Nicht wenige Leute werden sich bei der Veröffentlichung der Staffeln verundert die Augen gerieben haben. Aber es ist in der Tat korrekt: In der Niederrheinliga werden in der kommenden Saison zwei Teams des SV Straelen an den Start gehen. Der neue Staffelleiter Manfred Neufeld erklärt den Fall:

FVN: Zwei Straelener Teams sorgen für Verwirrung

"Der Sesselpupser gehört aus dem sportlichen Bereich entfernt"

kru
16. Juni 2008, 23:27 Uhr

Nicht wenige Leute werden sich bei der Veröffentlichung der Staffeln verundert die Augen gerieben haben. Aber es ist in der Tat korrekt: In der Niederrheinliga werden in der kommenden Saison zwei Teams des SV Straelen an den Start gehen. Der neue Staffelleiter Manfred Neufeld erklärt den Fall:

"Das geht schon alles mit rechten Dingen zu. In der Satzung steht es so niedergeschrieben: Bis zur Verbandsliga ist es möglich, dass zwei Mannschaften von einem Verein in einer Klasse spielen."

Nicht verwunderlich, dass die Reaktionen der Konkurrenz von Entsetzen über Sarkasmus bis hin zum Verdacht der Wettbewerbsverzerrung gehen. "Das kann ich im Vorfeld natürlich nicht ausschließen", grübelt Neufeld. "Aber man weiß ja auch noch nicht, wie grün sich die beiden Straelener Truppen sind." Es liegt schon nahe, dass man sich bei einem engen Verlauf der Liga zum Saisonende hin einig ist. "Klar ist, dass es nicht zum direkten Aufeinandertreffen am letzten Spieltag kommen wird. Aber dass Straelen gegen Stralen II direkt zum Start stattfindet, ist ein Gerücht. Das muss ich erst noch abwarten", lässt sich der Funktionär noch nicht in die Karten schauen.

Bleibt zu hoffen, dass Neufeld während der Spielzeit nicht in Erklärungsnöte kommen wird. "So ist die Satzung nun mal und man kann sie nicht einfach ändern", sieht er in dieser Hinsicht keine Schwierigkeiten. RS hat auch bei der Konkurrenz nachgefragt, was man von dieser Kuriosität hält.

Michael Klauß (Sportlicher Leiter VfB Speldorf): "Der SV Straelen hat eigentlich unser Konzept vorgearbeitet, denn wir wollen demnächst auch unsere 'Zwote', Dritte und Vierte in die Verbandsliga bringen. Dann haben wir 18 Punkte sicher und greifen dann noch einmal die Oberliga an. Ich werde dieses Programm unserem Vorstand sofort vorstellen. Nein, Scherz bei Seite. Der Sesselpupser, der so etwas entscheidet, gehört aus dem sportlichen Sektor entfernt. Das kann doch nicht wahr sein. Aber ich freue mich, dass ich unseren Fans vier Mal den SV Straelen präsentieren darf. Die Stadt soll ja sehr schön und die Menschen dort sehr nett sein."

Edgar Evenkamp (Sportlicher Leiter TuRU Düsseldorf): "Das ist Wettbewerbsverzerrung und nicht in Ordnung. Warum kann die Reserve überhaupt aufsteigen? Das wird zu Problemen führen. Aber der Verband entscheidet ja nun einmal und wird dafür wohl seine Gründe haben."

Jürgen Lohkamp (Erster Vorsitzender Schonnebeck): "Es wird natürlich viel darüber diskutiert, ob es überhaupt möglich ist. Ich gehe einfach davon aus, dass in der nächsten Saison keine Dinge passieren, die eigentlich nicht passieren sollten. Aber wenn es hart auf hart kommt, wird man sehen, was geschieht."

Ralf Kessen (Trainer VfB Homberg): "Die Reserve hat es sportlich geschafft. Wenn solche Statuten vorhanden sind, dann kann der Verein nichts dazu. Wir können leider nichts dagegen unternehmen. Ich kann nicht einschätzen, ob die 'Zwote' nur ein Punktlieferant ist, oder ob sie mithalten können. Man sollte die beiden auf jeden Fall direkt am ersten Spieltag gegeneinander antreten lassen, damit die Verzerrung nicht so groß ist."

Bert Holthausen (Trainer Cronenberger SC): "Ich dachte erst, das wäre ein schlechter Witz. Mit zwei Mannschaften in einer Liga zu spielen, das geht gar nicht. Wenn es zum Saisonende wirklich mal eng werden sollte, spricht man schnell von Wettbewerbsverzerrung. Ich finde diese Entscheidung äußerst unglücklich."

Karl Weiß (Trainer Ratingen 04/19): "Ich wusste überhaupt nicht, dass das geht. Ich war über diese Entscheidung dementsprechend überrascht. Es ist ein Kuriosum, das ich so noch nicht erlebt habe, aber die Verantwortlichen werden sich wohl etwas dabei gedacht haben. Gerüchten zufolge soll das direkte Aufeinandertreffen der beiden Mannschaft am ersten Spieltag stattfinden, um einer möglichen Wettbewerbsverzerrung aus dem Weg zu gehen."
Harry Kügler (Trainer Spvg Schonnebeck): "Ich war total überrascht. Das ist schon eine schwierige Situation, zumal die erste Mannschaft des SV Straelen ambitioniert ist, oben mitzuspielen. Diese wird dann sechs Punkte sicher haben, die die Konkurrenz erst wieder gutmachen muss."
Andreas Berkenkamp (Co-Trainer 1.FC Wülfrath): "Das ist für mich einfach nur irrwitzig. Ich verstehe auch den sportlichen Sinn dahinter nicht. In allen Klassen geht es nicht, aber ausgerechnet in der Niederrheinliga. Naja, sechs sichere Punkte für den SV Straelen."

Autor: kru

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