Taktik und beherztem Einsatz hat die deutsche Nationalmannschaft den Einzug ins EM-Halbfinale geschafft.

Die Bergtour 2008 kann damit fortgesetzt werden. Antreiber der überzeugenden Elf war einmal mehr Kapitän Michael Ballack. Der Wahl-Londoner hatte bereits in den vorangegangenen Spielen der Euro seinen Wert in der Mannschaft unterstreichen können. Er legte jeweils die längste Laufdistanz innerhalb seines Teams zurück und wurde somit seiner Rolle, die ihm als Kapitän und Spielmacher zugedacht ist, absolut gerecht.

Gegen Portugal konnte er seine Laufleistung sogar erneut steigern. Mit über zwölf Kilometern erreichte er nicht nur den Höchstwert aller am Donnerstag eingesetzten Kicker, sondern auch einen Spitzenwert bei diesem Turnier. Nur der Türke Tuncay Sanli kam im letzten Match gegen Kroatien auf eine längere Distanz, nämlich knapp 14 km, hatte dabei aber auch zusätzlich die 30-minütige Verlängerung mit bestritten.

Als zweiter Antreiber aus dem defensiven Mittelfeld heraus entpuppte sich EM-Debütant Simon Rolfes. Mit 11,5 km erreichte auch er einen sehr starken Wert und half damit einerseits das portugiesische Kurzpassspiel zu stören und andererseits den verletzten Torsten Frings vergessen zu machen. Eine starke Leistung, mit der er sich für weitere Einsätze nachdrücklich empfahl. Einsatzfreudigster Spieler der Portugiesen war ihr Regisseur Deco, der auch vorher schon als Dreh- und Angelpunkt des Teams ausgemacht wurde. Um immer anspielbar zu sein, legte er 11,2 km zurück.

Für Top-Platzierungen in der Kategorie „Höchste Sprintgeschwindigkeit“ reichte es für keinen Akteur, niemand übertraf die 30 km/h-Grenze. Aus dem Schnitt der Höchstgeschwindigkeiten aller eingesetzten Akteure lässt sich jedoch ableiten, dass die deutsche Elf etwas schneller unterwegs war. Portugal kommt durchschnittlich auf 23 km/h, Deutschland immerhin auf 24,6 km/h. Auch der hochgelobte Tempodribbler Cristiano Ronaldo konnte seine Schnelligkeit nur selten ausspielen, sein Spitzenwert liegt bei 26,7 km/h.

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Autor: Christopher Weckwerth

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