Für Schalke 04 könnte der Traum vom Achtelfinale der Champions League schon heute (20.45 Uhr) fast vorbei sein, sollten die

Schalke: Scheideweg in der Hölle

jso
19. Oktober 2005, 08:31 Uhr

Für Schalke 04 könnte der Traum vom Achtelfinale der Champions League schon heute (20.45 Uhr) fast vorbei sein, sollten die "Königsblauen" ihr drittes Gruppenspiel beim türkischen Champion Fenerbahce Istanbul verlieren.

Beim FC Schalke 04 ist man sich der Bedeutung der heutigen Champions-League-Partie (20.45 Uhr MESZ/live bei Premiere) beim türkischen Meister Fenerbahce Istanbul bewusst. "Bei einer Niederlage wären wir raus", erklärt Teammanager Andreas Müller. Und Manager Rudi Assauer rechnet vor: "Die Formel lautet: Wir müssen einen Punkt holen und dann die Heimspiele gegen Istanbul und Eindhoven gewinnen, dann hätten wir einen großen Sprung gemacht." Mit nur einem Zähler aus den ersten beiden Auftritten in der "Königsklasse" steht der deutsche Vizemeister gehörig unter Druck. Ginge der Bundesliga-Vierte im Sükrü-Saracoglu-Stadion leer aus, wären die Chancen aufs Achtelfinale nur noch theoretischer Natur.

Schalke erwartet die "Hölle"

Wie sie im ersten "Endspiel" am Bosporus von den 50.000 fanatischen Zuschauern empfangen werden, wissen die Schalker genau. "In Istanbul erwartet uns die Hölle", prophezeite Torhüter Frank Rost. Und Hamit Altintop, als türkischer Nationalspieler bestens mit der Atmosphäre vertraut, ergänzte: "Die Fans sind total verrückt. Da ist das Adrenalin 90 Minuten so hoch, wie es in der Bundesliga vielleicht 15 Minuten ist."

Wie man dort bestehen kann, weiß der gebürtige Gelsenkirchener auch: "Die Türken meinen, sie müssten das Spiel schon in den ersten 30 Minuten gewinnen. Sonst kriegen die Druck und Pfiffe von den Fans. Da müssen wir kühlen Kopf bewahren und Geduld haben." Dafür müssten die Schalker allerdings anders als beim glücklichen 1:1 am vergangenen Samstag gegen Bayern München von der ersten Minute an hellwach sein.

"Fener" in guter Form

Nach dem überzeugenden 3:0 vor drei Wochen gegen den PSV Eindhoven und sieben Siegen in Folge in der Süper Lig (zuletzt 2:1 gegen Ankaragücü) ist das Selbstbewusstsein beim 16-maligen türkischen Champion groß. "Fener ist gut drauf. Ich gehe davon aus, dass wir gewinnen", sagte Trainer Christoph Daum, der vor den in der Bundesliga noch ungeschlagenen Königsblauen aber gehörigen Respekt hat: "Schalke hat eine sehr starke Mannschaft, das wird für uns eine ganz harte Nuss."

Der ehemalige Bundesliga-Coach kann nach der Rückkehr der verletzten Servet Cetin und Tuncay ebenso aus dem Vollen schöpfen wie sein Gegenüber Ralf Rangnick. Dem bereitet vor allem die anhaltende Formschwäche seiner Nationalspieler Kevin Kuranyi und Fabian Ernst Kopfzerbrechen. Bei der Ankunft in Istanbul hat sich der Schalker Coach für den Einsatz von Altintop für Ernst entschieden: "Hamit wird von Anfang spielen." Und Rangnick begründete seine Entscheidung gegen Ernst so: "Es geht darum, ob Fabian Ernst momentan in der Lage ist, die Leistung zu bringen, die wir von ihm erwarten und die er selbst von sich erwartet." Für sich entschied Rangnick die Frage mit nein. Altintop hat schon eine genaue Vorstellung vom Verlauf des Spiels: "Ich habe Torhüter Volkan bei der Nationalmannschaft schon gesagt, dass ich ihm aus 30 Metern einen reinhaue." Beim spektakulären 2:2 gegen den AC Mailand hatte Altintop den Schalkern mit einem fulminanten Weitschuss den ersten und bisher einzigen Punkt gesichert.

Autor: jso

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