Durch ein torloses Remis beim italienischen Rekordmeister Juventus Turin ist der FC Liverpool ins Halbfinale der Champions League eingezogen. Eindhoven setzte sich in einem Elfmeter-Krimi gegen Lyon durch.

Liverpool und PSV im Champions-League-Halbfinale

13. April 2005, 23:28 Uhr

Durch ein torloses Remis beim italienischen Rekordmeister Juventus Turin ist der FC Liverpool ins Halbfinale der Champions League eingezogen. Eindhoven setzte sich in einem Elfmeter-Krimi gegen Lyon durch.

Der FC Liverpool gehört erstmals seit 20 Jahren wieder zu den besten vier Mannschaften Europas. Die "Reds" verteidigten im Viertelfinale der Champions League beim italienischen Rekordmeister Juventus Turin durch ein 0:0 erfolgreich ihren 2:1-Vorsprung aus dem Hinspiel und treffen im Halbfinale nun im englischen Duell auf Bayern-Bezwinger FC Chelsea.

Das zweite Semifinale bestreiten voraussichtlich der AC Mailand, dem am Freitag von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) aller Voraussicht nach am grünen Tisch der Sieg gegen den Lokalrivalen Inter nach dem Spielabbruch am Dienstag wegen schwerer Ausschreitungen der Inter-Fans zugesprochen wird, und der PSV Eindhoven.

Das Team von Trainer Guus Hiddink setzte sich im letzten Viertelfinale gegen den französischen Meister Olympique Lyon 4:2 im Elfmeterschießen durch, nachdem es nach 90 und 120 Minuten wie beim Hinspiel in Lyon 1:1 (1:1, 1:0) gestanden hatte. Der PSV war zuletzt auf dem Weg zum Europapokalsieg 1988 in die Runde der letzten Vier eingezogen. Der Franzose Silvain Wiltord hatte den Bremen-Bezwinger Lyon in der 10. Minute mit seinem sechsten Champions-League-Tor in dieser Saison in Führung gebracht, der Brasilianer Alex (50.) für den PSV den Ausgleich erzielt. Im Elfmeterschießen wehrte Eindhovens Keeper Heurelho Gomes die Schüsse von Michael Essien und Eric Abidal ab, der Brasiliener Robert machte schließlich für den PSV alles klar.

Der viermalige Europacupsieger der Landesmeister aus Liverpool war zuletzt 1985 in diesem Wettbewerb so weit gekommen. Damals erreichten die Engländer sogar das Finale, in dem sie im Brüsseler Heysel-Stadion 0:1 gegen "Juve" verloren. Überschattet wurde die Partie damals durch 39 Todesopfer, die eine Massenpanik unter den Zuschauern gefordert hatte.

In einem über weite Strecken enttäuschenden Spiel im Stadio Delle Alpi in Turin versäumten es die Gastgeber, die Liverpooler entscheidend unter Druck zu setzen. Die "Reds", die ohne die verletzten Mittelfeldspieler Dietmar Hamann und Steven Gerrard angetreten waren, kamen nur selten in Bedrängnis. Der Schwede Zlatan Ibrahimovic (12.) und Abwehrspieler Fabio Cannavaro, der in der 78. Minute per Kopf den Pfosten traf, vergaben noch die besten Chancen für die Turiner. Für Liverpool hätte der tschechische Torjäger Milan Baros in der 50. Minute alles klar machen können, verfehlte aber das Turiner Tor knapp.

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