So was kann ganz schön an den Nerven zerren. Wenn die Physis einem Leistungssportler einen Streich spielt, dann ist Geduld gefragt. So bei Jennifer Oster in dieser Spielzeit. Nach ihrem Schienbeinbruch kämpfte sich die 1,63 Meter-Frau mit dem Lebensmotto „immer hellwach sein“ wieder heran, um sich in der letzten Woche doch wieder frühzeitig aus dem Saisongeschehen zu verabschieden:

FCR Duisburg: Oster mit zweiter kritischer Verletzung

„Irgendwas habe ich an mir“

Oliver Gerulat
02. Mai 2008, 08:48 Uhr

So was kann ganz schön an den Nerven zerren. Wenn die Physis einem Leistungssportler einen Streich spielt, dann ist Geduld gefragt. So bei Jennifer Oster in dieser Spielzeit. Nach ihrem Schienbeinbruch kämpfte sich die 1,63 Meter-Frau mit dem Lebensmotto „immer hellwach sein“ wieder heran, um sich in der letzten Woche doch wieder frühzeitig aus dem Saisongeschehen zu verabschieden:

Eine Thrombose in der Wade lässt für die gebürtige Moerserin, die Mehmet Scholl als ihren Lieblingsfußballer nennt, nichts mehr auf der angestammten rechten Außenbahn zu. RevierSport unterhielt sich mit „Osti“, die seit 1999 für den FCR Duisburg die Schuhe schnürt.
Jennifer Oster, wie ist der Gesundheitszustand?
Es geht so, das ist ziemlich blöd, ich war bis zum letzten Freitag im Krankenhaus, insgesamt für fünf Tage. Ich wurde mit Makromar, einem blutverdünnenden Medikament, behandelt. Das muss ich noch drei Monate nehmen.

Alles nicht unkritisch, Sie müssen ganz schön vorsichtig sein, oder?
Genau. Ich darf erst einmal in den nächsten zwei Wochen nichts machen. Dann werde ich an den Sachen arbeiten, die ich absolvieren kann, zum Beispiel Konditionsarbeit. Zweikampfübungen müssen unterbleiben, weil es dabei Verletzungsgefahr gibt.

Konnte man genau sagen, woher das Thromboseproblem stammte?
Das war wohl aus dem Match gegen Crailsheim, ich konnte mich auch genau daran erinnern, einen Tritt in die Wade bekommen zu haben. In der Woche danach trainierte ich weiter, so was ignoriert man ja eher. Es wurde dann jedoch immer schlimmer. Die Ärzte meinen, eine Thrombose benötigt manchmal diese Zeit.

Darf man sagen, es war nicht Ihr Jahr?
Das war es tatsächlich nicht wirklich, irgendwas habe ich an mir. Nach dem Schienbeinbruch fiel ich ungefähr sechs Monate aus. Für mich persönlich ist diese Spielzeit vorbei.
Wie geht man persönlich damit um?
Es ist natürlich schwierig, ich hatte mir ja auch gute Ziele gesetzt, die fallen ins Wasser. Gerade jetzt, wo man wieder in die Meisterschaft eingreifen kann, wir haben es wieder selbst in der Hand. Die Enttäuschung bei mir ist natürlich groß. Es kommt aber viel Aufbau von meinen Mannschaftskolleginnen und von meiner Familie. Ich werde es überleben.

Was waren das für Ziele?
Ich dachte schon, ich könnte vielleicht in Richtung Nationalmannschaft angreifen. Erst einmal stand jedoch das Fußfassen beim FCR im Vordergrund. Aber das hat sich ja jetzt auch erst einmal wieder erledigt. Schade, für die U23 des DFB wäre ein Lehrgang gewesen, den kann ich mir knicken.

Was gab letztendlich den Ausschlag, den Vertrag in Duisburg um weitere zwei Jahre zu verlängern?
Es stimmt, dass ich auch andere Anfragen hatte, aber ich fühle mich in Duisburg wohl. Klar war der Anreiz da, einmal etwas anderes auszuprobieren. Aber beim FCR habe ich immer gespielt, das ist prima.
Was macht die dreijährige Ausbildung zur Physiotherapeutin?
Im September werde ich fertig sein, die Examensvorbereitungen starten. Wenn die neue Verletzung etwas gutes hat, dann das, dass ich mich zurzeit darauf einstimmen kann.
Immerhin können Sie sich selbst behandeln, oder?

Teilweise vielleicht. Aber wenn man stellenweise im Fall einer Thrombose weiß, was dahinter steckt und was alles hätte passieren können, ist das manchmal gar nicht so angenehm.

Angenehmer sind mittlerweile wieder die Aussichten ihres Teams, Frankfurt vielleicht doch noch die Meisterschaft zu verderben.

Wir müssen einfach einmal gegen den 1.FFC gewinnen, aber was heißt schon einfach? Das Match ist am 8. Juni zuhause. Allerdings haben wir selbst zum Beispiel noch die schwierigen Aufgaben gegen Neuenahr und Potsdam. Wir haben aber alles selbst in der Hand.

Autor: Oliver Gerulat

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