"Barca" oder Arsenal - Europas Krone wird vergeben

ds
17. Mai 2006, 09:38 Uhr

Heute Abend (20.45 Uhr) wird im Pariser Stade de France die Krone des europäischen Vereinsfußballs vergeben. Der FC Barcelona um Ronaldinho ist im Finale der Champions League gegen Jens Lehmanns FC Arsenal favorisiert.

Zum 50. Mal wird heute Abend (20.45 Uhr/live bei Sat.1 und Premiere) im Champions-League-Finale im Stade de France zu Paris die beste europäische Vereinsmannschaft gekürt. Doch auch wenn der FC Barcelona gegen den FC Arsenal in die Favoritenrolle gedrängt wird - es ist alles offen.

Und dafür sind vor allem die Protagonisten verantwortlich. "Finals sind nicht gerade torreiche Spiele. Aber wir wollen das ändern und wie der FC Sevilla Tore schießen", sagte Weltfußballer Ronaldinho, die Schlüsselfigur beim klaren Wettfavoriten Barcelona, vor dem Champions-League-Finale mit Blick auf den 4:0-Erfolg des FC Sevilla vor Wochenfrist im UEFA-Cup-Endspiel gegen den FC Middlesbrough.

Es dürfte allerdings schwer werden, das letztjährige Finale zwischen dem FC Liverpool und dem AC Mailand unter den Augen von Spaniens König Juan Carlos und des britischen Premiers Tony Blair zu toppen. Denn der brasilianische Weltmeister muss zusammen mit seinem Ensemble aus Fußball-Künstlern wie Stürmerstar Samuel Eto'o oder Ludovic Giuly auf der Jagd nach dem zweiten Triumph im Europapokal der Landesmeister nach 1992 das derzeit beste Defensivbollwerk - und Elfmeterheld Jens Lehmann überwinden.

"Barcelona ist der Favorit, habe ich gehört. Wir kennen die Spanier sehr gut. Ich habe mich auf verschiedene Spieler vorbereitet, nicht nur auf Ronaldinho", sagte die neue deutsche Nummer 1 im Tor bei der WM vor dem vorläufigen Höhepunkt ihrer Karriere bei Premiere, gestand Sat.1 aber auch: "Wenn Ronaldinho nicht so stark spielt wie er kann, wäre das schon von Vorteil."

"Notabwehr" als Arsenals Trumpf

Mit zehn Spielen in Folge ohne Gegentor stellte der 13-malige englische Meister einen Rekord in der Champions League auf. Das ist einerseits ein Verdienst von Lehmann, der vor allem mit seinem gehaltenen Elfmeter gegen Juan Riquelme im Halbfinale beim FC Villarreal die Endspiel-Tickets buchte, und andererseits auch der aus der Not geborenen Youngster-Abwehr mit Emmanuel Eboue, Mathieu Flamini und Philippe Senderos.

"Wenn man in der Sch... steckt, entdeckst Du manchmal die richtigen Spieler", erklärte Arsenals Teammanager Arsene Wenger mit Blick auf den Abgang von Defensivstar Patrick Vieira 2005 oder Verletzungsproblemen. Am Mittwoch stehen dem eleganten Elsässer wieder die beiden englischen WM-Teilnehmer Sol Campbell und Ashley Cole zur Verfügung.

Die Schlüsselfigur für Wenger ist aber zweifelsohne Kapitän Thierry Henry, der sich mit 27 Treffern erneut die Torjägerkrone in der Premier League holte. "Arsenal und Barcelona haben die Spieler, um eine große Show abzuliefern. Aber am Ende des Abends zählt sowieso nur das Ergebnis", erklärte der 28 Jahre alte Stürmerstar, der im Pariser Vorort Les Ulis aufgewachsen ist und 1998 im Stade de France beim WM-Sieg der Franzosen gegen Brasilien nur Zuschauer auf der Tartan-Bahn war. Für Wenger ist allerdings die Mannschaft entscheidend: "Ich bin überzeugt, dass wir als Team gut spielen. Wenn wir das nicht tun, wird es auch Thierry nicht."

Rijkaard: "Es wird einfacher für Arsenal als für uns"

Barcelonas Trainer Frank Rijkaard erwartet eine Abwehrschlacht des Gegners. "Ich habe größere Kopfschmerzen als Wenger. Es wird einfacher für Arsenal als für uns. Wir gehen ein größeres Risiko, weil wir in ihrer Hälfte spielen. Sie warten auf unsere Fehler", sagte der niederländische Europameister von 1988.

Als Spieler gewann Rijkaard mit dem AC Mailand (1989 und 1990) und mit Ajax Amsterdam (1995) dreimal die europäische Klubkrone und möchte nach nun zwei Meistertiteln in die Fußstapfen des größten niederländischen Fußballers aller Zeiten, Johan Cruyff, treten. "Barca verdient den Titel", sagte Cruyff, der 1992 - in London - als Trainer mit Barcelona den Landesmeister-Cup gewann.

Autor: ds

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