Ein Sieg muss heute für Schalke 04 her gegen Fenerbahce Istanbul. Zum einen, um das Nervenkostüm nach drei erfolglosen Spielen zu beruhigen, zum anderen, um die letzte Chance in der Champions League zu wahren.

Schalke vor "Schicksalsspiel" gegen Istanbul

jso
01. November 2005, 09:05 Uhr

Ein Sieg muss heute für Schalke 04 her gegen Fenerbahce Istanbul. Zum einen, um das Nervenkostüm nach drei erfolglosen Spielen zu beruhigen, zum anderen, um die letzte Chance in der Champions League zu wahren.

Fünf Pflichtspiele ohne Sieg, lediglich zwei Unentschieden in den bisherigen drei Partien der Champions-League-Vorrunde, zehn Zähler Rückstand auf Bundesliga-Spitzenreiter Bayern München: Die Luft wird beim FC Schalke 04 dünner für Trainer Ralf Rangnick. Umso größer ist der Druck vor dem vorentscheidenden heutigen Heimspiel der "Königsklasse" gegen Fenerbahce Istanbul (20.45 Uhr/live bei Premiere)

Assauer stärkt Rangnick den Rücken

"Es wird auch nach einer Niederlage, von der ich absolut nicht ausgehe, keine Trainerdiskussion geben", erklärte Manager Rudi Assauer, der aber auch um den Ernst der Lage weiß: "Wir sind in einer Situation, die kippen kann. Da ich Berufsoptimist bin, glaube ich, dass wir die Leiter wieder nach oben klettern." Auch Aufsichtratschef Clemens Tönnies sieht trotz der Misserfolge keinen Handlungsbedarf in der Trainerfrage: "Sie können davon ausgehen, dass nichts passiert." Ob allerdings alle Bekenntnisse mit einem langen Haltbarkeitsdatum versehen werden können, ist fraglich.

Assauer nimmt Mannschaft in die Pflicht

Die Mannschaft nimmt Assauer vor dem 81. Europacup-Auftritt in die Pflicht und glaubt: "Ich bin mir sicher, dass wir in normaler Form Fenerbahce schlagen können. Dafür muss das Team mindestens so spielen wie in der zweiten Halbzeit beim HSV." Und der Manager meinte ironisch: "Hilfreich wäre, wenn wir mal ein Tor schießen würden." Denn in den letzten drei Pflichtspielen beim HSV (0:1), im Pokal in Frankfurt (0:6) und gegen Wolfsburg (0:0) hatten die im Angriff hochkarätig besetzten Königsblauen Ladehemmung. Rangnick selbst spricht vom "ersten von zwei Endspielen". Damit das zweite, das Heimspiel am 23. November gegen PSV Eindhoven, folgen könne, "muss das erste gewonnen werden", forderte der Trainer.

Der Türke Hamit Altintop stachelt vor dem Schlüsselspiel gegen seine Landsleute den Ehrgeiz der Mannschaft an und fordert: "Wir müssen als Team enger zusammenrücken und die Qualitäten zeigen, die uns im letzten Jahr ausgezeichnet haben. Da haben wir die Spiele gewonnen, weil wir an uns geglaubt haben und geschlossen aufgetreten sind. Wir müssen Fenerbahce permanent unter Druck setzen."

Istanbul ohne Superstar Alex

Doch für "Fener"-Coach Christoph Daum "steht Schalke mehr unter Druck". "Die Schalker müssen gewinnen. Aber die 0:6-Pokalschlappe in Frankfurt und die Niederlage in Hamburg macht es für uns schwerer. Auch wir stehen in dieser Nervengruppe mit dem Rücken zur Wand. Es wird ein "Alles-oder-Nichts-Spiel"", sagt der 52-Jährige vor dem Gastspiel des türkischen Tabellenführers: "Ich trete erstmals in einem Pflichtspiel wieder in meiner Heimat an. Aber es gibt nichts zu beweisen. Ein Erfolg wäre eine Auszeichnung für den türkischen Fußball und meine Arbeit."

Allerdings muss Daum, der mit seiner Mannschaft in der türkischen Meisterschaft neunmal in Folge gewann und beim 1:0 gegen Gaziantepspor zum 100. Mal auf der Bank von Fenerbahce saß, auf seinen Superstar Alex nach seiner Gelb-Roten Karte im Hinspiel (3:3) verzichten. "Mit Alex fällt mein Schlüsselspieler, der Ideen- und Passgeber, der Mann für Standards aus. So einen Spielertypen haben wir nicht noch einmal. Wir müssen ohne ihn aus der schwierigen Situation das Maximale machen", sagt Daum. Für Alex wird voraussichtlich Marco Aurelio spielen.

Autor: jso

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