Das Ruhrgebiet steht kurz vor einem Titel! Sonntag, 15. Juni, wird alles im Doppelduell entschieden: Frankfurt empfängt Schönebeck, München hat Duisburg zu Gast. Zeitgleich ab 14 Uhr. Gewinnt der Tabellenzweite FCR und Primus Frankfurt holt nur einen Zähler, feiert der Pott.

RS-Kommentar: Wird Duisburg Meister, glänzt auch Schönebeck

Revier-Solidarität für den Titel

Von Oliver Gerulat
12. Juni 2008, 07:30 Uhr

Das Ruhrgebiet steht kurz vor einem Titel! Sonntag, 15. Juni, wird alles im Doppelduell entschieden: Frankfurt empfängt Schönebeck, München hat Duisburg zu Gast. Zeitgleich ab 14 Uhr. Gewinnt der Tabellenzweite FCR und Primus Frankfurt holt nur einen Zähler, feiert der Pott.

Es wäre, nach der deutschen U17-Meisterschaft im letzten Jahr, der Premierentitel für Duisburg. 2001 wurde der neue Club aus der Taufe gehoben, so nahe dran war man in den letzten Jahre noch nie. Interessant ist sicherlich in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass ausgerechnet Schönebeck Schützenhilfe leisten muss, damit der Reviernachbar jubeln kann. Gerne geht man sich doch einmal an die Wäsche, jetzt ist plötzlich jedem klar, dass man sich auch gegenseitig braucht.

Der Glanz, den der FCR für den Fall ausstrahlt, dass man den Lorbeer ergattert, würde über die A40 bis in die Kulturhauptstadt 2010 reichen. Es wäre auch eine gute Kompensation dafür, dass die SG Wattenscheid nach nur einer Spielzeit in der Bundesliga wieder das Zeitliche segnet. Und der deutliche Beweis, dass der Puls des deutschen Frauenfußballs im Revier schlägt, auch wenn Essen 2011 wohl kaum zum WM-Spielort wird.

Die Hessinnen sind bereits DFB-Pokalsieger geworden, dazu auch UEFA-Cup-Gewinner. Wenn jetzt auch noch die deutsche Meisterschaft in die Bankenmetropole gehen würde, muss man ehrlich gratulieren, allerdings gleichzeitig auch von einer großen Langeweile sprechen. Für den deutschen Frauenfußball wäre es bedeutungsvoll, wenn die Vorherrschaft Frankfurts wenigstens national durchbrochen würde.

Letztendlich wäre es für die „Macher“ beim FCR auch so was wie ein moralischer Sieg. Letztendlich prallen Systeme aufeinander. In Duisburg setzt man auf die Karte Jugend – was der U17-Titel beweist -, am Main zieht man gerne die Karte Star-Ensemble, das man sich aus ganz Deutschland zusammenholt. Parallel wäre es für den FCR auch der Deckel auf einer Spielzeit, die zeitweise eine Menge Unruhe brachte, da man sich einen Traineraustausch leistete: Thomas Obliers ging, Martina Voss kam. Für die Fußball-Lehrerin wäre es nach ihrer Rückkehr zum FCR in verantwortlicher Position auch ein riesiger Start. Und für die Stadt insgesamt? Der MSV stieg aus der Bundesliga ab, der FCR würde als Meister in die Lücke springen, wirtschaftliche Türen öffnen sich. Also ran!

Autor: Von Oliver Gerulat

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