Nach zwei Auftaktniederlagen will Werder Bremen am dritten Spieltag der Champions League endlich punkten. Im

Werder in Udine auf der Suche nach der Trendwende

18. Oktober 2005, 09:48 Uhr

Nach zwei Auftaktniederlagen will Werder Bremen am dritten Spieltag der Champions League endlich punkten. Im "halben Endspiel" muss der Bundesliga-Spitzenreiter heute (20.45 Uhr) bei Udinese Calcio unbedingt siegen.

In der Liga auf Kurs - in der Champions League unter Druck: Für Werder Bremen ist heute Abend (20.45 Uhr/live bei Premiere) beim italienischen Vertreter Udinese Calcio ein Sieg Pflicht. Nach den beiden Auftaktpleiten in der "Königsklasse" will der neue Bundesliga-Spitzenreiter den Schwung mitnehmen und im dritten Vorrundenspiel die ersten Punkte in der Champions League einfahren. "Diese Partie ist ein halbes Endspiel für uns, fast schon mehr", beschreibt Mittelfeldregisseur Johan Micoud die schwierige Situation. Sollten die Hanseaten auch im Stadio Friuli nicht punkten können, wären die Chancen auf das Erreichen des Achtelfinales nur noch theoretischer Natur.

"Ein Sieg wäre eine Trendwende"

Doch als der Flug HOA 727 am Vormittag vom Bremer Flughafen Neuenland nach Triest abhob, war reichlich Optimismus mit im Reisegepäck. "Ein Sieg wäre eine Trendwende, unser Team wird diese Chance packen", sagte Werders Vorstandsvorsitzender Jürgen L. Born zuversichtlich. Und auch Sportdirektor Klaus Allofs hat den Sprung in die nächste Runde noch längst nicht abgeschrieben: "Wir haben es immer noch selbst in der Hand, unser Blick geht ganz klar auf Platz zwei. Es ist an der Zeit, etwas Zählbares zu erreichen."

Nach dem 6:2-Kantersieg gegen den 1. FC Nürnberg sollte die aktuelle Form stimmen, ein Unentschieden wäre daher aus der Sicht von Nationalspieler Torsten Frings fast schon zu wenig: "Wir können und wollen auf Sieg spielen." Trainer Thomas Schaaf erwartet, dass seine Spieler den zuletzt erfolgreichen Weg weitergehen. "Sie müssen nun den nächsten Schritt machen", sagte der Coach erwartungsvoll.

Pasanen und Klasnic nicht dabei

Da soll und darf es auch keine Entschuldigung sein, dass mit Abwehrspieler Petri Pasanen (Muskelfaserriss) und Torjäger Ivan Klasnic (Gelb-Rot-Sperre) zwei Stammspieler im Friaul nicht zur Verfügung stehen. Davon will auch Miroslav Klose, dreifacher Torschütze gegen die Franken, nichts wissen: "Ich kann auch mit Nelson Valdez gut zusammenspielen." Da dürfte der Ausfall des Finnen schon schwerer ins Gewicht fallen, denn die Deckung war zuletzt sowohl in der Liga als auch international das Bremer Sorgenkind.

Deshalb fordert Schaaf Konzentration von der ersten Minute an, denn in Athen war die Partie nach zwei überflüssigen Gegentoren in den ersten acht Minuten schon in der Anfangsphase beinahe entschieden: "Wir müssen sehr aufpassen, dass wir nicht zu viele Chancen zulassen." Gelegenheiten vor dem gegnerischen Tor nutzen, das traut der 44-Jährige auch Klasnic-Ersatz Valdez mittlerweile mehr zu als früher: "Nelson kommt langsam dahin, dass er auch die Früchte seiner Arbeit erntet."

Udine-Sturm brandgefährlich

Die Gastgeber haben zwar in Italien noch nie einen Titel gewonnen, zwei absolute Topstürmer könnten aber der Defensive der Hanseaten so manches Rätsel aufgeben. Vincenzo Iaquinta schoss alle drei Treffer beim 3:0-Sieg des Teams von Coach Serse Cosmi gegen Panathinaikos Athen, Nebenmann David di Michele war in der Serie A am Wochenende beim 3:2-Erfolg in Siena dreimal erfolgreich. "Wenn wir spielen wie gegen die Griechen, schlagen wir auch Werder", glaubt der 29-Jährige.

Autor:

Kommentieren