Vor dem Rückspiel im Achtelfinale der Champions League hofft Bayer Leverkusen auf ein kleines Wunder. Nach dem 1:3 im Hinspiel beim FC Liverpool steht die personell gebeutelte Werkself heute Abend unter Druck.

Bayer Leverkusen hofft auf "magische Nacht"

tw
09. März 2005, 09:57 Uhr

Vor dem Rückspiel im Achtelfinale der Champions League hofft Bayer Leverkusen auf ein kleines Wunder. Nach dem 1:3 im Hinspiel beim FC Liverpool steht die personell gebeutelte Werkself heute Abend unter Druck.

Vor dem heutigen Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen den FC Liverpool (20.45 Uhr/live bei Premiere) glauben die Verantwortlichen von Bayer Leverkusen an eine weitere "magische Nacht" in der BayArena. Mit der Vertragsverlängerung von Trainer Klaus Augenthaler kurz vor dem Spiel gegen die "Reds", wollten die Verantwortlichen in Leverkusen ein weiteres Zeichen setzen. "Die Chance fürs Weiterkommen ist da. Die jungen Leute haben mein volles Vertrauen", erklärte Augenthaler vor dem Duell gegen den englischen Rekordmeister, der das Hinspiel an der Anfield Road mit 3:1 gewonnen hatte.

Das Last-Minute-Tor von Franca lässt Bayer überhaupt noch hoffen, denn ein 0:3 gegen die "Reds" wäre angesichts der personellen Probleme beim Werksklub kaum aufzuholen gewesen. Augenthaler muss nicht nur auf das verletzte Abwehr-Trio Jens Nowotny (Kreuzbandriss), Juan (Syndesmoseriss) und Roque Junior (Knieentzündung) verzichten, außerdem fehlen Robson Ponte und Paul Freier wegen ihrer Gelbsperre.

"Bubi"-Truppe steht unter Druck

So muss Bayer mit einer verstärkten "Bubi"-Truppe gegen den viermaligen Europapokalsieger der Landesmeister bestehen. Der 17-jährige Gonzalo Castro und Landon Donovan (23) im Mittelfeld sowie Jan-Ingwer Callsen-Bracker (20) in der Verteidigung stehen vor einer großen Bewährungsprobe. "Trotz der fünf Ausfälle - unser Kader ist stark genug", erklärte Bayer-Boss Wolfgang Holzhäuser. Vor drei Jahren warfen die Bayer-Asse die "Reds" nach einer 0:1-Hinspielniederlage durch ein 4:2 vor heimischer Kulisse aus dem Wettbewerb. Diesmal würde dieses Ergebnis allerdings nicht zum Weiterkommen reichen ...

Zwar ging die Generalprobe für den Vergleich mit dem 18-maligen englischen Champion in Hamburg (0:1) verloren, aber daheim waren die Rheinländer in dieser Saison in der Königsklasse eine Macht. Real Madrid (3:0), AS Rom (3:1) und Dynamo Kiew (3:0) wurden in der Gruppenphase klar bezwungen. "Zwei Tore sind gegen Liverpool immer drin", meinte auch Sportchef Rudi Völler im Brustton der Überzeugung.

Sportdirektor Völler zeigt sich selbstbewusst

Dass das Trio Castro, Donovan und Callsen-Bracker gerade einmal 14 Bundesligaspiele und drei Champions-League-Einsätze auf dem Buckel hat, ist für den ehemaligen DFB-Teamchef allerdings kein Grund für Zweifel. "Wir haben im Winter Nationalspieler wie Lucic, Kaluzny und Balitsch abgegeben, weil wir wussten, dass du dich - auch bei Engpässen - auf die jungen Burschen verlassen kannst", meinte Völler in der Bild. Holzhäuser fügte hinzu: "Es geht nicht ums Geld, sondern um das Image. Wir haben schon jetzt viel erreicht, denn wir haben in einer richtigen Hammergruppe Real, Kiew und Rom hinter uns gelassen."

Gute Ansätze zeigte im Hinspiel nach seiner Einwechslung in der zweiten Halbzeit US-Nationalspieler Donovan. Er soll diesmal anstelle von Ponte die Fäden im Mittelfeld ziehen und das Spiel mit seinen Pässen schnell machen. Daniel Bierofka ersetzt Freier.

Die Gäste von der Insel können zwar wieder auf Kapitän Steven Gerrard, der beim Hinspiel eine Gelbsperre absaß, sowie die zuletzt angeschlagenen Dietmar Hamann und Jerzy Dudek zurückgreifen. Dafür fällt der australische Stürmer Harry Kewell (Achillessehnen- und Knöchelbeschwerden) aus. Für ihn dürfte der Tscheche Vladimir Smicer spielen.

Autor: tw

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