Wer an den Oberhausener Stadtteil Sterkrade denkt, wird damit die Fronleichnamskirmes assoziieren, denn sie ist die größte ihrer Gattung in Europa.

Kreis OB: Kuriositäten

"Unser Ascheplatz ist sehr weitläufig"

Heiko Gaeb
11. Juni 2008, 19:28 Uhr

Wer an den Oberhausener Stadtteil Sterkrade denkt, wird damit die Fronleichnamskirmes assoziieren, denn sie ist die größte ihrer Gattung in Europa.

Und wer dann noch an Fußball im Ort denkt, wird ganz sicher zuerst die Spvgg Sterkrade 06/ 07 nennen, die in der Landesliga aufläuft. Doch es wird auch in der Kreisliga gekickt und dort hat der FC Sterkrade 72 über die Jahre hinweg etwas auf die Beine gestellt, was eindeutig in der Kategorie "nicht alltäglich" zu verbuchen ist. Drei Spielzeiten lang musste der Oberhausener B-Ligist FC Sterkrade keine Heimpleite mehr hinnehmen. Lang, lang ist´s her. So lange, dass sich Michael Weißenfels, zuletzt Cheftrainer im Verein, nicht mehr genau erinnern kann: "Das müsste in der Kreisliga C gegen Grün-Weiß Holten gewesen sein."

Es gibt Dinge, die einfach so zu einem Selbstläufer werden, denn "eine besondere Taktik oder ähnliches haben wir nicht. Es hat sich einfach so entwickelt", zuckt der 42-Jährige mit den Schultern. Dass es nur Glück sei, wird aber denoch vehement negiert. Und dann fällt ihm doch noch eine Sache ein, der Bedeutung zugemessen werden kann: "Unser Ascheplatz ist sehr weitläufig. Das haben wir für uns gut nutzen können. Außerdem haben wir für die Liga schon sehr gute Leute gehabt."

Das hat sich dann auch bei den Menschen im Ort rumgesprochen. Zum Derby gegen den TuS Buschhausen ließen sich über 250 Zuschauer am Platz blicken. Diesen Wert relativiert Weißenfels dann aber: "Im Schnitt kommen 80 Leute zu uns. Wenn man aber bedenkt, in welcher Liga wir sind und dass wir im Vergleich zu anderen Klubs keine so lange Tradition haben, ist das schon aller Ehren wert."

Doch was nützt die Heimstärke, wenn es auswärts nicht klappt? Auf fremden Plätzen waren die Ladehemmungen dann im Saison-Verlauf doch zu groß und die Sportfreunde Königshardt II waren einfach zu gut. Am Ende sprang nach einem verpatzten Start in die Rückrunde der dritte Platz heraus.

Und eine Garantie sorgenfrei in die Zukunft zu blicken, ist die Serie ohnehin nicht. "Nach dem Tod von unserem Vorsitzenden Horst Kürten im letzten Jahr ist sowohl menschlich als auch finanziell hier einiges den Bach runtergegangen", erklärt Weißenfels, der dem Klub in der kommenden Saison nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Das Amt des Trainers soll Dietmar Böhmer, der nach dem schwachem Beginn nach der Winterpause das Handtuch warf, wieder übernehmen. "Das klappt hoffentlich", sagt Weißenfels, der sich nun komplett der Jugendarbeit bei Buschhausen 1912 widmen wird. [imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/007/945-8263_preview.jpeg Ab der kommenden Spielzeit nur noch Zuschauer: Der bisherige Coach Michael Weißenfels[/imgbox]Auch wenn es mit der Rückkehr des Übungsleiters klappen sollte, bleibt ein Problem: Mindestens vier Leistungsträger verlassen den Verein. "Um ganz ehrlich zu sein", gibt der Familienvater zu, "wird es in der kommenden Saison wohl nicht um den Aufstieg gehen. Das Ziel wird sein die Serie so lange wie möglich zu halten." Unter den Zuschauern wird dann auch Weißenfels weilen und die Daumen drücken, wenn hoch motivierte Teams am Volkspark die Serie der Blau-Gelben brechen wollen.

Und noch ist ja auch nicht aller Tage Abend: Es werden schon einige Gespräche mit Kickern geführt, denen nachgesagt wird, dass sie ganz gut mit dem Ball umgehen können.

Autor: Heiko Gaeb

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