[b]Aufsteiger:[/b] Selbst wenn er in der Rückrunde auch mal eine schwächere Partie ablieferte, war Stanislav Sestak der absolute Shooting-Star des VfL.

Bochum: Auf- und Absteiger

Kollers Gerüst-Wunsch vor der Erfüllung

03. Juni 2008, 21:38 Uhr

[b]Aufsteiger:[/b] Selbst wenn er in der Rückrunde auch mal eine schwächere Partie ablieferte, war Stanislav Sestak der absolute Shooting-Star des VfL.

Seine 22 Scorer-Punkte bedeuten den fünftbesten Wert der Liga. Der pfeilschnelle Konterstürmer war an 46 Prozent aller Tore beteiligt, gab die meisten Schüsse ab und bereitete auch die meisten vor. Der VfL und das Glück mit neuen Stürmern, seit Hans Walitza offenbar eine unendliche Geschichte.

In der Rückrunde spielte sich die Schalker Leihgabe Mimoun Azaouagh stark nach vorn. Neun Scorer-Punkte zeigen, wie sehr er dem VfL aus dem offensiven Mittelfeld heraus helfen konnte. Unermüdlich unterwegs, keinen Zweikampf scheuend, starke Standards - prima, dass der VfL ihn langfristig binden konnte. Zu nennen ist aber auch Marc Pfertzel. Der Franzose spielte zwar nie spektakulär auf, konnte aber nach dem Vagabundieren durch alle Abwehrpositionen auf der rechten Seite voll überzeugen. Dynamisch, schnell, routiniert - ein richtig guter Einkauf.
Absteiger
Für Matias Concha war es eine traurige Rückrunde. Verlor früh seinen Platz an Marc Pfertzel, erhielt nur noch wenige Chancen, die er nicht nutzen konnte (zuletzt mit einer schwachen Partie in Wolfsburg). Verlor dadurch auch seinen Platz im schwedischen EM-Kader. Ist beim VL Bochum noch nicht angekommen. Das ist Tommy Bechmann zwar, aber nun ist er auch schon wieder weg. Eine erneut enttäuschende Saison, in die er keinerlei Konstanz bringen konnte.

Dabei begann der schnelle Däne bärenstark, aber zahllose kleine und größere Verletzungen warfen ihn immer wieder aus der Bahn. Und auch Joel Epalle kam nicht mehr richtig auf die Beine. Scheinbar hatte der Afrika-Cup zu viel Kraft gekostet. Nach seiner Rückkehr spielte er im Angriff nur noch die zweite Geige. Eine ungewöhnliche Rolle für den Kameruner, der erst zum Ende der Serie wieder in der Anfangsformation auftauchte. Bei den starken Neuzugängen muss er in der neuen Saison voll konzentriert und topfit sein, um wieder richtig mitmischen zu können.

Problem
Die Abwehr ist eine Sphinx. Vor allem die Innenverteidiger Maltritz und Yahia gelten als unumstritten und liefern ständig gute Leistungen ab. Trotzdem steht geradezu eine Flut von Gegentoren aus dem Zentrum nach Flanken und Freistößen zu Buche. Hierin bestand die große Achillesferse des VfL. Alle Gegner haben die auch im nächsten Jahr auf dem Zettel. Zu den Problemstellen in der Viererkette gehört auch die linke Seite, wo Bönig bei allem Bemühen eine schon verheerende Bilanz im Spiel nach vorne aufweist. Rechts ist man mit Pfertzel und Concha fast schon "überqualifiziert" besetzt. Aber beide haben ihre Schwächen in der Offensive. Gerade in einem modernen, variablen Spielsystem, wie es Koller favorisiert, muss von den Seiten mehr Druck kommen.
Die Zukunft
Marcel Koller hatte bei seinem Dienstantritt in Bochum gleich seinen größten Wunsch geäußert: Einmal mit einem Gerüst von sieben, acht Spielern über mehrere Jahre arbeiten zu können. Es scheint, dass er nach zwei Jahren, als im stets die besten Spieler abgeworben wurden, nunmehr diesem Wunsch sehr nahe ist. Dem VfL bleibt das Gerüst des Kaders zumindest auch für die nächste Saison erhalten. Zudem wurde er, das kann man sicher schon jetzt sagen, enorm verstärkt.

Sportlich spricht also alles für eine weitere kontinuierliche Entwicklung und einer Tendenz Richtung gesichertem Mittelfeld. Da auch wirtschaftlich eigentlich alles im Lot ist, die Zuschauer in der für den VfL möglichen Größenordnung ihrem Klub bei allem Gemurre die Treue halten und Stückchen für Stückchen auch neue Sponsoren erobert werden können, ist es um die Zukunft der Bochumer ziemlich gut bestellt. Das konnte man in den letzten zehn Jahren zumindest nie ohne erhebliche Einschränkungen und warnende Zweifel behaupten.

Autor:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren