Hängende Köpfe, Enttäuschung, Frust: Die Zweitvertretung von Borussia Dortmund, zur Winterpause noch Shooting-Star der Regionalliga Nord, hat das Ziel im Endspurt verpasst.

Dortmund II: Dritte Bundesliga verpasst

Tränen in der Kabine

tt
24. Mai 2008, 19:58 Uhr

Hängende Köpfe, Enttäuschung, Frust: Die Zweitvertretung von Borussia Dortmund, zur Winterpause noch Shooting-Star der Regionalliga Nord, hat das Ziel im Endspurt verpasst.

Durch das 1:2 (0:0) gegen Wolfsburg dampft der Drittliga-Zug ohne die Schwarz-Gelben ab. "Dass wir so nah dran sein würden, das hätten wir eigentlich nie für möglich gehalten, nachdem wir uns letzte Saison erst am letzten Spieltag retten konnten", fasste Trainer Theo Schneider zusammen, "so knapp zu scheitern, ist natürlich bitter. Die Jungs saßen gestern weinend in der Kabine."

Ob seine aufbauenden Worte über die Trauer hinwegtröstet, sei dahingestellt. Schneider: "Wir sind nicht qualifiziert, aber auch nicht abgestiegen. Es ist schon traurig, dass unser Traum nicht in Erfüllung geht. Wir werden versuchen, in der kommenden Saison eine gute Rolle in der Regionalliga zu spielen."
Letztlich lag es nicht nur an Pech, diversen Ausfällen und Umstellungen, sondern irgendwo auch an der Qualität. Der eingewechselte Mehmet Boztepe knallte in der letzten Minute beim Stand von 1:1 über die Kugel, das Wolfsburger Tor war leer. Da BVB-Keeper Marcel Höttecke mit nach vorne geeilt war, nutzte der VfL die Chance und beförderte den Ball durch Thomas Brechler in den verwaisten Kasten. Schneider: "Das war Fußball brutal."

Assistent Ingo Preuß stellte fest: "Mit einem Sieg hätten wir das Endspiel in Braunschweig schaffen können, so ist natürlich alles gelaufen. Wir haben nicht umsonst in den letzten acht, neun Spielen ganz wenig Tore geschossen, das 4:0 in Lübeck war da die Ausnahme. Als wir plötzlich etwas zu verlieren hatten, da konnte die Mannschaft dem Druck nicht standhalten."

Wie man frei aufspielt, zeigte Wolfsburg. Der Tabellenletzte hinterließ trotz – oder gerade wegen – aussichtsloser Lage einen prima Eindruck. Kapitän Daniel Reiche: "Wir kamen als abgeschlagenes Schlusslicht, wollten einfach ordentlich Fußball spielen. Das Siegtor war sicherlich super-glücklich, aber so was passiert halt. Dem BVB hätte ich die Quali nach einer insgesamt guten Saison gegönnt." Der quirlige Valdet Rama, in der kommenden Serie beim FC Ingolstadt unter Vertrag, mutmaßte: "Vielleicht hat uns der BVB auch etwas unterschätzt. Wir haben wirklich gute Kicker im Team, das konnten wir gegen Dortmund zeigen."

Autor: tt

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