Die Kreisliga knistert. Wenn es für die Kicker im Auf- und Abstiegskampf um den Lohn einer ganzen Spielzeit geht, bedeutet das Spannung im XL-Format, der emotionale Höhepunkt der Saison. Während man in Frintrop etwa bereits den Aufstieg feiert, hat B-Ligist Ballfreunde Bergeborbeck nach dem lange herbeigesehnten Spitzenspiel lediglich noch gute Chancen, als einer der besten Nichtaufsteiger aller Zeiten in die Kreisliga-Geschichtsbücher einzugehen.

Essen: Kreisliga kompakt

Frintrop feiert, Bergeborbeck weint

Aaron Knopp
19. Mai 2008, 14:53 Uhr

Die Kreisliga knistert. Wenn es für die Kicker im Auf- und Abstiegskampf um den Lohn einer ganzen Spielzeit geht, bedeutet das Spannung im XL-Format, der emotionale Höhepunkt der Saison. Während man in Frintrop etwa bereits den Aufstieg feiert, hat B-Ligist Ballfreunde Bergeborbeck nach dem lange herbeigesehnten Spitzenspiel lediglich noch gute Chancen, als einer der besten Nichtaufsteiger aller Zeiten in die Kreisliga-Geschichtsbücher einzugehen.

Kreisliga A Essen Nord-West:

An der Defensive könnten sie noch ein wenig arbeiten. Union Frintrops 39 Gegentore sind der deutlich schwächste Wert aller vier Spitzenteams. Doch mehr kann man beim besten Willen nicht kritisieren: Das beste Torverhältnis, die komplette Rückrunde ohne Niederlage, seit dem achten Spieltag ununterbrochen auf einem Aufstiegsrang.

Dass sich der Spitzenreiter mit dem 3:1 bei der SG Altenessen nun endgültig in die Bezirksliga schoss, war nach 28 Spieltagen nicht mehr als folgerichtig. "Wir sind etwas ungünstig gestartet, aber spätestens in der Rückrunde haben wir es uns verdient. In jedem Spiel, außer gegen Katernberg, immer ein Tor geschossen und gewonnen", weiß Trainer Michael Wollert. Dennoch fallen die Ziele für die kommende Bezirksliga-Serie bescheiden aus: "Wir wollen versuchen, die Klasse zu halten, mehr nicht. Als Neuling muss man realistisch sein."

Wer das zweite Aufstiegs-Ticket löst, ist weiterhin völlig offen. Nachdem TuS Holsterhausen, die Sportfreunde Katernberg und der SC Frintrop ihre Aufgaben am Wochenende siegreich gestalteten und Katernberg noch gegen Frintrop und Holsterhausen ran muss, könnte die Entscheidung tatsächlich erst am letzten Spieltag fallen.

Kreisliga A Essen Süd-Ost:

Mit soviel Spannung kann die Parallelgruppe aus dem Süd-Osten nicht mithalten. Der Heisinger SV feierte bereits den Aufstieg und nachdem SuS Niederbonsfeld (3:2 beim RSC Essen) knapp in der Erfolgsspur blieb, kann der Tabellenzweite angesichts von fünf Punkten Vorsprung auf die Reserve des FC Kray - bei noch zwei ausstehenden Spielen - praktisch für die Bezirksliga planen.

Dass es dennoch unterhaltsam zuging, dafür sorgten die Kicker des VfB Wacker Steele - mit dem Kuriosum des Spieltags. Mit dem letzten Aufgebot ging es zum SC Werden-Heidhausen II, wo es die befürchtet derbe Klatsche setzte. Bereits zur Pause lag das Kellerkind mit 5:0 in Front.

Doch statt "Scheibenschießen Teil 2" mussten sich die Werdener mit drei Punkten am Grünen Tisch abspeisen lassen. Denn einige Kicker von der Wolfskuhle hatten die Nase bereits nach 45 Minuten voll und entschlossen sich, gleich in der Kabine zu bleiben - der Unparteiischen brach die ohnehin schon einseitige Partie folgerichtig ab.

Kreisliga B Essen Nord-West Gruppe 1:

Lange war es kuschelig eng an der Spitze, zwei Spieltage vor dem Saisonende kann sich Tabellenführer Tus Essen-West 81 nach einem 7:3 über Tusem Essen mit nun vier Punkten Vorsprung aber etwas von TuRa 86 absetzen. Die Truppe um Spielertrainer Thorsten Funder besitzt rund ein Jahr nach dem Abstieg nun allerbeste Aussichten auf die direkte Rückkehr in die Kreisliga A.

Bedanken können sich die Kicker von der Keplerstraße aber vor allem bei der SuS-Haarzopf-Reserve. Die Kicker vom Föhrenweg trotzten Verfolger TuRa 86 ein 1:1 ab und machten damit den Weg für TuS 81 frei. Der Ligaprimus kann bereits mit einem Sieg am kommenden Wochenende gegen die abstiegsbedrohten Zweitvertretung des SV Borbeck alles klar machen.

Kreisliga B Essen Nord-West Gruppe 2:

Die ganze Liga, ja, die komplette Essener Amateurfußballszene wartete auf den "Kampf der Giganten" zwischen den NK Croatia Essen und den Ballfreunden Bergeborbeck. Das Hinspiel endete noch 1:1 und spiegelte das denkbar knappe Kopf an Kopf-Rennen der beiden "Übermannschaften" wider. Auch im Rückspiel ging es eng zur Sache, jedoch hatten die "Kroaten" mit einem 1:0-Erfolg schließlich das glücklichere Ende für sich. Der direkte Wiederaufstieg scheint damit quasi unter Dach und Fach. Wie bitter der wahrscheinliche Verbleib in der Kreisliga B für die Truppe von Coach Jose Abeijon wirklich ist, unterstreicht ein Blick in die Statistik: Alle Spiele bis auf die NK-Matches gewonnen, 180 (!):20 Tore, 79 Punkte. Die Ballfreunde sind zum 40-jährigen Jubiläum auf dem Weg zu einem der wahrscheinlich besten Nichtaufsteiger aller Zeiten.

Kreisliga B Essen Süd-Ost Gruppe 1:

Ein besonders saurer Apfel wartet auch auf den Verlierer des Aufstiegszweikampfs der B-Liga Gruppe 1 im Süd-Osten. Zwar marschiert Fortuna Bredeney II weiterhin vornweg, hat aber mit dem Aufstiegsrennen nichts zu tun, da die "Erste" schon in der A-Liga vertreten ist. Der Tabellenzweite SV Leithe (5:0 bei den Sportfreunden 07 II) und -dritte TSK Essen (5:1 gegen die Sportfreunde Niederwenigern II) unterstrichen ihre Aufstiegsambitionen auch am 28. Spieltag. Aufgrund des lösbaren Restprogramms deutet dennoch momentan mehr auf den SV Leithe als künftigen A-Ligisten hin, dem der aktuelle Vorsprung von einem Pünktchen am Ende ausreichen könnte.

Kreisliga B Essen Süd-Ost Gruppe 2:

Das Rennen um Platz eins ist längst gelaufen, mit den Sportfreunden Steele 09 als strahlendem Sieger. Dennoch hält der Tabellenführer offenbar nichts davon, sich für den Rest der Saison zurückzulehnen, zudem ging es für den Gegner schließlich noch um den Klassenerhalt. Um allem Wettbewerbsverzerrungs-Anschuldigungen vorzubeugen, putzten die Steelenser das Schlusslicht SV Kupferdreh II vor fremder Kulisse gleich mit 6:1. Da die Partie der DJK Franz-Sales-Haus gegen den Vorletzten FC Kray III ausfiel, bleibt der Kampf um den Klassenerhalt dennoch offen. Die Truppe von der Buderusstraße trennt weiterhin nur ein wenig beruhigender Punkt vom berühmt-berüchtigten "Strich".

Autor: Aaron Knopp

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