Der personell arg gebeutelte Bundesligist Bayer Leverkusen hat dem FC Liverpool im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League nichts entgegen zu setzen gehabt. Die Werkself unterlag im eigenen Stadion mit 1:3.

Leverkusener Rumpfelf ohne Chance gegen Liverpool

osc
09. März 2005, 23:15 Uhr

Der personell arg gebeutelte Bundesligist Bayer Leverkusen hat dem FC Liverpool im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League nichts entgegen zu setzen gehabt. Die Werkself unterlag im eigenen Stadion mit 1:3.

Bayer Leverkusen hat das "Wunder" nicht geschafft und sich mit seinem Rumpfteam von der Champions-League-Bühne verabschiedet. Im Achtelfinal-Rückspiel gegen den englischen Rekordmeister FC Liverpool gab es nach dem 1:3 im ersten Duell durch ein 1:3 (0:2) eine weitere Niederlage, womit die Gäste von der Anfield Road eindrucksvoll Revanche für den Viertelfinal-K.o. 2002 gegen den Werksklub nahmen.

Der Spanier Luis Garcia mit einem Doppelschlag in der 28. und 32. Minute sorgte für die Vorentscheidung zu Gunsten der Mannschaft des deutschen Nationalspielers Dietmar Hamann. Anschließend traf der tschechische EM-Star Milan Baros (67.) vor 22.500 Zuschauern in der ausverkauften BayArena, bevor Jacek Krzynowek (88.) der einzige Bayer-Treffer gelang. "Wenn man 1:3 verliert, hat man wenig Argumente. Allerdings mussten wir einige Leute ersetzen. Ausgerechnet in einer Phase, in der wir das Spiel in den Griff bekamen, haben wir die Gegentore kassiert. Wir hatten uns so viel vorgenommen, aber dann hat sich eine gewisse Unsicherheit breit gemacht. Wir hätten nur eine Chance gehabt, wenn wir mit dem ersten Torschuss getroffen hätten", resümierte Trainer Klaus Augenthaler.

Viele Verletzungen besiegelten das Aus

Entscheidend für das Aus der Rheinländer war die dünne Personaldecke. Zu den Gelb-gesperrten Paul Freier und Robson Ponte, sowie den Verletzten Jens Nowotny, Juan und Roque Junior gesellte sich in der 32. Minute auch noch der bulgarische Stürmerstar Dimitar Berbatow. Der in dieser Saison in der "Königsklasse" schon dreimal erfolgreiche Angreifer schied mit einer Rippenprellung aus. "Man kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat alles versucht, aber die Ausfälle waren am Ende nicht zu kompensieren. Außerdem fehlte einer wie Paul Freier, der sich in 1:1-Situationen durchsetzen kann", kommentierte Bayer-Sportchef Rudi Völler.

In keiner Phase des Duells gegen den viermaligen Europapokalsieger der Landesmeister, der vor drei Jahren noch mit 4:2 vor heimischer Kulisse bezwungen werden konnte, schafften es die Hausherren, an ihre glanzvollen Champions-League-Heimspiele anzuknüpfen. In der Gruppenphase hatte es gegen Real Madrid (3:0), AS Rom (3:1) und Dynamo Kiew (3:0) noch klare Erfolge gegeben.

Auch die Vertragsverlängerung mit Trainer Klaus Augenthaler am Dienstag als weitere Motivationsspritze brachte keinen Erfolg. Der dritte Einzug in die Runde der letzten Acht im wichtigsten und lukrativsten europäischen Klub-Wettbewerb blieb für Bayer ein Traum. Die "Reds" kassierten hingegen für den Vorstoß ins Viertelfinale eine Prämie von 1,95 Millionen Euro.

Liverpool dominierte die Partie

In der ersten Halbzeit dominierte Liverpool eindeutig und besaß durch Kapitän Steven Gerrard (27.) und Garcia (38.) noch zwei weitere hochkarätige Möglichkeiten. Beide Male reagierte Bayer-Torwart Jörg Butt glänzend. Zudem wurde der Mannschaft aus der Beatles-Stadt in der elften Minute nach einem klaren Foulspiel an EM-Star Milan Baros durch Nachwuchsmann Jan-Ingwer Callsen-Bracker ein klarer Foulelfmeter verweigert. Nach einer guten Stunde konnte es sich Gäste-Teammanager Rafael Benitez sogar leisten, Hamann auszuwechseln.

Auch die wenigen verbliebenen erfahrenen Akteure im Bayer-Team wie Bernd Schneider oder Carsten Ramelow konnten keine entscheidenden Akzente setzen. Für Gefahr sorgte gelegentlich der Brasilianer Franca (56./60.). Der Südamerikaner stand erstmals seit Wochen wieder in der Leverkusener Anfangsformation. Nach Berbatows Ausfall kam der zunächst auf die Bank verbannte Andrej Woronin zum Einsatz.

Autor: osc

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