Sie sind über Jahre hinweg die größten Rivalen gewesen und ihr Verhältnis zueinander war nicht immer das Beste. Doch gestern war alles anders. Nachdem Raspo vorgelegt und somit den Aufstieg in die Bezirksliga unter Dach und Fach gebracht hatte, zogen die 45er unter der Anfeuerung des Platznachbarn nach und enteilten der Konkurrenz uneinholbar in der Bezirksliga 13. Ein absoluter „Feiertag“ am Waldschlösschen, der feuchtfröhlich begossen wurde.

Bochum: Platznachbarn machen Aufstieg am gleichen Tag perfekt

"Kommt höchstens alle 20 Jahre mal vor"

Fabian Weitkämper
05. Mai 2008, 18:51 Uhr

Sie sind über Jahre hinweg die größten Rivalen gewesen und ihr Verhältnis zueinander war nicht immer das Beste. Doch gestern war alles anders. Nachdem Raspo vorgelegt und somit den Aufstieg in die Bezirksliga unter Dach und Fach gebracht hatte, zogen die 45er unter der Anfeuerung des Platznachbarn nach und enteilten der Konkurrenz uneinholbar in der Bezirksliga 13. Ein absoluter „Feiertag“ am Waldschlösschen, der feuchtfröhlich begossen wurde.

Nachdem die Rasensportler das „kleine“ Derby gegen die Reserve von Weitmar 45 mit 5:0 für sich entscheiden konnten, war auch der dritte „Meister“ der Kreisligen nach Inter und Arminia Bochum endgültig gefunden, was Raspos sportlicher Leiter Dirk Balko folgendermaßen kommentierte: „Endlich ist es sicher. Wir wollten das Ding zu machen und das ist uns gelungen. Bei der Leistung, die wir die ganze Runde über gebracht haben, ist diese vorzeitige Meisterschaft absolut verdient.“
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/007/261-7560_preview.jpeg Erst machte Raspo den Aufstieg klar... (Foto: Kraczyk)[/imgbox]Auch Weitmar 45-Geschäftsführer Peter Ernst gehörte zu den ersten Gratulanten: „Das ist natürlich eine riesige Sache, dass beide Vereine auf einem Platz gleichzeitig aufsteigen. So eine Konstellation kommt wohl höchstens alle 20 Jahre mal vor.“

Dass die Entscheidung für Raspo ausgerechnet gegen die zweite Mannschaft von Weitmar 45 gefallen ist, freute die Rasensportler umso mehr, konnten sie doch so in einem „Heimspiel“ alles klar machen. Dabei stellt Balko allerdings klar, dass der Sieg der eigenen Stärke und nicht etwa einer „Freundschaftshilfe“ des Nachbarn zu verdanken war: „Die haben sich nicht hängen lassen, auch wenn die im Niemandsland der Tabelle stehen. Wir wollten von Anfang an nichts anbrennen lassen und haben einfach eine Superpartie hingelegt. Nach dem Spiel haben wir dann die Erste des SC 90 Minuten angefeuert.“

Eine Aktion, die scheinbar ihre Wirkung nicht verfehlt hat. Begleitet durch die Anfeuerung der Raspo-Spieler und der ungefähr 500 Zuschauer konnte auch die 45er ihre Partie mit 6:2 klar für sich entscheiden. Als Torgarant konnte dabei wieder einmal Dennis Berg glänzen, der sich gleich viermal in die Torjägerliste eintragen konnte.

Auch Ernst war von dem Match der eigenen Mannschaft und vor allem aber auch der Aktion der Raspo-Akteure begeistert: „Eine tolle Geste der Jungs. Das Verhältnis war längst nicht immer so gut. Aber in so einer Situation ist alles böses Blut der alten Rivalität natürlich vergessen. Es war super, wie beide Mannschaften und Vereine zusammen gefeiert haben und nachher noch gemeinsam durch die Kneipen gezogen sind. Und ich denke, dass bei einigen die Feier immer noch andauert.“

Eine Einschätzung, die auch Balko teilt: „Das war gestern eine[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/007/293-7592_preview.jpeg ...dann ließ Weitmar 45 die Korken knallen (Foto: Kraczyk)[/imgbox] einzige große Party. In der jungen Generation existiert diese extreme Rivalität doch gar nicht mehr. Es ist doch auch einfach schön zu sehen, wie sich die Jungs und auch die Coaches der beiden Clubs in den Armen liegen. Es gibt jedoch auch eine Sache, die mich traurig stimmt. Leider gibt es somit nächstes Jahr kein Derby auf unserer Platzanlage.“

Doch auch ohne Derby müssen die Vereine bereits jetzt wieder nach vorne schauen, um für die jeweils höheren Ligen gerüstet zu sein. Allerdings scheinen die beiden Weitmarer Clubs bei der Planung unterschiedliche Wege zu gehen. Während Ernst „den Kader für nächste Saison erst in der Sommerpause zusammenstellen will“, scheint Balko schon einen Schritt weiter zu denken: „Unser Kader bleibt geschlossen zusammen. Auch Damian Schindzielorz und Marco Eisenbrandt haben uns ihre Zusagen gegeben. Wir wollen aber nicht den gleichen Fehler wie in der Vergangenheit machen und uns daher auch noch punktuell verstärken, um unser Ziel eines Mittelfeldplatzes in der Bezirksliga zu erreichen.“

Bei einem Blick auf die Ergebnisse und Statistiken der aktuellen Saison wird jedoch schnell deutlich, dass beide Teams auch eine Klasse höher gute Chancen haben, mit dem Rest der Liga mitzuhalten.

Autor: Fabian Weitkämper

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