Das ist letztendlich eine logische Entwicklung. Die Spitzen-Clubs des Frauen- und Mädchenfußballs in Nordrhein-Westfalen haben den sogenannten NRWGirls-Cup aus der Taufe gehoben. In den jeweiligen höchsten Spielklassen in den einzelnen Landesverbänden (Westfalen, Niederrhein und Mittelrhein) gibt es nicht ausreichend Gelegenheit auf höchstem Niveau Spiele zu bestreiten.

Frauenfußball: Qualitätsschub garantiert

NRWGirls-Cup ins Leben gerufen

og
20. Juni 2008, 13:53 Uhr

Das ist letztendlich eine logische Entwicklung. Die Spitzen-Clubs des Frauen- und Mädchenfußballs in Nordrhein-Westfalen haben den sogenannten NRWGirls-Cup aus der Taufe gehoben. In den jeweiligen höchsten Spielklassen in den einzelnen Landesverbänden (Westfalen, Niederrhein und Mittelrhein) gibt es nicht ausreichend Gelegenheit auf höchstem Niveau Spiele zu bestreiten.

Es gibt zu viele Matches, die einfach zu deutlich ausgehen. Wie betont doch Ferdi Seidelt, Aufsichtsrat des FCR Duisburg: „Da spielt zum Beispiel die U17 I des FCR trotz nunmehr einteiliger Liga erneut eine Saison völlig ohne Punktverlust. Auf Augenhöhe war nur oder zumindest Borussia Mönchengladbach.“ So haben zwölf Vereine auf Initiative von Mönchengladbach sich dazu entschieden, zusätzlich zur Meisterschaft noch eine Freundschaftsspielrunde nach Vorbild des ehemaligen WestCups der C-Junioren zu spielen.

Die aktuelle Situation verlangt einfach nach neuen Strukturen im Unterbau, um eine qualitative hochwertige Ausbildung der strömenden Talente zu garantieren: Seidelt bringt es auf den Punkt: „In den Spielen um die ‚Westdeutsche` folgten die ersten Härtetests! Erst bei der ‚Deutschen` kommt die große Herausforderung!“ Was einfach langweilig ist. Seidelt: „Um diese Schräglage zu verändern, gibt es jetzt diese schöne Initiative zwölf spielstarker NRW-Vereine.“

Mit von der Partie sind vom Mittelrhein der SC Fortuna Köln, TuS Köln und der Pulheimer SC, vom Niederrhein Borussia Mönchengladbach, FCR 2001 Duisburg – in der Bundesliga bekanntlich frischer Vizemeister und ohnehin mit Sinn für die Jugend ausgestattet, SV Rees und die SG Essen Schönebeck. Aus Westfalen werden der 1.FFC Recklinghausen, SG Wattenscheid 09 (aktueller Bundesligaabsteiger nach nur einem einjährigen Comeback auf höchster Ebene), FC Gütersloh 2000, Herforder SV und die SG Lütgendortmund. Die Serie wird Ende Juli mit Hin- und Rückrunde beginnen, wobei Begegnungen der Vereine in den Landesverbänden auch in der Freundschaftsspielrunde gewertet werden.

Die Duelle sollen nach Möglichkeit auf Rasen stattfinden und von Gepannen geleitet werden. Wenn die Möglichkeit besteht, sollen Spiele auch vor oder nach Matches der Frauen-Bundesligen ausgetragen werden. Der Sieger erhält am Ende der Runde einen Pokal.

Um auch nach außen besser zu wirken – neudeutsch spricht man von Corporate Identity – ist auch geplant, Einheitlichkeit im Auftreten zu erzielen. So wird es eine eigene Internetseite geben mit umfassenden Informationen über die teilnehmenden Vereine, Mannschaftsfotos, Spielberichte. Dazu kommt konsequenterweise auch ein eigenes Logo. Die Spielberichte sollen spätestens sonntagabends online gehen.

Langfristig ist es das Ziel, die Freundschaftsrunde als Regionalliga unter dem Dach des WFLV zu etablieren. Der NRWGirls-Cup wird ein weiterer Meilenstein in der Nachwuchsförderung des Frauen- und Mädchenfußballs sein und attraktive, spannende Fußballkunst garantieren.

Seidelt fasst es zusammen: „Das Ziel ist klar: Werden Teams von Anfang an mehr gefordert und treten die Kantersieg-Begegnungen in den Hintergrund. Es gibt bereits durch den Liga-Alltag mehr Qualität.“

Nur so wird Deutschland langfristig ganz vorne im Qualitäts-Pool des Frauenfußballs schwimmtn. Seidelt: „Partien auf höherem und höchstem Niveau machen Sinn, um den talentierten Mädchennachwuchs mehr zu fordern und damit auch zu fördern.“ Nicht nur im Westen.

Autor: og

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