Reisetag! Zum zweiten Mal beschert uns die EM der kurzen Wege eine Flugreise.

EM-Tagebuch: Günther Pohl berichtet aus Österreich/Schweiz (Donnerstag, 12. Juni)

Reise-Europameister

12. Juni 2008, 13:07 Uhr

Reisetag! Zum zweiten Mal beschert uns die EM der kurzen Wege eine Flugreise.

Denn es macht ja irgendwie Sinn, dass eine Mannschaft, die möglicherweise fünf ihrer sechs EM-Spiele in Österreich bestreitet, in der Schweiz wohnt und allein zu den drei Vorrundenspielen nach Klagenfurt und Wien jedes Mal kurz vom Flughafen Lugano (eine Stunde von Ascona entfernt) hinüber jettet. Für den arg gebeutelten Journalisten bedeutet dies insgesamt Flugkosten in Höhe von 1900 Euro. Aber dabei sein ist eben alles, und deshalb klettert man um 6.30 Uhr aus den Federn, um pünktlich um 18 Uhr im Wörthersee-Stadion dabei zu sein.

Zwar ist der Gewinn der Europameisterschaft für das DFB-Team noch nicht amtlich. Reise-Europameister sind sie allemal. Kein anderes Team legt zwischen Wohn- und Spielstätte so viele Kilometer zurück.

Doch Klagenfurt ist erst der Anfang, schon am Montag geht es nach Wien, wo auch ein mögliches Viertelfinale und Finale stattfindet. So wird Ascona alles, nur nicht langweilig.

Gleich geht es gegen die Kroaten und wir wissen wirklich alles über den kommenden Gegner. So zum Beispiel, dass Kroatien 4,49 Millionen Einwohner hat und 4,47 Millionen angemeldete Handys. Weiß das auch Jogi Löw kann gegen die Kroaten wohl nichts schief gehen.

Weil Klagenfurt ja als Fußball-Risikostadt gilt, schließlich trafen dort die Polen auf Deutschland, sei noch ein Blick auf eine Umfrage der Universität Wien gestattet: Im Vorfeld der EM wurden nicht weniger als 15.000 Österreicher zu ihren Befürchtungen bezüglich der EM 2008 befragt. Mehrere Antworten waren möglich. Heraus kam dabei: Nichts fürchtet man mehr als keinen Platz in der Straßenbahn zu bekommen. 91 Prozent der Befragten zittern vor überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln.

Was die Angst vor gewalttätigen Ausschreitungen angeht, ging die Umfrage ins Detail. Welche Fans verbreiten die größte Angst? Es gab ein eindeutiges Ergebnis, das Problem nur, dass wenige wissen, wer überhaupt an der EM teilnimmt. Mit 20 Prozent landetet nämlich ausgerechnet England auf Platz 1! Ösi oder doch Dösi?

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