Der DSC Preußen Duisburg hat sein Heimspiel gegen den TuSpo Saarn gewonnen. Am frühen Sonntag Nachmittag siegte der von Stefan Klaß trainierte Duisburger Bezirksligist mit 3:1 gegen den Mülheimer Liga-Rivalen aus Saarn. Die Treffer für die Preußen erzielten bei herrlichem Fußballwetter auf der Platzanlage an der Futterstraße Ludwig Asenso (20.), Andy Lausberg (22.) und der eingewechselte Sascha Lorenz (90.). Björn Mühlenbrock brachte mit seinem 20. Saisontor sein Team in der 40. Spielminute noch einmal heran.

Bezirksliga 8 NR: DSC Preußen Duisburg- TuSpo Saarn 3:1 (2:1) (Ortstermin)

Preußen ohne Glanz aber mit Gloria

Moritz Rieckhoff
27. April 2008, 18:47 Uhr

Der DSC Preußen Duisburg hat sein Heimspiel gegen den TuSpo Saarn gewonnen. Am frühen Sonntag Nachmittag siegte der von Stefan Klaß trainierte Duisburger Bezirksligist mit 3:1 gegen den Mülheimer Liga-Rivalen aus Saarn. Die Treffer für die Preußen erzielten bei herrlichem Fußballwetter auf der Platzanlage an der Futterstraße Ludwig Asenso (20.), Andy Lausberg (22.) und der eingewechselte Sascha Lorenz (90.). Björn Mühlenbrock brachte mit seinem 20. Saisontor sein Team in der 40. Spielminute noch einmal heran.

In der Tabelle behalten die Preußen damit ihre gute Ausgangsposition im Kampf um den Aufstieg in die Landesliga und stehen mit nunmehr 45 Zählern nun sogar an der Spitze des Klassements. Der Gast aus der Ruhrstadt bleibt dagegen bei 28 Punkten stehen und hat den Klassenverbleib somit noch lange nicht in der Tasche.[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/007/214-7513_preview.jpeg Spielerisch ging wenig. Preußen Duisburg und der TusPo Saarn lieferten sich vor allem ein Kampfspiel[/imgbox]

Die Ausgangsposition vor dem Anpfiff war für die Verantwortlichen beider Teams klar. Die einen wollen hoch, die anderen nicht runter. Deshalb war für Saarn-Coach Markus Herrschaft klar: „Wir sind gekommen, um etwas mitzunehmen.“ Und auch sein Gegenüber ließ keine Zweifel an der Marschroute seiner Elf: „Wollen wir weiter oben mitmischen zählt nur ein dreifacher Punktgewinn“, so der verbale Fingerzeig von DSC-Linienchef Klaß.

Doch seine Elf hatte ihren Coach nur schlecht oder überhaupt nicht verstanden. Der Gast machte zu Anfang die Musik und die Hausherren versuchten allen falls nicht völlig aus dem Takt zu geraten. Doch dies gelang dem Aufstiegsaspiranten vor allem in der Defensive nur sehr mangelhaft. Und so hätten die Ruhrstädter nach gespielten 20 Minuten eigentlich in Führung liegen müssen.[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/007/216-7515_preview.jpeg Hatte akuten Redebedarf: Preußen-Trainer Klaß (l.) hier mit Hidir Kaya[/imgbox]

Doch einmal Preußen-Keeper Björn Nickel (3.), sowie dessen Mannschaftskamerad Carsten Wüst verhinderten mit Mühe und Not schlimmeres (18.). Derweil verstand der Trainerstab der Preußen an der Linie die Welt nicht mehr. „Das darf nicht wahr sein“, echauffierte sich ein sichtlich angefressener Klaß und legte nach: „Wir haben die letzten Spiele alle zu Null gespielt und jetzt ist da hinten so eine Verunsicherung." Gut das mit Ludwig Asenso, der bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung der stärkste Duisburger war, wenigstens einer einen guten Tag hatte. Folgerichtig war es auch Asenso, der mit seinem Treffer den bisherigen Spielverlauf auf den Kopf stellte. Doch dabei sollte es nicht bleiben. Andy Lausberg erhöhte kurze Zeit später per Foulelfmeter sogar auf 2:0.

Als nach einer guten halben Stunde Saarns Stephan Stenko vom Unparteiischen des Feldes verwiesen wurde, schien doch noch alles für die Hausherren zu laufen. Doch weit gefehlt. Die Mühlheimer „Lebensversicherung“ Mühlenbrock brachte den Gast zurück ins Match. Und hätte Islam Vranhaj kurz vor dem Pausentee seine Großchance im Preußen-Tor untergebracht, das Donnerwetter in der DSC-Kabine wäre wohl noch etwas lauter ausgefallen. Dass es auch so laut werden würde, war der Mimik der Duisburger Verantwortlichen beim Gang in die Katakomben deutlich anzusehen. Doch auch auf der Gegenseite war nicht jeder zufrieden. „Immer die gleiche Scheiße“, schimpfte Mülheims 1. Vorsitzender Frank Stein und holte erneut aus: „Wir müssen hier ganz klar führen. So bekommen die zwei Chancen und machen die Dinger rein.“

Doch wer gedacht hatte der Höhepunkt Mühlheimer Ärgernisse sei nun erreicht, der wurde im zweiten Spielabschnitt eines besseren belehrt. Kaum wieder auf dem Rasen, musste in Person von Christian Werle ein weiterer Saarner das Geläuf verlassen. Eine Tätlichkeit des Bestraften hatte den Spielleiter dazu bewogen, die numerische Überzahl der Gastgeber weiter zu erhöhen. Doch diese verstanden es auch in der Folgezeit nicht, den sich ihnen nun bietenden Platz auszunutzen. Spielerisch ging auch weiterhin nichts. Den Schlusspunkt in einer schwachen zweiten Hälfte markierte schließlich Lorenz mit seinem Treffer kurz vor dem Ende der Begegnung.[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/001/846-1870_preview.jpeg Elfmeter verwandelt und dennoch sauer: DSC-Goalgetter Andy Lausberg[/imgbox]

Zufriedene Gesichter waren danach Mangelwahre. Duisburgs „Elfer-Schütze“ Lausberg ging kopfschüttelnd vom Rasen und gestand: „Bei uns war heute gar nichts gut.“ Sein Coach sah wenigstens eine positive Sache: „Wir haben gewonnen, das ist aber auch alles.“ Lausbergs Sturmpartner Oliver Bähr ging noch weiter und ordnete das Match in die „Kategorie grausam“ ein. Bähr, der im nächsten Jahr vom Rasen an der Ruhraue an die Seitenlinie wechseln wird, sprach seiner Elf gar die spielerische Klasse ab: „Wir sind eine reine Kampftruppe. Fußballspielen könne wir einfach nicht.“ Eine Aussage die zumindest heute zutraf.

Apropos Ärger. Mülheims 1. Vorsitzender Stein, der für die kommende Saison nicht mehr mit dem aktuellen Trainer planen kann - Herrschaft gab am Rande des Matches seinen Rücktritt zum Saisonende bekannt - hatte auch noch ein paar Giftpfeile im Köcher: „Mit neun Mann gegen elf ist es schwierig. Mit neun Mann gegen zwölf unmöglich“, giftete der Vereinsfunktionär in Richtung des Unparteiischen. Coach Herrschaft war da anderer Meinung: „Alles am Schiri fest zu machen ist nicht richtig. Hätten wir unsere Chancen gemacht, wären wir als Sieger nach Hause gefahren.“

Autor: Moritz Rieckhoff

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