Bayern München hat am dritten Spieltag der Champions League 0:1 (0:0) bei Juventus Turin verloren. Der Tscheche Pavel Nedved erzielte in der 76. Minute das Tor des Tages im Turiner Stadion delle Alpi.

Turins Nedved schockt Bayern

19. Oktober 2004, 22:45 Uhr

Bayern München hat am dritten Spieltag der Champions League 0:1 (0:0) bei Juventus Turin verloren. Der Tscheche Pavel Nedved erzielte in der 76. Minute das Tor des Tages im Turiner Stadion delle Alpi.

Nach dem Rückschlag in der Bundesliga muss Bayern München nun auch wieder um das Weiterkommen in der Champions League bangen. Die Elf von Trainer Felix Magath kassierte im Spitzenspiel der Gruppe C bei Juventus Turin durch ein Tor des tschechischen Superstars Pavel Nedved eine unglückliche 0:1 (0:0)-Niederlage und verlor damit die Tabellenführung an den 27-maligen italienischen Rekordmeister. Die Bayern, die mit zwei Siegen in der europäischen Königsklasse gestartet waren und in der Bundesliga zuletzt gegen Schalke 04 (0:1) enttäuscht hatten, stehen damit vor dem Rückspiel gegen "Juve" am 3. November im Olympiastadion wieder gehörig unter Druck.

Nedved erlöst "Juve"

Vor nur 18.089 Zuschauer im Stadio delle Alpi hielt das erstmalige Aufeinandertreffen der beiden Rekordmeister von Italien und Deutschland nur wenig, was es zuvor versprochen hatte. Höhepunkt des Spiels war der Treffer von Nedved in der 76. Minute, als dieser nach Kopfballvorlage von Zlatan Ibrahimovic aus acht Metern zur Stelle war.

Dabei hatten die Bayern, die ohne den wegen neuer gesundheitlicher Probleme heimgereisten Sebastian Deisler auskommen mussten, die Partie bis dahin bestens im Griff. Nach anfänglichen Schwächen in der Defensive standen die Gäste in der Folgezeit sicher, kontrollierten im Mittelfeld weitgehend das Geschehen, blieben jedoch im Angriff zu harmlos. Die Mannschaft von Juventus-Trainer Fabio Capello bestimmte dagegen nur in der Anfangsphase das Spielgeschehen, vergab dabei die wenigen Chancen kläglich.

So hatten die Münchner Glück, dass Ibrahimovic in der achten Minute nach Flanke von Gianluca Zambrotta freistehend aus drei Metern über das Tor köpfte. Nur sechs Minuten später war es Alessandro del Piero, der mit einem Schuss Bayern-Keeper Oliver Kahn prüfte.

Mitte der zweiten Halbzeit legte die Elf von Trainer Felix Magath ihre Anfangsnervosität ab und kam durch Torjäger Roy Makaay zur ersten Tormöglichkeit. Der Niederländer scheiterte nach einem Fehler von Lilian Thuram zunächst an Juve-Keeper Gianluigi Buffon, beim Nachschuss rettete Fabio Cannavaro.

"Taktisches Spiel für Kenner"

"Das ist ein taktisches Spiel für Kenner, für den Zuschauer allerdings wenig attraktiv", analysierte Uli Hoeneß zur Pause treffen. Die Worte des Bayern-Managers sollten auch in der zweiten Hälfte zutreffen. Die Gäste machten zunehmend die Räume eng und ließen Juventus kaum mehr zur Entfaltung kommen. So bedurfte es schon einer Unsicherheit von Nationaltorhüter Oliver Kahn, um den Gastgebern zu einer Großchance zu verhelfen. Nach einer Bogenlampe des früheren Leverkusener Emerson ließ der Keeper den Ball fallen, Stürmerstar Alessandro del Piero wusste davon jedoch kein Kapital zu schlagen.

Für Ärger hatten vor dem Spiel einige der 4000 Bayern-Fans gesorgt, als sie Feuerwerkskörper sowohl auf die Ränge als auch auf das Spielfeld abfeuerten. Hoeneß rannte direkt in die Kurve und versuchte den Anhang zu beschwichtigen.

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