Bayern zuversichtlich vor Duell in "Highbury"

09. März 2005, 08:23 Uhr

Vor dem heutigen Achtelfinal-Rückspiel der Champions League bei Arsenal London gibt sich der FC Bayern München gelassen. "Ich habe keine Angst vor der Angriffswelle von Arsenal" , sagt Münchens Trainer Felix Magath.

Heute steht für den deutschen Rekordmeister Bayern München das Rückspiel im Achtelfinale der Champions League auf den Programm. Die Süddeutschen müssen ab 20.45 Uhr (live bei Premiere und Sat.1) bei Arsenal London antreten. Obwohl Torjäger Roy Makaay verletzt fehlt und "Kaiser" Franz Beckenbauer ein "blaues Wunder" fürchtet, gibt sich Trainer Felix Magath gelassen: "Auf der Insel zu spielen, macht mir Spaß. Ich habe keine Angst vor der Angriffswelle von Arsenal."

Magath ist "sehr zuversichtlich", dass die Münchner mit dem 3:1 aus dem Hinspiel im Rücken erstmals seit 2002 wieder ins Viertelfinale einziehen werden - trotz des "Verlustes von Roy", den der Coach als "schweres Handicap" und Manager Uli Hoeneß als "Schock" bezeichnete. Makaay ist mit bisher sieben Toren in der "Königsklasse" zwar Bayerns Bester, doch in Paolo Guerrero verfüge der FCB über "hervorragenden Ersatz", glaubt Magath: "Es ist kein Problem, ihn auch in der Champions League von Beginn an zu bringen."

Zunächst wohl nur ein Angreifer

Wahrscheinlicher ist jedoch, dass der deutsche Rekordmeister mit nur einer Spitze angreifen wird und Alleinunterhalter Claudio Pizarro Unterstützung von einer "Flügelzange" mit Ze Roberto und Sebastian Deisler, der zuletzt in Freiburg überzeugte, erhält. Den freien Platz im defensiven Mittelfeld neben Martin Demichelis dürfte dann Torsten Frings einnehmen. Magath wird´s schon richten, glaubt Vorstands-Chef Rummenigge: "Egal, was er macht, er hat zurzeit ein sehr glückliches Händchen."

Magath setzt ohnehin auf Defensive, weil "Arsenal uns von der ersten Minute an unter Druck setzen wird". Kein Problem, versichert Rummenigge: "Unsere Abwehr ist momentan unser Prunkstück." Auch der Trainer hat vollstes Vertrauen in die Abwehrleistung seiner Spieler: Derzeit sei es "kaum möglich", einen Treffer gegen seine Mannschaft zu erzielen, selbst Arsenals Star-Stürmer Thierry Henry, am Samstag noch dreifacher Torschütze beim 3:0 gegen den FC Portsmouth, "trifft nicht immer dreimal in den Kasten. Ich glaube, dass er genug Tore gemacht hat und am Mittwoch leer ausgeht".

Duell Kahn - Lehmann tritt in den Hintergrund

Vor den Überlegungen um die richtige Taktik gegen den erwarteten Sturmlauf der "Gunners" tritt das erneute Duell der Nationaltorhüter Oliver Kahn und Jens Lehmann in den Hintergrund. Das liegt auch an den jüngsten Leistungen beider Keeper. Kahn hält seit Wochen fehlerlos, kassierte in neun Pflichtspielen 2005 gerade einmal vier Gegentore. Auch Lehmann spielte am Wochenende stark und ließ die Rufe nach einem neuen Keeper - zuletzt wurden Carlo Cudicini (FC Chelsea) und Ricardo Pereira (Sporting Lissabon) gehandelt - fürs erste verstummen.

Arsenals Sorgen gelten deshalb auch verstärkt Lehmanns Vorderleuten. Die wackelige Defensive spielte in bisher sieben Champions-League-Spielen nur einmal zu Null und ließ selbst gegen Abstiegskandidat Portsmouth viele Torchancen zu. Teammanager Arsene Wenger: "Dass wir keine Tore kassieren, ist mir neu." Zudem fallen die Innenverteidiger Sol Campbell und Pascal Cygan verletzt aus, die Viererkette in der Abwehr stellt sich so von alleine auf. "Ich habe keine Altenativen", klagte Wenger.

Auch Mittelfeldspieler Gilberto muss passen, Edu und vor allem Robert Pires sind fraglich. Gegen die Bayern wird es so in erster Linie auf Star-Stürmer Henry ankommen - und "die mentale Stärke", meinte Wenger, der sein Team diesbezüglich im Vorteil sieht: "Man konnte in den Gesichtern der Bayern-Spieler sehen, dass unser Tor in München ihnen einen mentalen Schlag versetzt hat."

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