Es gab schon sportlich nachvollziehbarere Gründe für einen Trainerwechsel: Beim FV Scharnhorst müssen Jan und Mario Niedzialkowski gehen, obwohl sie gerade mit Platz zwei eine der erfolgreichsten Spielzeiten der Vereinsgeschichte zu Ende gebracht hatten. Die Mehrheit der Spieler sei gegen das Vater-Sohn-Gespann, begründete der Vorstand die Trennung.

Dortmund: FV Scharnhorst macht ohne die Niedzialkowskis weiter

Vater-Sohn-Gespann muss aufhören

Felix Guth
10. Juni 2008, 14:44 Uhr

Es gab schon sportlich nachvollziehbarere Gründe für einen Trainerwechsel: Beim FV Scharnhorst müssen Jan und Mario Niedzialkowski gehen, obwohl sie gerade mit Platz zwei eine der erfolgreichsten Spielzeiten der Vereinsgeschichte zu Ende gebracht hatten. Die Mehrheit der Spieler sei gegen das Vater-Sohn-Gespann, begründete der Vorstand die Trennung.

Eine Argumentation, die bei Jan Niedzialkowski, dem Vater, nicht gut ankommt. "Die Art und Weise ist unterste Schublade", sagt er. Der Club habe das erfolgreiche Duo lange hingehalten und es dann so hingestellt, als seien die Kicker schuld. Dabei bestreitet Niedzialkowski nicht, dass es "eine handvoll" Akteure gegeben habe, die nicht zufrieden waren. "Aber das waren dann auch die, von denen in den entscheidenden Partien nichts zu sehen war."

"Wir haben das Ziel Aufstieg nicht erreicht", kommentiert Vorstandsmitglied Siegmund Kotara. Niedzialkowski widerspricht: "Das wurde so niemals festgelegt." Stattdessen sei das Team überraschend zum Bezirksliga-Kandidaten gereift. "Ohne unsere Arbeit wäre der Verein jetzt in der Kreisliga C", meint der 55-Jährige.

Für den Heilpraktiker hat sich das Trainergeschäft fürs Erste erledigt, sein 36-jähriger Sohn Mario würde gerne weitermachen. Gute Angebote sind allerdings wenige Wochen vor dem Vorbereitungsbeginn rar. Eine Offerte, beim SSV Hagen als Jugendtrainer einzusteigen, reizte ihn noch nicht.

Vater und Sohn arbeiteten erstmals im Fußball zusammen. "Der Erfolg, den wir hatten, ist doch das beste Zeichen, dass es klappt", meint Jan Niedzialkowski. Bei einem "seriösen Angebot" sei er jederzeit bereit, es noch einmal gemeinsam zu probieren. "Wir ergänzen uns gut."

Autor: Felix Guth

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