Dank eines 2:0-Erfolges beim spanischen Meister FC Valencia steht Werder Bremen im Achtelfinale der Champions League. Mann des Abends war Angreifer Nelson Haedo Valdez, der beide Treffer für die Hanseaten erzielte.

Bremen steht im Achtelfinale der Champions League

ds
07. Dezember 2004, 23:00 Uhr

Dank eines 2:0-Erfolges beim spanischen Meister FC Valencia steht Werder Bremen im Achtelfinale der Champions League. Mann des Abends war Angreifer Nelson Haedo Valdez, der beide Treffer für die Hanseaten erzielte.

"Joker" Nelson Valdez hat den Sprung von Werder Bremen unter die besten 16 Fußball-Mannschaften Europas perfekt gemacht. Der erst neun Minuten vor dem Ende eingewechselte Stürmer aus Paraguay schoss beim 2:0 (0:0)-Erfolg des deutschen Meisters und Pokalsiegers bei Spaniens Titelträger FC Valencia beide Treffer (83./90.). Den Bremern hätte vor 50.000 Zuschauern im Mestalla-Stadion bereits ein Remis gereicht, um die Qualifikation für das Champions-League-Achtelfinale zu sichern. Die Gastgeber hingegen sind aus der "Königsklasse" ausgeschieden, dürfen jedoch im UEFA-Pokal weiterspielen.

Hektische Schlussminuten

In der Schlussphase verloren die Spanier die Nerven, aber nur Miguel Angel Angulo sah nach einem groben Foul an Valdez die Rote Karte (90.). Bremens Mannschaftskapitän Frank Baumann sah schon in der zwölften Minute die Gelbe Karte und wird den Hanseaten nach seiner dritten Verwarnung im laufenden Wettbewerb im Achtelfinal-Hinspiel nicht zur Verfügung stehen. Der Kapitän war dennoch zufrieden: "Wir haben uns sehr gut präsentiert und verdient gewonnen. Wir können stolz sein."

Auch Trainer Thomas Schaaf strahlte über das ganze Gesicht. "Ich kann der Mannschaft nur ein ganz großes Lob aussprechen", sagte der Coach: "Sie hat es absolut verdient, weiterzukommen und Großartiges in der Champions League geleistet."

Für den deutschen Double-Sieger wurde dieses "Endspiel" trotz des Sieges zur erwarteten Zitterpartie. Speziell nach dem Seitenwechsel machte der Tabellen-Vierte der Primera Division mächtig Druck, konnte aber keinen Treffer erzielen. In der ersten Halbzeit hingegen hatten die Norddeutschen gut mitgespielt und mehrfach selbst die Gelegenheit, das Spiel frühzeitig zu den eigenen Gunsten zu entscheiden.

Charisteas ohne Selbstvertrauen

Den Bremern merkte man das Fehlen von Torjäger Ivan Klasnic an. Der kroatische Nationalspieler, der in der Champions League bereits fünf Tore für den Bundesliga-Fünften erzielt hatte, saß wegen einer noch nicht völlig ausgeheilten Schulterverletzung nur auf der Reservebank. Griechenlands EM-Held Angelos Charisteas war für Klasnic nur ein schwacher Ersatz, trotz seiner drei Tore beim 6:0-Erfolg der Norddeutschen in der Bundesliga gegen den SC Freiburg hatte der Grieche keinerlei Selbstvertrauen und war seinem engagierten Stürmerkollegen Miroslav Klose praktisch keine Hilfe.

Fast eine Stunde lang scheute die Mannschaft von Trainer Claudio Ranieri in ihrem 100. Europapokal-Heimspiel das letzte Risiko, erst danach setzten die Spanier alles auf eine Karte, brachten aber den für sie überlebenswichtigen Treffer nicht zustande. Die größte Torgelegenheit vergab der fünf Minuten zuvor eingewechselte Marco Di Vaio, der mit einem Distanzschuss nur das Lattenkreuz traf.

Zehn Minuten vorher war Klose in aussichtsreicher Position unter einem Eckball von Johan Micoud hindurchgesprungen und hatte dabei den 1600 mitgereisten Werder-Fans den Torschrei auf den Lippen ersterben lassen. Der französische Mittelfeld-Regisseur wurde, nachdem er zweimal übertrieben die Zeit verzögert hatte, zum Buhmann des spanischen Publikums, lieferte davon unbeeindruckt aber eine brauchbare Partie ab.

Bremens Abwehr blieb dicht

Die über weite Strecken zerfahrene und von vielen Fehlpässen und Stockfehlern gekennzeichnete Partie wurde auch in einer zunehmend hektischen Schlussphase nicht ansehnlicher. Die Platzherren versuchten, den Sieg mit Gewalt zu erzwingen, rannten dabei aber serienweise ins Abseits. Die meist gut gestaffelte Bremer Hintermannschaft wackelte zwar hin und wieder, musste das 0:1 aber nicht kassieren.

Autor: ds

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