Titelfavorit FC Barcelona hat durch einen 2:0-Sieg gegen Benfica Lissabon im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League die Runde der letzten Vier erreicht. Arsenal London reichte bei Juventus Turin ein torloses Remis.

"Barca" und Arsenal machen Halbfinale komplett

us
05. April 2006, 22:51 Uhr

Titelfavorit FC Barcelona hat durch einen 2:0-Sieg gegen Benfica Lissabon im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League die Runde der letzten Vier erreicht. Arsenal London reichte bei Juventus Turin ein torloses Remis.

Der deutsche Nationaltorhüter Jens Lehmann hat mit Arsenal London das Halbfinale der Champions-League erreicht und trifft dort auf den spanischen Außenseiter FC Villarreal. Nach dem 2:0-Erfolg im Hinspiel kamen die "Gunners" bei Italiens Rekordmeister Juventus Turin zu einem 0:0 und stellten durch das achte Spiel in Folge ohne Gegentor einen Rekord in der europäischen "Königsklasse" auf. Lehmann, der vor den Augen von Bundestrainer Jürgen Klinsmann überraschend selten geprüft wurde und somit nur bedingt Punkte im Fernduell gegen Oliver Kahn im Kampf um den Platz im WM-Tor sammeln konnte, stand allerdings nur in fünf der acht Partien im Tor. "Das bedeutet uns unheimlich viel", sagte der 36-Jährige nach dem ersten Halbfinal-Einzug in der Vereinsgeschichte Arsenals: "Wir haben lange genug darauf gewartet. Es wurde wirklich mal Zeit."

Ronaldinho und Eto'o machen den Sieg klar

Das letzte Halbfinal-Ticket löste unterdessen der spanische Meister FC Barcelona, der nach einem 0:0 in Portugal den portugiesischen Rekordchampion Benfica Lissabon durch Tore von Ronaldinho (19.) und Samuel Eto'o (89.) 2:0 (1:0) bezwang. Damit trifft "Barca", das erstaunlich viel Mühe hatte, in der Vorschlussrunde am 18./19. und 25./26. April auf Vorjahresfinalist AC Mailand, der sich am Dienstag gegen Olympique Lyon durchgesetzt hatte. London spielt gegen Villarreal, das Inter Mailand aus dem Wettbewerb geworfen hatte. Das Endspiel steigt am 17. Mai im Pariser Stade de France.

Der erstmalige Halbfinal-Einzug von Arsenal geriet im Stadio Delle Alpi nie wirklich in Gefahr, zumal der Tscheche Pavel Nedved in der 77. Minute vom deutschen FIFA-Schiedsrichter Herbert Fandel (Kyllburg) die Gelb-Rote Karte sah. "Juve" agierte ohne Patrick Vieira, Mauro Camoranesi und Jonathan Zebina (alle gesperrt) sowie den verletzten Altstar Alessandro Del Piero zumeist nur mit hohen Bällen und kam nur selten gefährlich vor das Tor der "Gunners". Von den wenigen Torschüssen der Italiener, die im Achtelfinale nur mit viel Glück den Bundesligisten Werder Bremen ausgeschaltet hatten, musste Lehmann den ersten in der 68. Minute parieren. Zwei Minuten später zeigte er allerdings bei einem Schuss von Nedved eine Glanzparade.

"Gunners" mit den besseren Chancen

Die mit durchschnittlich 22,5 Jahren ausgesprochen junge Abwehrkette der Engländer stand sehr sicher, vor allem der 21 Jahre alte Schweizer Philippe Senderos bot eine überragende Leistung und ersparte dem 15 Jahre älteren Lehmann viel Arbeit. Die Defensive der Italiener um den sehr unsicher spielenden früheren Münchner Bundesliga-Profi Robert Kovac hatte dagegen mit Arsenals einziger Sturmspitze Thierry Henry viel Mühe. So hatten die Gäste sogar die besseren Torchancen.

Im Nou Camp von Barcelona starteten die Katalanen von der ersten Sekunde an den erwarteten Sturmlauf und hätten bereits in der fünften Minute in Führung gehen können. Doch Superstar Ronaldinho scheiterte mit einem Handelfmeter an Benfica-Keeper Marcelo Moretto, der auch in der Folge zahlreiche Glanzparaden zeigte. 14 Minuten später machte der brasilianische Weltfußballer seinen Fauxpas aber wieder gut und erzielte nach glänzender Vorarbeit von Eto'o aus zwölf Metern das 1:0. In der 61. Minute hatte Barcelona dann viel Glück, als Simao völlig freistehend neben das Tor schoss.

Autor: us

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