Kreisliga A: Spieler des STV Hünxe schwänzen Meisterschaftsspiel

Lieber Achterbahn als rote Asche

Thomas Ziehn
25. Oktober 2006, 15:05 Uhr

Dass Spieler in den untere Ligen aus beruflichen Gründen Meisterschaftspartien absagen müssen, kommt jedes Wochenende zigmal vor. Die „Ausrede“ dreier Spieler des A-Kreisligisten STV Hünxe konnten und wollten die Verantwortlichen aber nicht akzeptieren. Während der STV mit dem quasi letzten Aufgebot bei TDF Tunaspor (1:4) um Punkte kämpfte, vergnügten sich die drei „Abkömmlinge“ auf der „Honigkirmes“. Lieber Karussell und Achterbahn als den Mannschaftskollegen auf dem Platz helfen? Der Trainer drohte öffentlich mit Konsequenzen. Revierkick.de fragte bei STV-Trainer Uwe Rauer und dem ersten Vorsitzenden, Günter Alsdorf nach. [i]Was war da los? [/i]

Uwe Rauer (Trainer STV Hünxe): „Ich möchte über den Vorfall eigentlich gar nicht mehr reden. An jenem Sonntag hatte ich einen richtig dicken Hals, aber mit ein bisschen Abstand, sehe ich die Sache schon wieder etwas relaxter. Wenn Spieler ihren Fehler einsehen, bin ich der Letzte, der so etwas nicht verzeihen kann. Ich habe die Mannschaft bereits eindringlich „ins Gebet genommen“ und den Spielern klar gemacht, dass sich ein derartiger Vorfall nicht mit meinen Vorstellungen in Übereinstimmung bringen lässt. Wenn ich eine Sache mache, dann mache ich sie richtig. Ich bin sehr ehrgeizig, was den Fußball angeht und ich hoffe, meine Spieler haben das jetzt begriffen. Wir haben ein klares internes Regelwerk wo sich alle ausnahmslos dran halten müssen. Am Sonntag im Spiel gegen DJK Vierlinden hat die Mannschaft mit dem 2:0-Erfolg schon eine gute Antwort gegeben. Das Kapitel „Honigkirmes“ ist für mich endgültig abgeschlossen. In Zukunft wollen wir wieder für positive Schlagzeilen in der Presse sorgen.“

Günter Alsdorf (1.Vorsitzender STV Hünxe): „Wir haben das intern geregelt. Ich möchte da gar nicht auf irgendwelche Details eingehen. Jeder hat bei mir eine zweite Chance verdient. Ich habe mir beide Seiten angehört und mir mein Bild gemacht. Eines steht fest: Die heutige Jugend geht mit einer ganz anderen Einstellung an den Fußball, wie ich zu meiner Zeit. Damals gab es für mich nichts anderes, als das runde Leder. Ich war mächtig stolz, das blaue Trikot des SV Spellen überstreifen zu dürfen. Mit Leib und Seele war ich Fußballer. Heute gibt es noch so viele andere Dinge, die die Jugend interessieren.
Ich möchte hier kurz die Gelegenheit ergreifen und noch auf einen anderen Umstand aufmerksam machen. Wir sind Aufsteiger und haben in den letzten Jahren guten Fußball gespielt. Mehrmals haben wir den Aufstieg nur hauchdünn verpasst. Über unsere Erfolge stand fast nichts in den Zeitungen. Jetzt gibt es einmal etwas Negatives zu berichten und alle stürzen sich darauf. Das finde ich nicht in Ordnung. Als erster Vorsitzender stehe ich auch in der Pflicht, Schaden vom Verein abzuwenden. Ich wünsche mir für die Zukunft wieder eine positive Berichterstattung über unseren STV. Wir sind mit viel Elan und Aufstiegseuphorie in die neue Saison gegangen und durchaus in der Lage, einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen. Für einen Neuling wäre das ein schöner Erfolg.“

Autor: Thomas Ziehn

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