Den zweiten Dreier in Folge eingefahren, den bisher schärfsten Konkurrenten um Platz drei weiter distanziert und sogar den Bayern die vorzeitige Meisterschaft versaut.

Schalke: Nach 1:0 in Hamburg ist es nur noch ein kleiner Schritt bis Platz zwei

Büskens: “Kein Heilsbringer“

Heiko Buschmann/Stefan Bunse
27. April 2008, 14:38 Uhr

Den zweiten Dreier in Folge eingefahren, den bisher schärfsten Konkurrenten um Platz drei weiter distanziert und sogar den Bayern die vorzeitige Meisterschaft versaut.

Beim 1:0-Sieg am gestrigen Samstag beim Hamburger SV passte für den FC Schalke vom nackten Ergebnis her alles. Dass die Leistung der Gäste über weite Strecken dürftig war - geschenkt. Nach dem Abpfiff in der ausverkauften HSV-Arena jubelten die Schalker Spieler mit ihren Fans als ob sie gerade Meister geworden wären. "Wir sind über den Erfolg sehr erfreut, weil es gegen einen direkten Konkurrenten um die Champions League ging", strahlte Mike Büskens, der zusammen mit Youri Mulder bisher auf eine makellose Bilanz von zwei Siegen und 6:0 Toren zurückblicken darf.[box_rsprint]

Mit dem neuen Trainer-Duo ist nicht nur bei den S04-Fans der Glaube daran zurückgekehrt, dass es mit dem anvisierten Ziel, der erneuten Teilnahme an der europäischen Königsklasse, doch etwas wird. Da Werder Bremen nicht nur gestern beim 3:3 in Karlsruhe Federn ließ, sondern auch das schwerere Restprogramm mit unter anderem Auswärtsaufgaben in Hamburg und Leverkusen vor der Brust hat, ist sogar die Vizemeisterschaft wieder greifbar. Büskens und Mulder sind allerdings zu unprätentiös, um den guten Lauf der Dinge für sich reklamieren zu wollen. "Ich weiß nicht, wie groß unser Anteil am Erfolg ist. Nur weil wir mit der Mannschaft zweimal gewonnen haben, steht es uns nicht zu, uns als Heilsbringer hinzustellen", lehnt "Buyo" die Rolle des Helden dankbar ab. "Es geht darum, den Verein Schalke 04 dort zu platzieren, wo er hin will, nämlich in einem internationalen Wettbewerb."

Sechs Punkte beträgt der Vorsprung nun auf den HSV. Stuttgart und Leverkusen könnten zwar die Hamburger heute Nachmittag überholen und den Abstand zu den Königsblauen auf drei beziehungsweise vier Zähler verringern. Ab sofort aber kann es für Schalke nur noch um eins gehen: Platz zwei und damit den direkten Einzug in die Champions League. "Das war ein Duell um sechs Punkte. Wir haben es gewonnen, das war ganz wichtig", fand Marcelo Bordon. "Nun schauen wir weiter nach oben."

Keine zwei Minuten waren absolviert, als Kevin Kuranyi nach einem gelungenen Spielzug über Rafinha und Albert Streit das Tor des Tages gelang. Rafael van der Vaart und zweimal Ivica Olic hätten die Schalker schnell egalisieren können. Auf der anderen Seite aber vergab Halil Altintop die dickste Möglichkeit, schnell für eine Vorentscheidung zu sorgen. "Das frühe Tor spielte uns gut in die Karten. Wir haben natürlich die letzten Ergebnisse des HSV zuhause verfolgt, dass sie sich nach einem Rückstand schwer tun", sah Büskens seine Taktik vom Erfolg gekrönt.

Vor schwierigen Wochen stehen dagegen die Hanseaten und ihr scheidender Trainer Huub Stevens. Der HSV ist nunmehr seit sechs Partien in Folge ohne Sieg und hat in den vergangenen vier Spielen kein Tor mehr geschossen. Gelang es Stevens vor sechs Jahren noch, seinen angekündigten Abschied von Schalke mit dem Pokalsieg zu versüßen, wird ihm ein ähnlicher Werdegang nun in Hamburg öffentlich in Zweifel gestellt. Den Hamburger Verantwortlichen geht das zu weit, genau so wie die Annahme, die Mannschaft leide unter der Tatsache, dass sie noch nicht wisse, mit welchem Trainer es in der kommenden Runde weitergehe. "Wir werden gemeinsam mit Huub in den nächsten vier Spielen versuchen, noch einen Champions-League-Platz zu erreichen", betonte der Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann. "Wir haben Schalke ein wenig geholfen, weil wir in den ersten fünf Minuten nicht auf dem Platz waren. Dann wird es gegen so eine kompakte Mannschaft schwierig", erkannte der Niederländer, beschwichtigte aber: "Ich kann keinem Spieler einen Vorwurf wegen seiner Einstellung machen, aber leider haben wir ein paar Fehler gemacht."

Aus Fehlern kann man lernen, das wird ihn trösten. Schalke hat es ja gerade bei der Besetzung des Trainerpostens vorgemacht.

Autor: Heiko Buschmann/Stefan Bunse

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