Wir schauen nur auf uns“, war einer der geflügelten Sätze, die man in den vergangenen Tagen auf Schalke oft hörte.

Schalke: Alles andere als Platz zwei interessiert nicht mehr

Herzschlagfinale droht

hb
09. Mai 2008, 08:43 Uhr

Wir schauen nur auf uns“, war einer der geflügelten Sätze, die man in den vergangenen Tagen auf Schalke oft hörte.

Mittwoch aber schaute ganz Königsblau auf andere, nämlich auf das Nordderby zwischen dem HSV und Werder Bremen. Nach der eigenen Pflichtübung mit dem 3:0 in Bochum ging es darum, auf Rang zwei in den vorletzten Spieltag der 45. Bundesliga-Saison zu gehen.

Vermutlich wird es doch so sein, dass am 17. Mai ein Fernduell zwischen den Spielorten Nürnberg und Leverkusen darüber entscheidet, wer direkt in die Champions League einzieht oder im August in zwei K.o.-Spielen in die Quali muss. „Der Dritte interessiert uns nicht, wir gucken nur auf den zweiten Platz“, betonte Jermaine Jones. „Wir waren schon einmal auf Platz zwei, dann haben wir in Bremen verloren“, sinnierte Halil Altintop, der trotz des Bremer Erfolges ergänzt..

„Nun sieht es wieder ganz gut für uns aus. Das wollen wir uns nicht mehr nehmen lassen, denn ich glaube, dass Bremen in den letzten beiden Partien noch etwas liegen lässt.“ Fred Rutten sah in Bochum eine starke Stunde seiner künftigen Mannschaft, ehe er fünf Minuten vor dem Abpfiff das „rewirpowerStadion“ verließ. Mit seinem jetzigen Verein Twente Enschede spielt er am kommenden Samstag (19.30 Uhr in Emmen) im Hinspiel gegen Ajax Amsterdam um den Einzug in die europäische Königsklasse.

Der Sieger aus zwei Partien hat ein Ticket für die CL-Qualifikation in der Tasche, doch Schalke will sich diesen Umweg sparen. „Nach dem 1:1 gegen Hannover hatten ja schon viele befürchtet, wir fallen ganz aus den internationalen Rängen. Mit dem Sieg in Bochum haben wir allerdings wieder einen Schritt in die richtige Richtung gemacht“, fasste S04-Coach Mike Büskens die Situation vor dem Saisonfinale zusammen.

Die Aussicht, bald Rekord-Vizemeister zu werden, ist nicht so
schlecht. Diesmal wäre der an sich schmeichelhafte Titel mit wenig Schmerzen verbunden, das unterscheidet ihn von den bitteren´Erfahrungen in den Jahren 2001 und 2007. Der sechste zweite Platz seit Einführung der Bundesliga im Jahr 1963 (Bayern ist mit sieben zweiten Plätzen auch hier noch führend) würde nicht weh, sondern überaus gut tun, denn wer hätte nach dieser äußerst wechselhaft verlaufenen Spielzeit an diesen möglichen Ausgang geglaubt?

Und weil der direkte Einzug in die beste Fußball-Liga der Welt von der UEFA mit so üppigen Prämien dotiert wird, würde er Schalkes Abstand zu den ganz großen Clubs in Europa weiter verkürzen. „Das ist unser Ziel“, nickt Manager Andreas Müller. Es ist halt nicht mehr Schalkes Anspruch, die Nummer eins im Pott zu sein. Dortmund und Bochum sind um 19 beziehungsweise 20 Punkte distanziert. Es sind die Nachbarn, die sich gelegentlich am Reiz des Derbys berauschen können, doch die Gelsenkirchener wollen sich lieber mit Barcelona und Mailand messen. „Wir müssen uns noch zweimal sehr gut konzentrieren, dann stehen wir hoffentlich dort, wo wir hin wollten“, weiß Heiko Westermann, wo es für die Königsblauen lang geht. Er ist einer, der glaubhaft für das neue Schalker Selbstbewusstsein steht.

Autor: hb

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