Dortmund: 250 Zuschauer sehen Spitzenspiel der Gruppe 1

Urania Lütgendortmund unterliegt im Spitzenspiel

22. Oktober 2006, 21:28 Uhr

Eine besonders in der ersten Hälfte ausgeglichene, kampfbetonte und technisch ansprechende Kreisliga A-Begegnung sahen die etwa 250 Besucher bei der Partie zwischen Fortuna Dorstfeld und Urania Lütgendortmund. Das bessere Ende in diesem Spitzenspiel hatte nach 90 Minuten aber mit 3:1 Toren die Heimmannschaft.[i]Ein Ortstermin[/i]

Wäre das Glück ein wenig mehr auf Seiten der Uraner gewesen, hätte die Begegnung durchaus auch zu Gunsten des Gastes aus Lütgendortmund ausgehen können. So mussten sie den Heimweg aber ohne Punkte antreten.

Doch von Beginn an. Ganze sechs Minuten dauerte es, bis die Urania-Anhänger zum ersten Mal den Torschrei auf den Lippen hatten, aber der knallharte 20-Meter-Schuss von Marco Oscheja klatschte an die Latte und sprang von dort ins Feld zurück. Danach war das Spiel zwar ansehnlich, gute Torgelegenheiten blieben aber Mangelware, weil sich die Aktionen fast ausschließlich im Mittelfeld abspielten.

Eine „hunderprozentige“ Torchance für Urania leitete dann die vorentscheidenden fünf Minuten der Begegnung ein. Die 40. Spielminute war gerade angebrochen, als Dennis Schultze einen langen Einwurf mit dem Kopf verlängerte und damit den aufgerückten Levent Özkal in aussichtsreichste Position brachte.

Özkal zeigte sich aber als klassischer „Chancentod“ und köpfte den Ball aus drei Metern völlig unbedrängt über das Tor. Danach sollte sich wieder eine alte Fußballweisheit bewahrheiten, dass leichtfertig vergebene Torchancen fast immer bestraft werden. Und genau so kam es für die junge Truppe von Roland Pohl. Nach einem Eckball der Dorstfelder konnte die Lütgendortmunder Hintermannschaft nicht entscheidend klären und diese Schwäche nutzte der erfahrene Alberto Bianco eiskalt aus. Er ließ sich nicht zweimal bitten und traf mit einem Drehschuss zum 1:0 (43.). Wiederum Levent Özkal besaß nur 30 Sekunden später die Gelegenheit zum Ausgleich. Dieses Mal stand ihm aber nicht sein Unvermögen, sondern das Pech im Wege. Seinen knallharten Distanzschuss hätte Dorstfelds Keeper Gökhan nie und nimmer erreicht, aber der Ball fand nicht den Weg ins Tor, sondern landete wieder am Querbalken.

So blieb es dann zur Halbzeit bei dem glücklichen 1:0 für die Elf von Ex-Profi Jörg Mielers. Nach dem Pausentee versuchten die Uranen das Spiel zu dominieren. Vor allem ihr Mittelfeldmotor und Kapitän Thorsten Schultze riss das Spiel immer mehr an sich und setzte die offensiven Akzente. Doch seine Bälle fanden kaum Abnehmer, dementsprechend blieben Torgelegenheiten aus.

Ein katastrophaler Fehler des Uranen-Keeper, Tim Birkmeyer, ermöglichte den Dorstfeldern in der 57. Spielminute die Gelegenheit, ihre Führung auszubauen. Der Torwart konnte einen harmlosen Freistoß nur abklatschen, wiederum war Alberto Bianco der Nutznießer. Gedankenschneller als die gesamte Uranen-Abwehr staubte er nach dem Abpraller zum 2:0 ab.

Knüppeldick kam es dann für den heute äußerst unglücklich agierenden Levent Özkal. Gerade mit Gelb verwarnt, hielt er seinen Gegenspieler völlig unnötig im Mittelkreis fest und durfte vorzeitig zum Duschen (60.).

Wer aber geglaubt hatte, die Dorstfelder würden das jetzt locker nach Hause spielen, sah sich getäuscht. „Man hat wieder gesehen, dass man mit zehn Mann besser spielt als mit elf“, war Dorstfelds Trainer Mielers nicht entgangen, dass seine Mannschaft von dem Platzverweis nicht profitieren konnte.

Dazu brachte Uranen-Übungsleiter Pohl mit Mike Schwalbach und Rico Gottwald zwei frische Offensivkräfte, die für einiges Durcheinander bei den Fortunen sorgten. Schwalbach nutzte dann auch gleich seine erste echte Gelegenheit zum Anschlusstreffer. Nach einer präzisen Flanke von Jörn Franke köpfte er zum Anschlusstreffer ein (72.).

Jetzt kam noch einmal richtig Leben in das Spiel. Lütgendortmund warf alles nach vorne, lud den Gegner dadurch allerdings zum Kontern ein. Als diese Konter aber reihenweise kläglich vergeben wurden, hatte man das Gefühl, dass jeden Augenblick der Ausgleich fallen könnte.

In dieser hektischen Phase wollte Mielers ein bisschen Zeit gewinnen und wechselte daher noch einmal aus. Er brachte den jungen Björn Schäfer, der prompt den entscheidenden Treffer markierte. Im Mittelfeld erkämpfte er sich den Ball, ließ zwei Gegenspieler aussteigen und spitzelte dann den Ball am herausstürzenden Birkmeyer vorbei zum 3:1-Endstand ins Netz (90. +3.).

Uranias Coach Roland Pohl wollte seinen Spielern anschließend keinen Vorwurf machen: „Die Mannschaft hat alles gegeben und alles riskiert. Entscheidend waren die letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit, in der meine jungen Spieler einfach zu unerfahren waren.“

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