Bayer Leverkusen hat im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinales eine 1:3-Niederlage beim FC Liverpool kassiert. In der Schlussminute erzielte der Brasilianer Franca noch den Anschlusstreffer für die Leverkusener.

Bayer unterliegt 1:3 an der Anfield Road

er
22. Februar 2005, 23:07 Uhr

Bayer Leverkusen hat im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinales eine 1:3-Niederlage beim FC Liverpool kassiert. In der Schlussminute erzielte der Brasilianer Franca noch den Anschlusstreffer für die Leverkusener.

Bayer Leverkusen hat im "Hexenkessel" der Anfield Road nicht bestehen können und steht vor dem Aus im Achtelfinale der Champions League. Im Hinspiel unterlag die Mannschaft von Trainer Klaus Augenthaler völlig verdient mit 1:3 (0: 2) und muss im zweiten Duell am 9. März in der BayArena schon ein "Fußball-Wunder" bewerkstelligen, um zum zweiten Mal nach 2002 ins Viertelfinale der Königsklasse einzuziehen.

Der Spanier Luis Garcia (15.), der schussgewaltige Norweger John Arne Riise (35.) und der deutsche Nationalspieler Dietmar Hamann mit seinem ersten Treffer in der Königsklasse für die "Reds" in der zweiten Minute der Nachspielzeit waren für Liverpool erfolgreich. Der Brasilianer Franca verschaffte im Gegenzug dem Werksklub, der wohl die bislang schwächste Leistung in der diesjährigen Champions-League-Saison bot, mit dem ersten Treffer einer bundesdeutschen Mannschaft überhaupt in der Beatles-Stadt noch ein wenig Hoffnung für das Rückspiel.

"Reds" mit unbändigem Willen

Dabei sind aber dann die beiden Mittelfeldakteure Robson Ponte und Paul Freier gelb-gesperrt, während die "Reds" in Leverkusen wieder auf Kapitän und Mittelfeldmotor Steven Gerrad zurückgreifen können. Der englische Nationalspieler hatte vor 40.942 entfesselten Fans in der alt-ehrwürdigen Arena an der Anfield Road wegen einer Gelbsperre zuschauen müssen.

Mit Kampf, Leidenschaft und unbändigem Willen zwang der viermalige Europapokalsieger der Landesmeister den Bundesliga-Tabellenvierten in die Knie. Nur sporadisch ließ der Werksklub seine Klasse, die er in der Liga mit vier Siegen in fünf Rückrundenspielen manifestiert hatte, aufblitzen. Darüber hinaus wurden klarste Chancen durch den Bulgaren Dimitar Berbatow (29.) nach einer verunglückten Kopfball-Rückgabe von Steve Finnan und Andrej Woronin (59.) leichtfertig vergeben.

Bayer mit Abstimmungsproblemen

Hinzu kamen Abstimmungsprobleme in der Verteidigung, die auf den Innenpositionen mit dem Routinier Juan und dem erst 20-jährigen Jan Ingwer Callsen-Bracker nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Kapitän Jens Nowotny (vierter Kreuzbandriss) besetzt worden war. Beim 0:1 waren deutliche Stellungs- und Abstimmmungsfehler sichtbar.

Darüber hinaus waren die Hausherren, die eine engagierte Vorstellung boten, deutlich überlegen im Kopfballspiel. EM-Star Milan Baros hatte in der 54. und 71. und Jamie Carragher in der 72. Minute noch hochkarätige Chancen zur Resultaterhöhung. Dem gegenüber standen in der 75. Minute ein Weitschuss von Freier und kurz darauf ein 22-m-Kracher von Nationalspieler Bernd Schneider, die jeweils "Pool"-Keeper Jerzy Dudek entschärfte.

Ausgangsposition für Bayer schwierig aber nicht hoffnungslos

Vor drei Jahren machte Leverkusen eine 0:1-Niederlage gegen Liverpool im Viertelfinale der Champions League im Rückspiel noch wett. Durch ein 4:2 zog man damals in die Vorschlussrunde ein. Diesmal ist die Ausgangsposition allerdings deutlich schwieriger.

Unter den Augen von Hamburgs Trainer Thomas Doll, der Bayer beobachtete und zudem Dietmar Hamann auf Seiten des englischen Rekordmeisters in Augenschein nahm, waren Riise, Baros und Hamann die herausragenden Kräfte der Gastgeber. Bei Bayer, das zuvor in der Königklasse auswärts unter anderem ein 1:1 bei Real Madrid erzielt hatte, gefielen mit Abstrichen Juan und Torwart Jörg Butt.

Autor: er

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