Noch einmal schlafen, dann ist es also so weit: Die EM 2008 beginnt. Aber anders als bei der nationalen Hysterie vor zwei Jahren scheint sich diesmal die Aufregung wenigstens hier im Ruhrgebiet in Grenzen zu halten.

Der EM-Blog (Teil 1)

Grüezi und Servus - and hello to our english friends!

Ralf Piorr
06. Juni 2008, 15:21 Uhr

Noch einmal schlafen, dann ist es also so weit: Die EM 2008 beginnt. Aber anders als bei der nationalen Hysterie vor zwei Jahren scheint sich diesmal die Aufregung wenigstens hier im Ruhrgebiet in Grenzen zu halten.

[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/007/835-8152_preview.jpeg [/imgbox]Die Reichsparteitagsbeflaggung fällt im Vergleich zum WM-Sommer bisher relativ dezent aus. Bei den PKWs mag es auch an den exorbitanten Benzinpreisen liegen. Der Österreichische Automobilclub hat nämlich ausgerechnet, dass das nationale Outing am Auto durchaus ein teures Vergnügen ist: Pro hundert Kilometer führen die flatternden Fahnen zu einem höheren Spritverbrauch bis zu einem halben Liter. Portemonnaie oder Patriotismus, das ist hier die Frage! Auch in den Fernsehmärkten gab es noch nicht das erhoffte „riesige“ Umsatzplus. „Aber das wird nächste Woche kommen“, so der vertrauensvolle Kommentar eines Händlers in der Herner Innenstadt, „denn zum ersten Mal wird alles nur in 16:9 ausgestrahlt. Nach dem ersten Spiel der Deutschen werden viele die EM ohne die schwarzen Balken oben und unten auf der Mattscheibe verflogen wollen und sich einen Flachbildfernseher anschaffen.“

Aufgeregter dagegen geht es in Österreich zu: Klagenfurt am Wörthersee, Österreichs kleinste EM-Stadt und Ort der Vorrundenspiele mit deutscher, polnischer und kroatischer Beteiligung, hat sich bereits gegen den Ansturm der Fußball-Barbaren gewappnet. Denkmäler in der Stadt werden hinter Plexiglaswänden verschanzt und Fahrräder sind während der EM in der Innenstadt Tabu, während Autofahrern sogar kostenloses Parken in der Innenstadt versprochen wird! Der Grund: Die Drahtesel seien ein Sicherheitsrisiko, weil sie als Wurfgeschosse missbraucht werden können, meint Bürgermeister Harald Scheucher. Recht hat der Mann, gegenüber brennenden Autos bieten brennende Fahrräder auch ein gar trostloses Bild. Jedenfalls sind die potentiellen Brandstifter da, wo sie hingehören: im Kärntner Ländchen bei Landeshauptmann Jörg Haider.

Wenn doch alles schief geht, sollten die Heimischen potentielle Ruhestörer einfach mahnend an den Titel der Erzählung erinnern, die in Klagenfurt beim renommierten „Ingeborg-Bachmann-Preis“ vor zwei Jahren den Publikumspreis gewonnen hat. Er lautet: „Was wir im Keller spielen…“. Denn der Österreicher an sich, das wissen wir ja, is a Herzensmensch…

Der tägliche Blogtipp:

Heute zum Anspielen unter anderem auf „Youtube.com“:
Georg Kreisler: „Taubenvergiften im Park“

http://youtube.com/watch?v=OOqsfPrsFRU

Autor: Ralf Piorr

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