Ganz Fußball-Deutschland diskutiert, die Nation ist gespalten.

EM: Italien entzaubert, aber Abseitsregel spaltet die Nation

"Endlich ein Bildbeweis"

10. Juni 2008, 15:12 Uhr

Ganz Fußball-Deutschland diskutiert, die Nation ist gespalten.

Denn beim Führungstor der Niederländer gegen Italien waren selbst die Weltmeister völlig überfordert und hadern immer noch mit der vermeintlichen Fehlentscheidung des Schiedsrichters Fröjdtfeld (Schweden).
Was war passiert? Flanke Sneijder, van Nistelrooy staubte ab. Blankes Entsetzen bei den Italienern, denn der Schütze stand doch im Abseits, weil Abwehrspieler Christian Panucci nach einem Zusammenprall mit Torwart Gianluigi Buffon hinter der Torauslinie lag – oder nicht?

Nein, denn die FIFA-Regel besagt: "Begibt sich ein verteidigender Spieler hinter die eigene Torlinie, um einen Gegner abseits zu stellen, lässt der Schiedsrichter das Match weiterlaufen und verwarnt den verteidigenden Akteur bei der nächsten Spielunterbrechung, weil er das Spielfeld ohne Erlaubnis des Schiedsrichters absichtlich verlassen hat."

Gundolf Walaschewski, Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen, erklärt: "Es war regelkonform, denn ein Abwehrspieler darf das Spielfeld nicht einfach verlassen. Somit hat er hat das Abseits aufgehoben."

Walaschewski ist froh, dass es endlich einen solchen Fall gibt, denn bislang war die Situation lediglich eine Prüfungsfrage ohne Beispiele. "Jetzt haben wir endlich Bildmaterial", freut sich Walaschewski. "Diese Regel gibt es seit Jahrzehnten, aber kaum jemand kennt sie. Man kann den Gegner nur im laufenden Match und innerhalb der Spielfeldbegrenzungen ins Abseits stellen. Ansonsten macht er sich strafbar." Da Panucci das Feld allerdings nicht aus freien Stücken verließ, sah er auch nicht die Gelbe Karte, die normalerweise die Konsequenz des Verstoßes ist. Walaschewski: "Auch das war völlig korrekt, denn er konnte ja nichts dafür."

Somit steht fest, der Weltmeister ist nicht nur entzaubert, sondern auch gerecht demontiert worden.

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