Durch eine knappe 1:2 (1:0)-Niederlage bei Juventus Turin hat Werder Bremen das Viertelfinale der Champions League verpasst. Der Brasilianer Emerson nutze kurz vor Abpfiff einen Patzer von Werder-Keeper Tim Wiese.

Emerson beendet Werders "Champions-League-Traum"

beb
07. März 2006, 23:06 Uhr

Durch eine knappe 1:2 (1:0)-Niederlage bei Juventus Turin hat Werder Bremen das Viertelfinale der Champions League verpasst. Der Brasilianer Emerson nutze kurz vor Abpfiff einen Patzer von Werder-Keeper Tim Wiese.

Die Sensation war für Werder Bremen zum Greifen nahe, doch ein kapitaler Patzer von Schlussmann Tim Wiese zwei Minuten vor Schluss riss den Bundesliga-Zweiten aus allen Champions-League-Träumen. Die Hanseaten verpassten mit der 1:2 (1:0)-Niederlage beim italienischen Rekordmeister wie schon im Vorjahr den Einzug ins Viertelfinale und verspielten damit weitere Millionen-Einnahmen. Der 3:2-Erfolg aus dem Hinspiel war in der Endabrechnung gegen den souveränen Spitzenreiter der italienischen Serie A zu wenig.

Johan Micoud hatte Werder nach 13 Minuten in Führung gebracht. Der Franzose David Trezeguet (65.) leitete im zweiten Durchgang die Wende ein, ehe der frühere Leverkusener Emerson nach dem Fehler von Wiese zuschlug. Der Bremer Schlussmann rutschte der Ball bei einer Hechtrolle aus den Händen und "schenkte" dem Brasilianer quasi das Tor.

"Durch so einen Fehler zu verlieren, ist Pech. Wir haben gefightet bis zum Umfallen und hätten das Weiterkommen verdient gehabt", haderte Nationalspieler Torsten Frings nach dem Schlusspfiff.

Wiese mit fast fehlerfreier Leistung

Vor 40.226 Zuschauern im Stadio Delle Alpi wurde eine wahre Abwehrschlacht der Hanseaten nicht belohnt. Insbesondere nach dem Seitenwechsel entwickelten die Platzherren einen permanenten Dauerdruck, dem die Bremer Hintermannschaft lange Zeit gewachsen war. Bis wenige Minuten vor Schluss bot Torhüter Tim Wiese eine fast fehlerfreie Leistung und vereitelte mindestens ein halbes Dutzend Großchancen der Italiener, ehe er zum tragischen Helden wurde.

In der ersten Halbzeit allerdings hatten die Hanseaten die Partie weitgehend offen gestalten können und sich deshalb ihren Vorsprung durchaus verdient. Micoud profitierte bei seinem Führungstreffer von einer präzisen Vorarbeit seines Teamkollegen Christian Schulz und seiner eigenen Kaltschnäuzigkeit Auge in Auge mit dem Turiner Startorhüter Gianluigi Buffon. Der Bremer Torschütze war auch in der Folgezeit der auffälligste Akteur, der stets um den Spielaufbau bemüht war, und bei Not auch im eigenen Strafraum immer wieder aushalf.

Allofs lobt "mutige"Bremer

"Insgesamt hat unsere Mannschaft mutig gespielt und genau das umgesetzt, was vorher abgesprochen war", lobte Werder-Sportdirektor Klaus Allofs den Bundesliga-Zweiten, der noch nie in der "Königsklasse" das Viertelfinale erreicht hatte. Vor einem Jahr kassierte Werder im Champions-League-Achtelfinale eine 2:7-Schlappe gegen Olympique Lyon. Trainer Thomas Schaaf hielt es in der Schlussphase nicht mehr auf seiner Bank, der Coach sprang mehrfach erregt auf und musste auch einmal von Schiedsrichter Graham Poll aus England wegen des Verlassens der Coaching-Zone ermahnt werden.

Als sich das Weiterkommen der Gäste immer mehr abzeichnete, regten sich auch die rund 2200 aus der Hansestadt angereisten Werder-Fans. "Paris, Paris, wir fahren nach Paris", skandierten die Anhänger der Grün-Weißen. Nachdem der souveräne Tabellenführer der Serie A der Ausgleich geglückt war, häuften sich in den folgenden zehn Minuten die Einschussmöglichkeiten. Am Ende wurde es ganz ruhig im Werder-Fanblock.

Autor: beb

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