Auch wenn Wolf Werner, Fortunas Geschäftsführer Sport, noch immer an den Aufstieg glaubt, ist es kaum vorstellbar, dass der Konkurrent RW Oberhausen sich gleich zwei Ausrutscher erlaubt.

Düsseldorf: Lintjens und Cichon in Werners Visier

Viele Fragezeichen, "Lumpi" vor Abflug

kru
22. Mai 2008, 15:30 Uhr

Auch wenn Wolf Werner, Fortunas Geschäftsführer Sport, noch immer an den Aufstieg glaubt, ist es kaum vorstellbar, dass der Konkurrent RW Oberhausen sich gleich zwei Ausrutscher erlaubt.

Werner: "RWO hat sich eine Riesen-Voraussetzung geschaffen und diese auch verdient." Dennoch begründet der Funktionär seine Hoffnung: "Unser Traum von der Zweiten Liga ist erst dann geplatzt, wenn er rechnerisch nicht mehr erfüllbar ist. Wir haben es doch im vergangenen Jahr gesehen. Damals schien Magdeburg auch schon aufgestiegen." Sein Zusatz: "Wenn es am Ende nicht klappt, müssen wir das akzeptieren. So ist das unter Sportlern."

Aber von allen Aufstiegs-Gedanken abgesehen hat Werner auch noch andere Sachen im Kopf. Denn die Kaderplanung ist ein heißes Thema, jede Menge auslaufende Verträge gilt es zu verlängern. "Mit den Spielern, mit denen wir nicht weiter arbeiten wollen, haben wir bereits gesprochen. Die wissen Bescheid. Zudem gab es natürlich auch schon Gespräche in die andere Richtung. Wir haben unser Interesse signalisiert", sagt Werner.

Der eine oder andere Akteur sieht das ein wenig anders und wartet nach wie vor auf ein Signal des Vereins. "Man muss sich nur in den anderen Clubs umschauen. Außer bei den Oberhausenern, die schon mit vielen Kickern verlängert haben, hört man von niemandem, dass die Kaderplanung weit fortgeschritten ist." Er schiebt nach: "Selbt von Ahlen, das sich eigentlich recht sicher sein konnte, liest man, dass um die Verlängerung von Top-Torjäger Lars Toborg gebangt wird."

Fakt ist: Auch wenn es erneut nicht mit dem Gang in die Zweite Liga klappen sollte, ein neuer Angriff wird in der kommenden Saison gestartet. "Wir wollen eine Mannschaft zusammenstellen, die wieder ganz oben mitspielt", betont Werner. RS hat die wackeligen Kandidaten unter die Lupe genommen:

Andreas Lambertz: Der Publikums-Liebling vor dem Absprung? Werner: "Wir sehen gute Chancen, ihn zu halten. Aber mehrere Vereine interessieren sich für ihn." Kandidaten sind Osnabrück, dessen Trainer "Pele" Wollitz sein Interesse schon bestätigt hat, und Alemannia Aachen, dessen Sportlicher Leiter Jörg Schmadtke schon mehrfach in der LTU-arena zu Gast war.

Robert Palikuca: Der Vertrag läuft aus und der Verein hat noch nicht mit ihm gesprochen, daher stehen die Zeichen eher auf Abschied. Der Abwehrrecke hat einige Angebote vorliegen.

Hamza Cakir: Mit dem Eigengewächs soll verlängert werden. Cakir wird in seinen Leistungen immer konstanter und ist in der Defensive vielseitig einsetzbar (Innen- und rechte Außenverteidigung sowie vor der Abwehr).

Jens Langeneke: Seine Vertrags-Verlängerung ist eigentlich ein Muss. Wenn jemand in dieser Saison herauszuheben ist, dann der Abwehrchef. Begeistert nicht nur durch solide Leistungen sondern auch durch unheimliche Präsenz auf dem Platz.

Henri Heeren: Der Kapitän zeigte entweder verletzungsbedingte Abwesenheit oder eher durchwachsene Auftritte. Sein Vertrag gilt nur für die Zweite Liga. Klappt der Aufstieg nicht, muss der Niederländer sich andersweitig umschauen.

Olivier de Cock: Ist nur vom FC Brügge ausgeliehen. Mit anderen Worten: Nicht nur Spieler und Club müssen sich einig werden, sondern in diesem Fall kommt mit Brügge ein Dritter hinzu. Der Defensive hat bereits signalisiert, sich auch ein Weitermachen in der Dritten Liga vorstellen zu können.

Markus Anfang: Zuletzt ins zweite Glied gerückt und damit nicht gerade glücklich. Von der Bank aus wird sich der Mittelfeld-Akteur ein weiteres Jahr nicht ansehen.

David Krecidlo: Sein Wechsel zum SC Paderborn steht bereits fest. Werner: "Er kam in der Rückrunde nicht mehr zum Zuge und hat gesehen, dass Trainer Norbert Meier nicht mit ihm plant. Aber für ihn freut es mich, dass er direkt eine neue Herausforderung gefunden hat."

Claus Costa: Hat sich zuletzt in den Vordergrund gekämpft und wird sicher ein Thema für einen Neustart Richtung Zweite Liga sein, auch wenn er noch kein gültiges Papier für das kommende Jahr hat.

Adrian Spier: Das Talent kam vorzugsweise in der Oberliga-Truppe zum Einsatz, hat aber sicher großes Potenzial. Der Vertrag läuft aus, aber eine Verlängerung ist nicht unwahrscheinlich.

Marek Klimczok, Gabriel Czajor, Ivan Pusic, Ken Asaeda: Dieses Quartett durfte sich fast nur in der Zweiten Mannschaft beweisen, sodass alles für einen Abschied spricht. Man kann allerhöchstens von einem weiteren Arrangement in der Reserve ausgehen.

Mögliche Neuzugänge: Auf Werners Zettel sollen Sven Lintjens vom SC Paderborn und Thomas Cichon vom VfL Osnabrück stehen. Der Zweitliga-Kicker wohnt in Essen und erwartet Nachwuchs, möchte deshalb nicht mehr permanent pendeln. Zudem wäre ein Blick auf MSV-Talent Markus Neumayr nicht unlogisch.

Autor: kru

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