Offenes Spiel zwischen Leverkusen und Liverpool

22. Februar 2005, 08:20 Uhr

Heute Abend beginnt für Bayer Leverkusen wieder die Champions League. Dabei muss die "Werkself" beim englischen Rekordmeister FC Liverpool antreten und gibt sich trotz der Verletzung ihres Kapitäns optimistisch.

Nach dem Bundesliga-Alltag kommt für Bayer Leverkusen nun endlich wieder die Kür in der Königsklasse des Fußballs, der Champions League. Heute (20.45 Uhr/live bei Premiere) muss die Mannschaft von Trainer Klaus Augenthaler im Hexenkessel der altehrwürdigen Arena des englischen Rekordmeisters FC Liverpool ran und will sich im Achtelfinal-Hinspiel eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am 9. März erkämpfen. In den Knochen sitzt den Bayer-Profis aber die Verletzung von Abwehrchef Jens Nowotny, der zum vierten Mal einen Kreuzbandriss im Knie erlitten hat.

Völler: "Die Tagesform wird entscheiden"

Vier Siege in fünf Rückrundenspielen haben das Augenthaler-Team selbstbewusst gemacht. "Wir fahren mit breiter Brust nach Liverpool. Das ist ein typisches 50:50-Spiel. Ein 1:1 würde ich sofort unterschreiben", erklärte Sportchef Rudi Völler, "die Tagesform wird entscheiden. Der Ausfall von Nowotny ist natürlich bitter." Der Brasilianer Juan, der nach Gelbsperre in der Bundesliga wieder in den Kader rückt, und der junge Jan-Ingwer Callsen-Bracker (20) werden die Innenverteidigung bilden. Beide werden sich voraussichtlich um den tschechischen Nationalstürmer Milan Baros und Harry Kewell kümmern müssen. Der erst kürzlich von Real Madrid zu den "Reds" gewechselte Fernando Morientes ist noch nicht spielberechtigt

"Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es nicht einfach ist, an der Anfield Road zu spielen. Liverpool ist nur sehr schwer dort zu schlagen. Wir müssen schon unsere beste Leistung abrufen. Ein Blick auf den Liverpool-Kader genügt, um zu erkennen, wie stark die Mannschaft ist. Ich sehe uns nicht als Favorit", erklärte Augenthaler. Ex-Nationalspieler Carsten Ramelow forderte eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber dem 4:2 am Samstag beim 1. FC Nürnberg: "In Liverpool müssen wir mehr zeigen." Besonders die Abwehr - Trainer "Auge" sprach von "Freischwimmern" - erwies sich als Schwachpunkt. Immerhin verwertete Bayer bei den Franken alle vier Standardsituationen zu den Toren, vielleicht auch ein Erfolgsrezept gegen Liverpool. Mit zwei Toren unterstrich der bulgarische Stürmerstar Dimitar Berbatow seine derzeitige Top-Form.

Liverpool gewarnt: "Bayer ist eine gefährliche Mannschaft"

Vor knapp drei Jahren gab es im Viertelfinale der Champions League schon einmal das Duell zwischen Liverpool und Leverkusen, damals verlor Bayer auf der Insel mit 0:1, konnte sich aber durch ein 4:2 im Rückspiel den Einzug ins Halbfinale sichern. Bei Liverpool herrscht alles andere als Überheblichkeit. "Ich habe mit Michael Owen gesprochen. Er hat mich vor Bayer gewarnt, das ist eine gefährliche Mannschaft", meinte Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann. Ex-Liverpool-Stürmer Owen musste mit Real eine 0:3-Pleite in Leverkusen hinnehmen, und auch daheim kamen die Königlichen über ein 1:1 nicht hinaus. Hamann: "Beim letzten Mal haben uns die Fans als Favorit angesehen, diesmal denke ich wird es anders sein."

Die Anfield Road ist mit knapp 45.000 Zuschauern längst ausverkauft. Auch die Elf von Teammanager Rafael Benitez muss einen schmerzlichen Ausfall kompensieren. "Mittelfeldmotor" Steven Gerrard sitzt eine Gelbsperre ab. "Die Champions League ist sehr wichtig für uns. Wir müssen solange wie möglich im Wettbewerb bleiben. Das gilt nicht nur aus finanziellen Gründen, sondern auch, weil wir in der Liga nicht sehr konstant gespielt haben", machte Gerrard deutlich.

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