Dass die Spielvereinigung seit Monaten ein desaströses Bild abgibt, ist bekannt. Die drohende Insolvenz, Spielerstreiks und Trainingsboykotts waren die Schlagzeilen. Bislang ging die katastrophale Situation aber immer spurlos an der Mannschaft vorbei. Doch jetzt liegen die Nerven auch im Team blank.

Erkenschwick: "Kasper" knallt Kurz, oder umgekehrt

"Ich bin doch nicht blöd"

tr
08. Mai 2008, 20:08 Uhr

Dass die Spielvereinigung seit Monaten ein desaströses Bild abgibt, ist bekannt. Die drohende Insolvenz, Spielerstreiks und Trainingsboykotts waren die Schlagzeilen. Bislang ging die katastrophale Situation aber immer spurlos an der Mannschaft vorbei. Doch jetzt liegen die Nerven auch im Team blank.

Und Ohrfeigen scheinen dabei am Stimberg hoch im Kurs zu stehen. Denn gegen Bielefeld II knallte es 0:6 und dabei watschten sich Keeper Pascal Kurz und Abwehrspieler Phillip "Kasper" Kasperidus auch noch gegenseitig ab. Der Torhüter sah Rot und kann die Saison damit abhaken. "Der Grund für diese Aktion ist das Tohuwabohu im Verein", ist sich Kasperidus sicher, dass die Rangelei der Teamkameraden unter normalen Umständen hätte vermieden werden können.

Doch was war eigentlich passiert? Direkt nach dem zweiten Tor der Arminia schnauzte Kurz seinen Innenverteidiger an. "Beide Gegentreffer waren identisch. 'Kasper' war bei beiden indisponiert und rannte nur hinter. Da bin ich ausgerastet und habe ihn angemacht", berichtet Kurz. "Er wollte es aber nicht einsehen, da er nicht kritikfähig ist." Eine Anschuldigung, die Kasperidus nicht verstehen kann. "Kritik ist okay, aber nicht übertrieben. Es hat mich aufgeregt, dass er mich bloß gestellt hat. Daraufhin habe ich meine Meinung geäußert."

Und die beiden Kampfhähne standen sofort Stirn an Stirn. "Und plötzlich greift er mir ins Gesicht", erzählt Kurz. "Daraufhin habe ich einen Reflex gezeigt und ihm auch ins Gesicht gepackt." Dass der erste "Schlag" von ihm ausging, bestreitet Kasperidus. "Er hat mich mit seinem Kopf nach hinten weggedrängt. Deshalb habe ich als Schutzreaktion die Arme hochgenommen." Sein Zusatz: "Ich bin doch nicht so blöd und mache bei einem wie Pascal den ersten Schritt."

Kurz, der seit Jahren regelmäßig seinen Körper im Fitness-Studio stählt, nimmt die Schutzreaktion aber auch für sich in Anspruch: "Wenn ich ihm etwas sage, hat er seine Klappe zu halten. Selbst wenn ich nicht Recht hätte, hat er nicht handgreiflich zu werden. Aber ich habe ihn mit Sicherheit nicht geschlagen, denn dann hätte er mit seinen 60 Kilos bestimmt nicht mehr gestanden." Und zum ersten Mal kommen die beiden Kontrahenten überein, denn Kasperidus bestätigt: "Er hat ausgeholt und mich an der Nase getroffen. Wenn er aber richtig zugelangt hätte, wäre ich mit Sicherheit zu Boden gegangen."

Wie es auch sei, für Kurz, der noch keinen neuen Club gefunden hat, ist die Geschichte mehr als ärgerlich. "Jetzt bin ich der Blöde. Das darf alles nicht wahr sein." Am gestrigen Mittwoch, dem einzigen Trainingstag in dieser Woche, sprach sich das Duo aus. "Mein Fehler war, dass ich nicht direkt weggegangen bin", räumt Kasperidus, der mit dem VfB Hüls (siehe auch Bericht Seite 34) in Kotakt steht, ein. "Ob man eine Rote Karte dafür zeigen muss, weiß ich nicht." Aber es passt ins Bild...

Autor: tr

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