Lange hat es gedauert, doch Dienstagnachmittag vermeldete der VfL Bochum die Verpflichtung von Torhüter Daniel Marcio Fernandes.

Bochum: Fernandes kommt für vier Jahre aus Saloniki

Keeper-Hüne hat das Zeug zum Publikumsliebling

28. Mai 2008, 21:43 Uhr

Lange hat es gedauert, doch Dienstagnachmittag vermeldete der VfL Bochum die Verpflichtung von Torhüter Daniel Marcio Fernandes.

Der 24-Jährige Portugiese, der auch die kanadische Staatsbürgerschaft besitzt, wechselt vom griechischen Erstligisten PAOK Saloniki zum VfL, wo er einen Vierjahresvertrag für beide Ligen unterschrieb. Er dürfte den VfL eine runde Millionen Euro als Ablösesumme kosten. Der VfL hofft, mit der Verpflichtung des 1,95 m großen Goalies sein Torwartproblem langfristig gelöst zu haben. Denn der Keeper, der fünfeinhalb Jahre bei PAOK spielte und es dabei auf insgesamt 90 Ligaspiele und fünf UEFA-Cup-Einsätze brachte, hofft, mit seinem Wechsel nach Bochum auch für die portugiesische Nationalmannschaft wieder ein Thema zu werden. Für die er 2007 während der EM-Qualifikation auch schon mal im Kader stand.

Die Verpflichtung von Fernandes kommt eigentlich zwölf Monate verspätet. Denn schon im letzten Jahr waren die Bochumer am Schlussmann interessiert, der allerdings einen Vertrag bis 2011 besaß. Die Crux damals: Theodoros Zagoraks, der es als Kapitän der griechischen Nationalmannschaft zu 120 Länderspielen brachte, wurde just im letzten Sommer Präsident bei PAOK. Und der Neue auf der Kommandobrücke des Klubs hatte alles im Sinn, nur nicht den Verkauf des Publikumslieblings. Doch jetzt ist die Situation eine andere gewesen. Saloniki ist notorisch klamm, und als der VfL die Ablösesumme von einer Millionen überschritt, bekam man aus Griechenland das Ja-Wort.

Das hatte der Keeper längst schon gegeben: "Ich bin sehr froh, dass es endlich geklappt hat. Seit den Gesprächen vor einem Jahr habe ich die Entwicklung des VfL sehr intensiv verfolgt und immer wieder Kontakt zu den Verantwortlichen gehalten. Ich freue mich auf die Spiele in der Bundesliga."

Das Leben des als bodenständig geltenden Fernandes ist allerdings alles andere als langweilig. Seine Eltern, die er gerade besucht, leben in Vancouver. Seine Freundin Tori, mit der er nach Bochum kommt, ist Norwegerin. Gespielt hat er in Saloniki, und folglich werden zu seinen Sprachkenntnissen in Englisch, Griechisch, Portugiesisch und ein wenig Norwegisch auch noch Deutsch hinzu kommen. Berater Christos Orkas: "Er ist ein sehr offener Typ, hat das Zeug zu einem Publikumsliebling."

Mit Fernandes hat der VfL keinesfalls die Katze im Sack gekauft. Mehrere Male pendelte Orkas erst mit Stefan Kuntz, dann mit Marcel Koller und auch mit Peter Greiber nach Saloniki, um sich von der Qualität des Hünen zu überzeugen. Orkas: "Ich glaube, wir haben einen Keeper gefunden, der sowohl sportlich als auch menschlich 100-prozentig passt." Fernandes wird ein paar Tage vor dem Trainingsauftakt am 26. Juni in Bochum erwartet.

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