Als großer Außenseiter tritt der FC Liverpool heute (20.45) im Halbfinal-Hinspiel der Champions League beim FC Chelsea an. Die

"Reds" hoffen gegen Chelsea auf "Geist von Turin"

db
27. April 2005, 14:49 Uhr

Als großer Außenseiter tritt der FC Liverpool heute (20.45) im Halbfinal-Hinspiel der Champions League beim FC Chelsea an. Die "Reds" setzen dabei auf den "Geist von Turin" aus ihrem Viertefinal-Erfolg gegen Juventus.

Getragen von einer Welle des Erfolgs empfängt der FC Chelsea heute im Halbfinal-Hinspiel der Champions League (20.45 Uhr MESZ/live bei Premiere und in SAT.1) den FC Liverpool. Den Gewinn der ersten englischen Meisterschaft seit 50 Jahren dürfte der Klub aus Westlondon am kommenden Wochenende gegen Bolton unter Dach und Fach bringen, ein Megadeal mit einem Sponsor hebt den Klub vor Manchester United auf die Pole-Position im Trikotsponsoring und sportlich zeigten die Bayern-Bezwinger nur in der Nachspielzeit in München mangelnde Konzentration.

Doch das Team des englischen Rekordmeisters um Kapitän Steven Gerrard und Nationalspieler Dietmar Hamann, das seine drei Saisonduelle mit Chelsea allesamt verlor, setzt vor der Partie an der ausverkauften Stamford Bridge auf den "Geist von Turin". "Wir haben gezeigt, dass wir auch Spiele gewinnen können, in denen uns keiner etwas zutraut. Mit diesem Geist ist alles möglich", verriet "Reds"-Teammanager Rafael Benitez. Mit einer konzentrierten Vorstellung hatte Liverpool im Viertelfinale bei Favorit Juventus Turin einen 2:1-Vorsprung aus dem Hinspiel durch ein torloses Unentschieden erfolgreich verteidigt.

Dabei ist es um das Nervenkostüm des Teams aus Liverpool nicht gut bestellt. In der Liga wurde Liverpool durch eine 0:1-Schlappe gegen Abstiegskandidat Crystal Palace im Kampf gegen den Ortsrivalen Everton um einen Platz in der Champions League zurückgeworfen. Nur ein Sieg in der Königsklasse - die "Reds" gewann viermal den Europapokal der Landesmeister - würde die Rückkehr in der kommenden Saison sichern. Dementsprechend rüsten sich die Routiniers zum brisanten Duell. "Ich bin noch nie soweit gewesen und es könnte meine letzte Chance sein", meinte der finnische Abwehrchef Sami Hyypiä.

Owen-Unterstützung für Ex-Kollegen

Mentale Unterstützung bot Ex-Kollege Michael Owen an, der mit Real Madrid im Kampf um die europäische Krone frühzeitig die Segel streichen musste. Der Stürmer setzt auf die Dynamik seines Nationalmannschaftskollegen Gerrard: "Wenn Stevie ein gutes Spiel macht, ist es immer ein gutes Spiel des Teams. In einem Duell kann Liverpool die ganze Saison retten."

Während der Konkurrent sich stark redet, befindet sich Chelsea in allen Bereichen auf der Überholspur. Teammanager Jose Mourinho, der bei den Spielen gegen Bayern München (4:2, 2:3) nach Verbalattacken eine UEFA-Sperre abbrummen musste und nicht auf der Bank saß, kehrt zurück an die Linie. Im Vorjahr führte er den FC Porto zum Titel, nun wollen ihm seine Mitarbeiter die Titelverteidigung schenken. "Ein weiteres Mal die Champions League zu gewinnen, wäre etwas ganz Besonderes", sagte Kapitän John Terry, seit Sonntagabend frisch gekürter Spieler des Jahres im Fußball-Mutterland.

Autor: db

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